3. Bundesweiter Digitaltag am 24. Juni 2022

Auch Archive beteiligen sich.

Digitalisierung hat Auswirkungen auf immer mehr Lebensbereiche: Wie wir uns informieren, wie wir einkaufen, lernen, miteinander kommunizieren, ärztlichen Rat einholen oder Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung und Daseinsvorsorge in Anspruch nehmen – digitale Anwendungen unterstützen in immer mehr Bereichen des Alltags. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklungen nochmals beschleunigt. Gerade jetzt zeigt sich besonders deutlich: Digitale Teilhabe ist zunehmend auch Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig führt die Pandemie vor Augen, wie Digitalisierung zum Wohl aller genutzt werden kann. Jetzt kommt es darauf an, die Chancen so nutzbar zu machen, dass jede und jeder gleichermaßen daran teilhaben kann. – Mit diesem Appell ruft die Initiative „Digital für alle“ dazu auf, digitale Teilhabe und Kompetenzen zu stärken, digitales Engagement zu fördern und Digitalisierung überall für alle Menschen erlebbar zu machen.

In einer „Aktionsübersicht“ kann man gezielt nach Aktivitäten beim Digitaltag am 24. Juni beteiligter Institutionen suchen: Man vor Ort oder im virtuellen Raum dabei sein, ob Coding-Workshop oder digitale Stadtralley; ob Diskussion zu Künstlicher Intelligenz oder Tag der offenen Tür: Aktionen können ganz einfach nach Stichwörtern, Themen oder dem Umkreis gefiltert werden.

So bietet das Stadtarchiv Hattersheim am Main ganztätig eine Digitale Stadtführung zum Thema „Entdecken Sie Hattersheim!“ an. Das Stadtarchiv Troisdorf widmet sich im Podcast „Bruchbilder meiner Flucht“ dem Thema Flucht und Vertreibung 1945 anhand eines konkreten Beispiels. Eine Troisdorfer Bürgerin erzählt rückblickend und liest aus mehreren schriftlichen Dokumenten und Briefen. Das Stadtarchiv Speyer präsentiert eine Online-Ausstellung zum Digitaltag 2022: Es lädt ein zu einer Zeitreise und präsentiert eine Auswahl digitalisierter historischer Ansichten der beiden UNESCO-Welterbestätten Kaiserdom und Judenhof. Zu sehen sind bauamtliche Bestandsaufnahmen, Luftbilder, Aufnahmen Speyerer Fotografen, Privataufnahmen und touristische Ansichten. So verkaufte der Speyerer Buchbinder Carl Platner neben „Galanterie- und Schreibmaterialien“ bereits in den 1870er Jahre eine Zeichnung des Judenbads.

In Aschaffenburg laden die Stadtverwaltung und Kooperationspartner zu einer Reihe von Aktionen ein, die soziale, wirtschaftliche und technische Aspekte der Digitalisierung behandeln. Das Programm ist abwechslungsreich: So wird zum Beispiel diskutiert, wie die öffentlichen Verwaltung digitalisiert wird und dabei die digitale Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger verbessert werden kann. Kinder und Jugendliche können einen Workshop für 3D-Druck besuchen. Das Thema Künstliche Intelligenz in Verbindung mit neuen Beteiligungsmöglichkeiten spielt rund um das Projekt „Digitale Manufaktur“ eine Rolle. Außerdem wird ein Film gezeigt, der den Wandel von der industriellen Revolution zur digitalen Gegenwart behandelt. Im Zentrum des Digitaltages stehen in Aschaffenburg der Digitalladen und das digitale Stadtlabor Aschaffenburgs, Roßmarkt 11, die in diesem Rahmen ihre Projekte vorstellen.

Der bundesweite Aktionstag am 24.6.2022 wird von der Initiative „Digital für alle“ mit einem ganztägigen Programm im Livestream begleitet.

Hinter dem Digitaltag steht die Initiative „Digital für alle“. Das Bündnis von mehr als 25 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand vereint ein gemeinsames Ziel: digitale Teilhabe in Deutschland zu fördern.

Die Initiative beschäftigt sich mit der Frage, wie alle Menschen in Deutschland die digitalen Entwicklungen besser verstehen und von ihnen profitieren können. Statt nur in Talkshows oder in Diskussionsrunden mit Expertinnen und Experten über eine wünschenswerte Zukunft zu diskutieren, möchte die Initiative Foren eröffnen, an denen alle teilnehmen können. Auf lokaler Ebene wird die Digitalisierung ein Teil der Lebenswirklichkeit der Menschen, hier müssen wir sie diskutieren und erlebbar machen. Dafür wurde der Digitaltag ins Leben gerufen – ein Aktionstag, an dem sich alles rund um digitale Themen dreht.

Anlässlich des Digitaltags veröffentlicht die Initiative eine Studie zur digitalen Teilhabe in Deutschland. In einem gemeinsamen Appell zeigen die Partnerorganisationen Leitlinien für mehr digitale Teilhabe auf.

Kontakt:
DFA Digital für alle gGmbH
Albrechtstr. 10
10117 Berlin
030 27576-260
info@digitaltag.eu

Stadtarchiv Goch präsentiert fortan »Archivale des Monats«

Der neue Stadtarchivar von Goch, Florian Weber, präsentiert fortan jeden Monat besondere Schätze aus dem Archiv. „Archivale des Monats“ heißt die Serie, die als Video auf den „Goch erleben“ – Kanälen bei Facebook, Instagram und Youtube sowie in der Goch erleben App veröffentlicht wird. Bei jeder Ausgabe geht es um einen besonderen Gegenstand mit einer besonderen Geschichte.

Video: Florian Weber, Stadtarchiv Goch, präsentiert Folge 1 der neuen Serie aus dem Stadtarchiv Goch (https://www.youtube.com/watch?v=3jGpbZwGD8s).

Beim Fundstück des Monats Juni 2022 handelt es sich um ein Sparbuch, das vor genau 100 Jahren eröffnet worden ist.

Florian Weber steht seit Anfang 2022 als Stadtarchivar in Diensten der Stadt Goch. Der studierte Historiker, der sich quasi als Seiteneinsteiger in den Fachbereich hinein arbeitete, hat ein großes Projekt vor sich: Weber ist derjenige, der den Umzug des Verwaltungs- und Historischen Archivs ins Fünf-Ringe-Haus vorbereitet. Der Umbau des mittelalterlichen Giebelhauses neben dem Rathaus soll zum Jahresende 2022 abgeschlossen sein. Und im hinteren Bereich des denkmalgeschützten Gebäudes wird dann auf zwei Etagen das Archiv untergebracht sein.

Kontakt:
Stadtarchiv Goch
Florian Weber
Markt 2
47574 Goch
Telefon: 0 28 23 / 320 – 102
stadtarchiv@goch.de

Quelle: Lokalklick, 20.6.2022; RP Online, 15.2.2022

Archiv des Erzbistums tauscht historische Unterlagen mit Staatlichen Archiven Bayerns

542 Urkunden, Bände und Akten wurden am 20.6.2022 zwischen den Staatlichen Archiven Bayerns und dem Archiv des Erzbistums München und Freising ausgetauscht. Dieser große Archivalientausch, der in der Generaldirektion der Staatlichen Archive in München vollzogen wurde, soll insbesondere die archivarische Forschung erleichtern. Die nun zwischen Generaldirektorin Margit Ksoll-Marcon und Archiv- und Bibliotheksdirektor Johannes Merz ausgetauschten Archivalien waren durch verschiedene historische Umstände vor längerer Zeit ins „falsche“ Archiv gelangt.


Abb.: Symbolischer Vollzug des Archivalientausches; v.l.n.r. Prof. Dr. Johannes Merz (Direktor von Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising), Dr. Roland Götz (stv. Direktor von Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising), Dr. Michael Unger (Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns), Michael Volpert (Archivleiter, Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising), davor Dr. Margit Ksoll-Marcon (Generaldirektorin der Staatlichen Archive), Dr. Christoph Bachmann (Leiter des Staatsarchivs München), Dr. Thomas Engelke (Leiter des Staatsarchivs Augsburg), Dr. Bernhard Grau (Direktor des Hauptstaatsarchivs), Dr. Gerhard Immler (Bayerisches Hauptstaatsarchiv) (Foto: EB München und Freising).

Ein solcher Tausch ist im Archivwesen ein zwar fachlich anerkannter, jedoch eher seltener Vorgang. So bedurfte er einer längeren Vorbereitung und beiderseits der Genehmigung der vorgesetzten Stellen, unter anderem einer Einschätzung des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst hinsichtlich der Gleichwertigkeit der zum Tausch vorgesehenen Archivalien. Auch wenn durch den nun vollzogenen Tausch noch nicht sämtliche Fragen bei der Verteilung von Beständen bereinigt sind, bedeutet er eine wesentliche Vereinfachung für die Forschung, da nun klarer ist, an welcher Stelle welche Unterlagen zu finden sind. Er ist überdies ein weiterer Beleg für die seit Langem bestehende vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Staatlichen Archiven und dem Archiv des Erzbistums, die sich auch in der Mitwirkung kirchlicher Archive an der Ausbildung staatlicher Archivarinnen und Archivare und in der gemeinsamen Beteiligung an wissenschaftlichen Projekten zeigt.

Vom Archiv des Erzbistums wurden an die Staatlichen Archive zwei geschlossene Unterlagenkomplexe abgegeben. Zum einen Unterlagen der Stiftungsadministration Wasserburg: Bei der Stiftungsadministration handelt es sich um eine staatliche Behörde, die von 1807 bis 1817 die Vermögensverwaltung und Rechnungslegung für alle Kirchen, Bruderschaften und anderen kirchlichen Stiftungen im Bereich des ehemaligen Land- und Pflegegerichts Kling wahrnahm. Dafür standen ihr auch ältere Serien von Kirchenrechnungen zur Verfügung. Insgesamt handelt es sich um 146 meist umfangreiche Bände mit Rechnungen der Kirchen in den Pfarreien Eggstätt, Eiselfing, Evenhausen, Grünthal, Höslwang, Obing und Schnaitsee aus den Jahren 1700 bis 1803, sowie 78 weitere Bände und Aktenkonvolute aus den Jahren 1672 bis 1847. Die Unterlagen wurden 1985 vom Archiv des Erzbistums von der Empore der Pfarrkirche Schnaitsee geborgen, wohin sie auf unbekanntem Weg gelangt waren.

Zum anderen Professurkunden des Zisterzienserklosters Kaisheim (bei Donauwörth): Die 96 Urkunden aus dem Zeitraum 1575 bis 1727 wurden meist von den Novizen eigenhändig auf Pergament geschrieben, die damit ihren Eintritt in die Klostergemeinschaft vollzogen. Sie wurden bei der Säkularisation der bayerischen Klöster 1803 offenbar nicht wie das übrige Klosterarchiv von den staatlichen Archiven übernommen und kamen über die Sammlung des historisch überaus interessierten Münchner Dompropstes Martin von Deutinger (1789-1854) ins Archiv des Erzbistums. Die vom Archiv des Erzbistums abgegebenen Unterlagen werden künftig in den jeweils zuständigen staatlichen Archiven verwahrt und schließen dort Lücken in der Überlieferung: die Unterlagen der Stiftungsadministration im Staatsarchiv München, die Kaisheimer Professurkunden im Staatsarchiv Augsburg.

Von staatlicher Seite wurden dem Archiv des Erzbistums vielfältige Einzelstücke übergeben. Bei der in den letzten Jahren im Bayerischen Hauptstaatsarchiv vorgenommenen genaueren Analyse der Bestände, in die die Freisinger Archivalien im 19. Jahrhundert eingeteilt worden sind, haben sie sich als zur geistlichen Verwaltung gehörig herausgestellt. Nach der Säkularisation des Hochstifts Freising 1802 war die Trennung zwischen Unterlagen der geistlichen Verwaltung, die bei der Freisinger Bistumsverwaltung verblieben und heute den Altbestand des Archivs des Erzbistums bilden, und solchen der weltlichen Regierung des geistlichen Fürstentums Freising, die mit der Übernahme von dessen Territorien vom neuen Landesherrn übernommen wurden, nicht immer sauber vollzogen worden. Das wurde nun durch den Archivalientausch korrigiert.

Aus dem Hauptstaatsarchiv gingen an das Archiv des Erzbistums 222 Archivalien der geistlichen Regierung des Bistums Freising (Offizialat, Geistlicher Rat beziehungsweise Geistliche Regierung, Generalvikariat) aus den Jahren 1418 bis 1802 mit sehr vielfältiger Thematik. Sie betreffen unter anderem Synoden, Visitationen, kirchliche Ehegerichtsverfahren und Klöster im Bistumsgebiet. Die dem Archiv des Erzbistums übergebenen Unterlagen werden in nächster Zeit in die entsprechenden Verzeichnisse eingearbeitet, dann gescannt und online im Digitalen Archiv des Erzbistums zur Nutzung bereitgestellt.

Kontakt:
Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising
Karmeliterstr. 1 (Eingang Pacellistr.)
80333 München
aub@eomuc.de

Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns
Schönfeldstraße 5
80539 München
Tel. 089/28638-2482
Fax 089/28638-2615
poststelle@gda.bayern.de

Quelle: Erzbistum München und Freising, News, 21.6.2022

Ausstellung über Kirche und Staat in Mittelfranken

In Kooperation mit dem Staatsarchiv Nürnberg hat das Landeskirchliche Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern die Ausstellung „Akt & Gesangbuch“ erstellt. Diese zeigt das historische Verhältnis von Kirche und Staat im heutigen Mittelfranken. Der Eintritt ist frei, die Präsentation kann noch bis zum 15.7.2022 betrachtet werden.

Seit Frühjahr 2020 hat das Staatsarchiv Nürnberg während der Sanierung und Erweiterung seiner Gebäude in der Archivstraße 17 die meisten Bestände vor 1800 in angemietete Magazine des Landeskirchlichen Archivs Nürnberg auslagert. Ein Gutteil der Exponate befindet sich demnach temporär unter einem Dach.

Angesichts der beiden Archivträger bot sich als Thema eine Betrachtung des Verhältnisses von Kirche und Staat an. Das Landeskirchliche Archiv verwahrt kirchliche Unterlagen aus dem gesamten Freistaat. Das Staatsarchiv Nürnberg ist für die schriftliche Überlieferung der staatlichen Behörden und Gerichte in Mittelfranken zuständig. Daher wurde das Thema räumlich begrenzt: „Kirche und Staat in Mittelfranken“.


Abb.: Impressionen der Ausstellung (Foto: Landeskirchliches Archiv Nürnberg)

Zeitlich reichen die Exponate von der Reformationszeit bis in die Gegenwart. An ausgewählten Beispielen werden sowohl gegenseitige Nähe als auch Konflikte zwischen Staat und Kirche deutlich. Nähe zeigt sich beispielsweise bei der Einführung der Reformation, im 18. Jahrhundert beim Bau zahlreicher Kirchen im Markgraftum Brandenburg-Ansbach, die heute Markgrafenkirchen genannt werden, sowie nach 1800 im Schulwesen und bei der Beteiligung der Pfarrer an Impfaktionen. Konflikte traten sowohl im Zeitalter des Absolutismus auf mit der lebenslangen Haft eines ansbachischen Hofpredigers und Beichtvaters als auch in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur mit Gefängnisstrafen gegen Pfarrer wegen Äußerungen, die aus heutiger Sicht eher harmlos wirken. Ebenso kam es zu Reibungen beim Übergang fränkischer Territorien zum Königreich Bayern nach 1806.

Öffnungszeiten:
Montag bis Mittwoch 9-17 Uhr, Donnerstag 9-20 Uhr, Freitag 9-13 Uhr.

Ausstellungsort:
Landeskirchliches Archiv der ELKB
Veilhofstraße 8
90489 Nürnberg
https://www.archiv-elkb.de/

Der reich bebilderte Ausstellungskatalog (116 Seiten) kostet 7,50 Euro und kann über das Landeskirchliche Archiv bezogen werden (archiv@elkb.de). Führungen können ebenfalls über archiv@elkb.de vereinbart werden.

Quelle: GDA Bayern, Aktuelles; Sonntagsblatt 360°, 10.6.2022

Lichtbildschätze! Wunstorf in historischen Fotografien

Das Bild der Stadt Wunstorf in der Region Hannover und ebenso das Leben der Wunstorferinnen und Wunstorfer hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Ein schneller Wandel begleitet uns auch heute und in der Zukunft. Täglich passiert Neues, fortwährend müssen sich die Menschen anpassen und mit der Zeit gehen. Eile ist das Gebot zu jeder Stunde, Zeit zur Besinnung fehlt.

Dabei gerät leicht in Vergessenheit, wie wir noch vor wenigen Jahrzehnten gelebt haben, wie Wunstorf und die heute dazu gehörigen Ortschaften noch vor 60 oder 70 Jahren ausgesehen haben. Zum Fest des Stadt- und Stiftsjubiläums Wunstorf am 18.6.2022 präsentierte das Stadtarchiv Wunstorf eine Fotoausstellung von Alltagsbildern vorwiegend aus den 1950er und 1960er Jahren.

Unserer Erinnerung auf die Sprünge zu helfen, uns die Welt von gestern zu vergegenwärtigen – dazu soll die Ausstellung „Lichtbildschätze. Wunstorf in historischen Fotografien“ dienen.

Die Ausstellung konzentriert sich vor allem auf das Alltagsleben, weniger auf große historische Ereignisse oder Zäsuren. Die Schule, das Arbeitsleben, die Verkehrswege und -mittel dorthin und ähnliche, scheinbar banale Themen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Doch die Fotos ermöglichen interessante Erkenntnisse und Antworten auf Fragen: Wie sahen die Schulkinder früher aus? Wie lange wurden noch Hausbrunnen oder Windmühlen genutzt? Welche Fabriken und Produktionsbetriebe gab es? Wie sah es 1950 oder 1960 auf den Straßen aus?


Abb.: Frauenarbeit: Konfitüren-Abfüllung bei der „Solo“ (Foto: Frohwalt Boedtger, Stadt Wunstorf).

Die Öffnungszeiten und weitere Informationen sind dem obigen Flyer zu entnehmen.

Kontakt:
Stadtarchiv Wunstorf
Rathaus Gebäude A
Südstr. 1
Tel.: 05031/101-242
Stadtarchiv@wunstorf.de

Quelle: Stadt Wunstorf, Stadtgeschichte, Aktuelles, Juni 2022

Plauen 900: Erinnerungen einer Stadt in Bild und Schrift

Die Große Kreisstadt Plauen im Südwesten des Freistaates Sachsen ist Kreisstadt des Vogtlandkreises. 2022 ist es 900 Jahre her, dass Plauen als „plawe“ in der Weiheurkunde der St. Johanniskirche erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Jahr 2022 steht unter dem Motto Plauen900.

Kann eine Stadt sich erinnern? Wenn ja, dann ist ihr Archiv das Gedächtnis! Neun Jahrhunderte öffnen sich der Öffentlichkeit anhand ausgewählter Quellen des Stadtarchivs Plauen. In der neuen Jahresausstellung sind herausragende wie auch vermeintlich alltägliche Momente der Stadtgeschichte Plauens nacherzählt und visualisiert (Link: Aus der Stadtchronik Plauen). Am 16.6.2022 fand die offizielle Vernissage statt.


Abb.: Im Rahmen der Ausstellung »Plauen 900 – Erinnerungen einer Stadt in Bild und Schrift« wird außerdem bis zum 15.7.2022 die Weiheurkunde von 1122 präsentiert (Foto: Stadt Plauen).

Ausstellungslaufzeit „Plauen 900“: bis 27.4.2023

Öffnungszeiten:
Dienstags: 9 – 18 Uhr
Mittwochs: 9 – 15 Uhr
Donnerstags: 9 – 17 Uhr

Spitzenfest:
Freitag, 17. Juni 2022, 10–15 Uhr
Samstag, 18. Juni 2022, 10–17 Uhr
Sonntag, 19. Juni 2022, 10–13 und 16–19 Uhr (Schließung während des Festumzugs)

Lange Nacht der Muse(e)n:
Freitag, 24. Juni 2022, 18–1 Uhr

Zusätzlich:
Sonntag, 26. Juni 2022, 13–16 Uhr (Festveranstaltung Plauen 900)
Freitag, 1., 8. und 15. Juli, 9–15 Uhr

Zum 900-jährigen Jubiläum Plauens erschien Ende 2021 die Überblicksdarstellung der wechselvollen Stadtgeschichte: Plauen 900 – Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Auf 512 Seiten sind 310 Abbildungen zur Stadtgeschichte zu finden.

Kontakt:
Stadtarchiv Plauen
Doris Meijler, Fachgebietsleiterin Archiv
Unterer Graben 1
08523 Plauen
Telefon: +49 3741 291-1440
Fax: +49 3741 291-31440
doris.meijler@plauen.de
www.plauen.de/stadtarchiv

Quelle: Stadt Plauen, Plauener Stadtnachrichten, 17.6.2022

Neuer Kreisarchivar im Zollernalbkreis

Dr. Uwe Folwarczny übernahm zum 1.5.2022 die Leitung des Kreisarchivs beim Landratsamt Zollernalbkreis. Der gebürtige Berliner trat die Nachfolge von Dr. Andreas Zekorn an, der ab September nach mehr als 30 Dienstjahren in Pension gehen wird.


Abb.: Landrat Günther-Martin Pauli (rechts im Bild) und Dr. Andreas Zekorn (links) begrüßen Dr. Uwe Folwarczny im Zollernalbkreis (Foto: Zollernalbkreis).

Folwarczny, Jahrgang 1985, studierte Neuere und Neuste Geschichte, mittelalterliche Geschichte und Politikwissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und an der Eberhard Karls Universität in Tübingen. 2019 legte er seine Promotion (Thema: Lutherische Orthodoxie und konfessioneller Pragmatismus. Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg zwischen Dynastie, Territorien und Reich) an der Universität Potsdam und 2020 die Archivarische Staatsprüfung an der Archivschule in Marburg ab. Zuletzt war Dr. Uwe Folwarczny, ein Berliner mit mährischen Wurzeln, als Referent der Direktion am Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin tätig.

„Bereits während meiner Studienzeit in Tübingen lernte ich den Zollernalbkreis und seine reiche wie vielfältige Geschichte kennen“, berichtet Dr. Uwe Folwarczny. Unter anderem dies hat ihn dazu bewogen, sich auf die deutschlandweit ausgeschriebene Stelle zu bewerben und nun mit seiner Familie in den Zollernalbkreis zu ziehen. „Mit meiner Arbeit möchte ich zeigen, dass Archivarbeit gerade im digitalen Zeitalter keineswegs verstaubt ist, sondern Grundlage für das kulturelle Gedächtnis der Region bis ins 21. Jahrhundert ist“, so Folwarczny weiter.

„Durch die zeitnahe Nachbesetzung können wir einen reibungslosen Übergang im Kreisarchiv gestalten“, betont Landrat Günther-Martin Pauli. „Dabei wollen wir Bewährtes beibehalten und gleichzeitig die Chancen der Digitalisierung nutzen und damit neue Impulse in der Heimatgeschichte setzen“. Elf Bewerbungen waren auf die Stellenausschreibung eingegangen.

Neben der Archivierung der im Landratsamt entstandenen Unterlagen und Akten werden Unterlagen von besonderer rechtlicher oder historischer Bedeutung im Archiv verwahrt. Mehr als 1.100 laufende Meter Schriftgut – die ältesten Dokumente datieren aus dem Jahre 1596 – lagern in den Regalen des Kreisarchivs. – Folwarcznys Vorgänger Andreas Zekorn werde „große Fußstapfen hinterlassen“, sagt der neue Archivleiter. Sie auszufüllen, werde voraussichtlich Jahre dauern. Sein Vorgänger habe hier „ein wunderbares Team aufgebaut“, die Mitarbeiter seien „motiviert, kompetent, bei Fragen für einen da“. Zekorn werde als Vorsitzender der Heimatkundlichen Vereinigung Zollernalb bei offenen Fragen überdies stets erreichbar sein.

Kontakt:
Kreisarchiv Zollernalbkreis
Hirschbergstraße 29
72336 Balingen
Tel.: 07433 921145
FAX: 07433 921666
kreisarchiv@zollernalbkreis.de

Quelle: Zollernalbkreis, Aktuelles / Nachrichten, 18.5.2022; Schwarzwälder Bote, 27.5.2022; Schwarzwälder Bote, 28.1.2022

Historisches Archiv der Olma Messen St. Gallen zugänglich

Die OLMA Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung (bis 1945 Ostschweizerische Land- und Milchwirtschaftliche Ausstellung, 1946-2003 OLMA, Schweizer Messe für Land- und Milchwirtschaft) ist eine seit 1943 – in der Regel – jährlich durchgeführte landwirtschaftliche Messe in St. Gallen. Ursprünglich hatte die OLMA mit Milchwirtschaft, Acker- und Obstbau, Gewerbe, sowie gewerbliche Maschinen und Geräte vier thematische Schwerpunkte. Außerdem wurden Vieh und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge präsentiert und angeboten.


Abb.: Werbeplakat für die kantonale landwirtschaftliche Ausstellung in St. Gallen vom 20.-24. September 1907 (Carl August Liner (CH, 1871 – 1946) – https://www.emuseum.ch/objects/211821/kantonale-landwirtschaftl-ausstellung-stgallen–1907).

Anfang 2020 übergab die Genossenschaft Olma Messen St. Gallen ihre umfangreichen historischen Unterlagen dem Staatsarchiv des Kantons St. Gallen. Die Bestände sind eine bedeutende Quelle für die Regional- und Mentalitätsgeschichte der Ostschweiz. Mittlerweile ist die Erschließung der Akten, Plakate und Objekte abgeschlossen. Im Lesesaal des Staatsarchivs St. Gallen können Interessierte nun das ganze Jahr in OLMA-Erinnerungen eintauchen.

Das Archiv der Olma Messen dokumentiert die reiche Palette des Unternehmens an Publikums-, Fach- und Gastmessen. Thematisch reichen die Unterlagen entlang der verschiedenen Messen von der Landwirtschaft und Volkskultur über die Freizeit bis hin zur Liebe und Romantik.

Quelle für Regional- und Mentalitätsgeschichte
Anhand von Unterlagen wie den Protokollen von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung oder den Ausstellungskatalogen lässt sich die Unternehmensgeschichte in all ihren Facetten rekonstruieren. Und die Dossiers zu den Gastkantonen der OLMA beleuchten den freundeidgenössischen Austausch. Insgesamt ist das Messe-Archiv mit seiner wirtschaftshistorischen Bedeutung eine äußerst wert- und reizvolle Quelle für die Regional- und Mentalitätsgeschichte der Ostschweiz. Als wichtiges Kulturgut ergänzt es die Bestände des Staatsarchivs in idealer Weise.

Vom OLMA-Plakat bis zum Ehrengastabzeichen
Damit das Archiv von der interessierten Öffentlichkeit genutzt werden kann, hat das Staatsarchiv in St. Gallen die Unterlagen gesichtet und geordnet, archivgerecht verpackt und in der Archivdatenbank detailliert verzeichnet. Das 61 Laufmeter umfassende Aktenarchiv wird durch 600 Plakate der Publikums- und Fach­messen sowie einer Vielzahl von Erinnerungsobjekten ergänzt. Letztere reichen von den begehrten Stallplaketten bis zu den Ehrengastabzeichen für den OLMA-Umzug.

Einzig die Fotoliebhaberinnen und -liebhaber müssen sich noch etwas gedulden: Das ebenfalls vom Staatsarchiv übernommene Bildarchiv der Olma Messen wird gegenwärtig in einem aufwendigen Projekt erschlossen und digitalisiert. Die Arbeiten zur Erschließung wurden grösstenteils aus dem Lotteriefonds finanziert.

Kontakt:
Staatsarchiv St.Gallen
Regierungsgebäude, Klosterhof 1
CH-9001 St.Gallen
Tel.: +41 (0) 58 229 32 05
https://www.sg.ch/kultur/staatsarchiv.html

Quelle: Kanton St. Gallen, News, 16.6.2022; Art. OLMA Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung, in: Wikipedia, 14.5.2022

#Last Seen. Bilder der NS-Deportation

Wanderausstellung nun im Innenhof des Stadtarchivs Stuttgart.

Die Bilder der Deportationen aus dem Deutschen Reich zwischen 1938 und 1945 stehen im Zentrum von „#LastSeen. Bilder der NS-Deportationen“. Die Initiative #LastSeen ruft alle Interessierten dazu auf, bisher unbekannte zeitgenössische Fotografien und Filme von NS‐Deportationen zu suchen, sei es in öffentlichen oder privaten Archiven. Ziel ist es, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu unterstützen, Personen, Orte und Kontexte bekannter Bilder zu identifizieren. Dafür sind eine gute Ortskenntnis und lokale Recherchen notwendig.


Abb.: Fotograf*in unbekannt, Stadtarchiv München DE-1992-FS‐NS-00013.

Mit einem historischen LKW (siehe Abb. unten) als Ausstellungsraum ist „#LastSeen. Bilder der NS‐Deportationen“ seit Januar 2022 auf Tour. Die Wanderausstellung macht darauf aufmerksam, dass viele Plätze und Wege, von denen aus Menschen deportiert wurden, heute noch das Stadtbild prägen. Die Besucherinnen und Besucher sollen angeregt werden, sich auf die Suche nach weiteren Bildern und Informationen an diesen Orten zu machen.

Die Ausstellung im Innenhof des Stadtarchivs Stuttgart, Bellingweg 21, ist bis zum 24.6.2022 werktäglich frei zugänglich von 9 bis 19 Uhr.

Die nächsten Standort der Ausstellung:

Kontakt:
Arolsen Archives
International Center on Nazi Persecution
Große Allee 5-9
34454 Bad Arolsen

Kontakt zur Projektleitung:
Dr. Alina Bothe
lastseen@arolsen-archives.org
https://lastseen.arolsen-archives.org/

#LastSeen_Dein LiFE from Arolsen Archives on Vimeo.

Quelle: Stadt Stuttgart, Veranstaltungen.

Deutsche Archive im digitalen Zeitalter

Partizipation, Offenheit, Transparenz.

Zahlreiche Archive bekennen sich mittlerweile zum Grundgedanken der Offenheit, zu partizipativen und nutzerorientierten Zielen, zur Nutzung digitaler Werkzeuge. Mit Gründung der Konferenzreihe „Offene Archive“ hat sich eine Gruppe von Archivarinnen und Archivaren 2012 aufgemacht, die digitale Zukunft von Archiven in Deutschland besser zu gestalten. Das Konferenzblog hat sich als Plattform für das deutsche Archivwesen etabliert. Zeit für eine Rückschau, Statusbetrachtung und Zukunftsplanung.


Abb.: Das Buch „Deutsche Archive im digitalen Zeitalter“ (DOI: 10.3224/96665033) ist kostenlos im Open Access (PDF) herunterladbar oder kostenpflichtig als Print-Ausgabe erhältlich. Der Titel steht unter der Creative Commons Lizenz Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)

Das Buch basiert auf fachlichen und praxisnahen Beiträgen des Blogs und setzt sich mit digitalen Themen wie der Implementierung und Nutzung von Sozialen Medien und Blogs, Möglichkeiten der partizipativen Nutzer- und Nutzerinnenkontakte sowie der technischen Umsetzbarkeit von (Open-)Online-Tools für die klassischen Archivaufgaben auseinander.

Das Buch soll die Gründe der Genese des Blogs und die diskutierten Themen systematisch in den Blick nehmen, aber auch die Veränderungen seither messen. Die Kapitel enthalten zentrale, einschlägige Blog-Beiträge. Dabei wird auch die Genese bestimmter Problematiken in den letzten 10 Jahren abgebildet. Die Kapitel werden durch kurze (Gast-)Beiträge von Expertinnen und Experten eingeleitet. Um nicht nur über Partizipation zu schreiben, sondern sie auch mit oder trotz Buch zu leben, sollen zu jedem Artikel die dazugehörigen QR-Codes direkt zu den Beiträgen im Blog führen. Das Buch ist zwar statisch, es will aber deutlich machen, dass die Diskussion es nicht ist und ein Weiterführen der Diskussionen ausdrücklich erwünscht ist.

Das Buch führt so die Interaktivität des Blogs fort. Das Buch ist als erstes Fachbuch zu diesem zentralen Thema im deutschen Archivwesen zu verstehen.

Info:
Deutsche Archive im digitalen Zeitalter.
Partizipation, Offenheit, Transparenz
hg. v. Antje Diener-Staeckling, Dagmar Hovestädt, Joachim Kemper, Patricia Lenz
Verlag Barbara Budrich
Paperback 54€
PDF 0€
Erscheinungsdatum : 13.06.2022
ISBN: 978-3-96665-033-5

Links:

Die Herausgeberinnen und Herausgeber:
Dr. Antje Diener-Staeckling, LWL-Archivamt für Westfalen, Münster
Dagmar Hovestädt, Bundesarchiv, Stasi-Unterlagen-Archiv, Berlin
Dr. Joachim Kemper, Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg
Patricia Lenz, Archivarin, Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen