nestor-Handbuch Langzeitarchivierung 2.3

Die neue Version 2.3 vom nestor-Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung steht zum Download bereit:
http://nestor.sub.uni-goettingen.de/handbuch/index.php
nestor-Handbuch:
Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung, Version 2.3 – 2010
Herausgegeben von: Heike Neuroth, Achim Oßwald, Regine Scheffel, Stefan Strathmann, Karsten Huth
Download (8,5 MB)
Das Handbuch (Version 2.0) ist auch als gedruckte Ausgabe zum Preis von 24,90€ beim vwh Verlag zu bestellen.
Gliederung

Vorwort
Heike Neuroth
1 Einführung
Hans Liegmann †, Heike Neuroth
2 State of the Art
2.1 Einführung
Regine Scheffel
2.2 LZA-Aktivitäten in Deutschland aus dem Blickwinkel von nestor
Mathias Jehn, Sabine Schrimpf
2.3 Bibliotheken
Mathias Jehn, Sabine Schrimpf
2.4 Archive
Christian Keitel
2.5 Museum
Winfried Bergmeyer
3 Rahmenbedingungen für die LZA digitaler Objekte
3.1 Einführung
Stefan Strathmann
3.2 Nationale Preservation Policy
Stefan Strathmann
3.3 Institutionelle Preservation Policy
Stefan Strathmann
3.4 Verantwortlichkeiten
Natascha Schumann
3.5 Auswahlkriterien
Karsten Huth, Andrea Hänger, Heidrun Wiesenmüller
4 Das Referenzmodell OAIS – Open Archival Information System
4.1 Einführung
Achim Oßwald
4.2 Das Referenzmodell OAIS
Nils Brübach
4.3 Die Überarbeitung und Ergänzung des OAIS
Nils Brübach
5 Vertrauenswürdigkeit von digitalen Langzeitarchiven
5.1 Einführung
Susanne Dobratz, Astrid Schoger
5.2 Grundkonzepte der Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit
Susanne Dobratz, Astrid Schoger
5.3 Praktische Sicherheitskonzepte
Siegfried Hackel, Tobias Schäfer, Wolf Zimmer
5.4 Kriterienkatalog für vertrauenswürdige digitale Archive
Susanne Dobratz, Astrid Schoger
6 Metadatenstandards im Bereich der digitalen LZA
6.1 Einführung
Mathias Jehn
6.2 Metadata Encoding and Transmission Standard – Einführung und Nutzungsmöglichkeiten
Markus Enders
6.3 PREMIS
Olaf Brandt
6.4 LMER
Tobias Steinke
6.5 MIX
Tobias Steinke
7 Formate
7.1 Einführung
Jens Ludwig
7.2 Digitale Objekte und Formate
Stefan E. Funk
7.3 Auswahlkriterien
Jens Ludwig
7.4 Formatcharakterisierung
Stefan E. Funk, Matthias Neubauer
7.5 File Format Registries
Andreas Aschenbrenner, Thomas Wollschläger
8 Digitale Erhaltungsstrategien
8.1 Einführung
Stefan E. Funk
8.2 Bitstream Preservation
Dagmar Ullrich
8.3 Migration
Stefan E. Funk
8.4 Emulation
Stefan E. Funk
8.5 Computermuseum
Karsten Huth
8.6 Mikroverfilmung
Christian Keitel
9 Access
9.1 Einführung
Karsten Huth
9.2 Workflows für den Objektzugriff
Dirk von Suchodoletz
9.3 Retrieval
Matthias Neubauer
9.4 Persistent Identifier (PI) – ein Überblick
Kathrin Schroeder
9.4.1 Der Uniform Resource Name (URN)
Christa Schöning-Walter
9.4.2 Der Digital Object Identifier (DOI)
Jan Brase
10 Hardware
10.1 Einführung
Stefan Strathmann
10.2 Hardware-Environment
Dagmar Ullrich
10.3 Datenträger und Speicherverfahren für die digitale Langzeitarchivierung
Rolf Däßler
10.3.1 Magnetbänder
Dagmar Ullrich
10.3.2 Festplatten
Dagmar Ullrich
11 Speichersysteme mit Langzeitarchivierungsanspruch
11.1 Einführung
Heike Neuroth
11.2 Repository Systeme – Archivsoftware zum Herunterladen
Andreas Aschenbrenner
11.3 Speichersysteme mit Langzeitarchivierungsanspruch
Karsten Huth, Kathrin Schroeder, Natascha Schumann
12 Technischer Workflow
12.1 Einführende Bemerkungen und Begriffsklärungen
Reinhard Altenhöner
12.2 Workflow in der Langzeitarchivierung: Methode und Herangehensweise
Reinhard Altenhöner
12.3 Technisches Workflowmanagement in der Praxis: Erfahrungen und Ergebnisse
Reinhard Altenhöner
12.4 Systematische Planung von Digitaler Langzeitarchivierung
Christoph Becker, Carmen Heister, Hannes Kulovits, Andreas Rauber
13 Tools
13.1 Einführung
Stefan Strathmann
13.2 Plato
Christoph Becker, Carmen Heister, Hannes Kulovits, Andreas Rauber
13.3 Das JSTOR/Harvard Object Validation Environment (JHOVE)
Stefan E. Funk
13.4 Die kopal Library for Retrieval and Ingest (koLibRi)
Stefan E. Funk
14 Geschäftsmodelle
14.1 Einführung
Achim Oßwald
14.2 Kosten
Frank Dickmann, Thomas Wollschläger
14.3 Service- und Lizenzmodelle
Frank Dickmann, Thomas Wollschläger
15 Organisation
15.1 Einführung
Sven Vlaeminck
15.2 Perspektiven der Beschreibung
Christian Keitel
16 Recht
16.1 Einführung
Mathias Jehn
16.2 Rechtliche Aspekte
Arne Upmeier
16.3 Langzeitarchivierung wissenschaftlicher Primärdaten
Tobias Hillegeist, Gerald Spindler
17 Vorgehensweise für ausgewählte Objekttypen
17.1 Einführung
Regine Scheffel
17.2 Textdokumente
Karsten Huth
17.3 Bilddokumente
Markus Enders
17.4 Multimedia/Komplexe Applikationen
Winfried Bergmeyer
17.5 Video
Dietrich Sauter
17.6 Audio
Winfried Bergmeyer
17.7 Langzeitarchivierung und -bereitstellung im E-Learning-Kontext
Tobias Möller-Walsdorf
17.8 Interaktive digitale Objekte
Dirk von Suchodoletz
17.9 Web-Archivierung zur Langzeiterhaltung von Internet-Dokumenten
Hans Liegmann †, Andreas Rauber
17.10 Digitale Forschungsdaten
Jens Klump
17.11 Computerspiele
Karsten Huth
17.12 E-Mail Archivierung
Karin Schwarz
18 Praxisbeispiele
18.1 Einführung
Regine Scheffel
18.2 Langzeitarchivierung von elektronischen Publikationen durch die Deutsche Nationalbibliothek
Maren Brodersen, Sabine Schrimpf
18.3 Langzeitarchivierung eines digitalen Bildarchivs – Projekt zum Aufbau eines Langzeitarchivs für hochaufgelöste digitale Bilddateien des Staatsgalerie Stuttgart am BSZ
Werner Schweibenz, Stefan Wolf
18.4 ARNE – Archivierung von Netzressourcen des Deutschen Bundestages
Angela Ullmann
19 Qualifizierung im Themenbereich \“Langzeitarchivierung digitaler Objekte\“
Heike Neuroth, Achim Oßwald, Regine Scheffel
20 Anhang

Gewerbe vor den Stadtmauern Wiens

Bis 1858 war Wiens Innenstadt von mächtigen Verteidigungsanlagen umgeben. Vor den massiven Festungsmauern lag eine mehrere hundert Meter breite Grünfläche, die im Ernstfall ein freies Schussfeld auf Angreifer gewährleisten sollte. Obwohl eine Bebauung dieser "Gstätten" verboten war, wurde die verkehrsgünstig gelegene Fläche schon bald für Lagerstätten, Märkte und Gewerbe genutzt.

Am Rande des Glacis sind auf dem Plan mehrere öffentliche Einrichtungen verzeichnet, unter anderem militärische Einrichtungen wie die Heumarktkaserne und die Alserkaserne, den Standort der ungarischen Garde und die k.k. Stallungen. An der Landstraße ist das Johannesspital verzeichnet, das zuerst als Armen- und Versorgungshaus fungierte und ab 1787 – nunmehr als "Invalidenhaus" – Kriegsinvaliden beherbergte.

Ein im Wiener Stadt- und Landesarchiv aufbewahrter Plan der Kartographischen Sammlung mit der Nummer 117 veranschaulicht die verschiedenen gewerblichen Nutzungen im Jahr 1817. Der Plan zeigt eine erstaunliche Vielfalt an Obstmärkten, Schießpulverhütten, Steinmetzlagern und vielem mehr.

In der Kleinausstellung "Von der Gstätten zum Stadtpark. Zur Nutzung der Flächen vor den Wiener Stadttoren vom 16. bis zum 19. Jahrhundert" werden die unterschiedlichen Nutzungen des Glacis anschaulich präsentiert. Als Grundlage dient das umfangreiche Kartenmaterial des Wiener Stadt- und Landesarchivs. Plan 117 der Kartographischen Sammlung, der die verschiedenen Nutzungen des Glacis  aufzeigt, wird in einer Vitrine gezeigt. Die Ausstellung ist vom 4. Juni bis 1. Oktober 2010 im Foyer des Archivs zu besuchen. Der Eintritt ist kostenlos, ein Katalog zur Ausstellung liegt zur freien Entnahme auf.

Links:

Kontakt:
Magistratsabteilung 8
Wiener Stadt- und Landesarchiv
Guglgasse 14, 5. Stock, Top 508
Eingang: Gasometer D (Zugang von Gasometer A)
1110 Wien
Telefon +43 1 4000 84808
Fax +43 1 4000 84809
post@ma08.wien.gv.at
www.archiv.wien.at

Quelle: Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien, Pressemitteilung, 23.7.2010

Bibliothek des Siegburger Kreisarchivs schließt zeitweilig

Die wissenschaftliche Bibliothek des Archivs des Rhein-Sieg-Kreises ist ab Montag, den 2. August 2010, wegen Reparaturarbeiten am Estrich bis auf weiteres für Besucher geschlossen. In dringenden Fällen können sich Interessenten unter der Rufnummer 02241 – 13 2928 direkt an die Mitarbeiter des Kreisarchivs wenden.

Beim Einbau der Rollregalanlage Anfang 2010 war man davon ausgegangen, dass es sich beim Bodenaufbau im Kreisarchiv, wie in den meisten Räumen des Kreishauses auch, um einen so genannten Verbundestrich handelt. Auf eine genauere Untersuchung des Estrichs hatte man, nachdem die Stahlbetondecke statisch geprüft worden war, verzichtet. Tatsächlich befindet sich jedoch zwischen Betondecke und Estrich eine Trennschicht, sodass die hohen Punktbelastungen der Regale den Estrich haben brechen lassen. Um den Schaden zu beheben müssen die Regale nun ausgebaut werden.

Sobald die Reparaturarbeiten abgeschlossen sind, steht die Bibliothek wie gewohnt zu den üblichen Öffnungszeiten wieder zur Verfügung. Über den genauen Zeitpunkt wird rechtzeitig informiert. Weitere Informationen erteilen das

Archiv und die Wissenschaftliche Bibliothek des Rhein-Sieg-Kreises
– Der Landrat –
Kaiser-Wilhelm-Platz 1
53721 Siegburg
Telefon 02241/13-2928
archiv@rhein-sieg-kreis.de

Übliche Öffnungszeiten Lesesaal Montag – Freitag: 08.30 Uhr – 12.30 Uhr Montag – Donnerstag: 13.30 Uhr – 16.00 Uhr

Quelle: Rhein-Sieg-Kreis, Pressestelle, Siegburg, 23.7.2010

Sammler zur Geschichte und Gegenwart Zetels

Bernd Harms ist Archivar der Gemeinde Zetel. Als er seine Tätigkeit vor vier Jahren aufnahm, fand er zwei Kartons mit Anmelderegistern und Ergebnissen einer Volkszählung. Heute platzt sein Büro im Stolle-Haus am Ohrbült aus allen Nähten, wie die NWZ berichtet. Harms sammelt ohne Unterlass Zeugnisse der Vergangenheit und Gegenwart und hat inzwischen soviel zusammen getragen, dass ein Teil seiner „Schätze“ schon in Räumlichkeiten der Grundschule ausgelagert werden mussten: Chroniken, Festzeitschriften, Zeitungen, Plakate, Postkarten.

In Diepholz ließ sich Harms 2006 von einem Fachmann in die Geheimnisse des Archivierens einweihen. Inzwischen hat er auf seinem Computer ein modernes Archivprogramm. Ebenfalls unverzichtbar ist für ihn der Fotoapparat, den er stets bei sich führt und mit dessen Aufnahmen er seine dokumentarischen Bestände erweitert. Auch aus Privatbesitz erhält Harms Unterlagen, wobei er nicht den Anspruch erhebt, die Originale im Stolle-Haus zu deponieren. Wenn die Unterlagen im Familienbesitz bleiben sollen, dann kopiert Harms sie eben.

Eines steht für Bernd Harms nach vierjähriger Tätigkeit im Stolle-Haus fest: „Es macht Spaß, im Archiv der Gemeinde zu arbeiten!“

Kontakt:
Gemeindeverwaltung Zetel
– Gemeindearchiv –
Bernd Harms
Ohrbült 1
26340 Zetel
Telefon: 04453/935-257
archiv@zetel.de

Quelle: Dagmar De Levie, NWZ Online.

Großes Interesse am geöffneten Archiv in Hausen

Auf Einladung des Hausener Kultur- und Bürgervereins hielt Jörg Martin, seit knapp einem Jahr Archivar von Bad Krozingen und Staufen, einen Vortrag zur Geschichte der Möhlingemeinde. Jörg Martin hatte im vergangenen Jahr 260 Arbeitsstunden investiert, um Dokumente, Protokolle, Verträge und andere Archivalien des Hausener Archivs zu sichten und zu ordnen.

Bislang herrschte in Hausen und selbst beim Kulturamt die Ansicht vor, dass es über Hausen "doch gar nichts" gebe. Doch Jörg Martin ist während der Archivarbeit so manches Interessante in die Hände gekommen, wovon er beim gut besuchten Vortrag berichten konnte, beginnend mit einer urkundlichen Erwähnung Hausens aus dem Jahr 1444, als die Gemeinde aus unbekannten Gründen ein Darlehen aufnahm.

Link: www.kultur-buergerverein-hausen.de

Kontakt:
Gemeindearchiv Bad Krozingen
Basler Str. 30
79189 Bad Krozingen
Tel.: (07633) 407-69
Fax: (07633) 407-57
kulturamt@bad-krozingen.de
www.bad-krozingen.de

Quelle: Martina Faller, Badische Zeitung, 29.6.2010

Kompakte Stadtgeschichte von Konstanz

Der Historiker Gert Zang hat die „Kleine Geschichte der Stadt Konstanz“ geschrieben. Im Stadtarchiv Konstanz stellte er sie vor rund 100 Besuchern vor und sprach dabei über 2.000 Jahre Liebe und Gewalt in der Bodenseemetropole. Unter anderem präsentierte der Historiker den ersten überlieferten Seitensprung in der Stadt und wie daraus ein „Schneekind“ entstanden war.

Seine jetzt erschienene Stadtgeschichte ist klassisch chronologisch aufgebaut und führt in neun Kapiteln von der Siedlung um den Bischofssitz zum Wachstum der Stadt nach dem Krieg. Gert Zang forscht seit dreißig Jahren zur Regionalgeschichte. Der Historiker war Lehrbeauftragter für Geschichte an der Universität Konstanz und Archivar im Kulturamt des Bodenseekreises. Er hat viele Aufsätze zur Geschichte des Bodenseeraums geschrieben und zwei Bände zur Geschichte der Stadt Konstanz im 19. Jahrhundert.

Info:
Gert Zang
Kleine Geschichte der Stadt Konstanz
G. Braun Buchverlag, Karlsruhe  2010
ISBN 978-3-7650-8588-8
19,90 Euro.

Quelle: Südkurier, 23.7.2010

VdA-Mitbegründer Moderhack verstorben

Am 14. Juli 2010 verstarb im Alter von 102 Jahren Archivdirektor a.D. Dr. Richard Moderhack. Der am 14. Oktober 1907 in Berlin geborene Handwerkersohn studierte in seiner Heimatstadt Geschichte, Germanistik, Anglistik und Philosophie. Einige Jahre nach der Promotion (1932) absolvierte er 1936/37 als ordentliches Mitglied des Institutes für Archivwissenschaft (IfA) beim Preußischen Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem seine archivarische Ausbildung.

Moderhack war im preußischen Archivdienst tätig, bevor er als Soldat am Zweiten Weltkrieg teilnahm. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er an das Stadtarchiv Braunschweig berufen, für dessen Wiederaufbau er sich engagiert einsetzte. Bereits 1946 gründete er gemeinsam mit Dr. Bernhard Vollmer (1886-1958) den Verein deutscher Archivare (VdA). Von 1956 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1970 wirkte Moderhack als Direktor des Braunschweiger Stadtarchivs.

Link:

Quelle: VdA, Traueranzeige, 19.7.2010

AOK sichert historisches Schriftgut im Kreisarchiv Borken

Einen auf den ersten Blick ungewöhnlichen Dokumentenschatz hat jetzt die AOK-Regionaldirektion Steinfurt/Borken an das Kreisarchiv Borken übergeben. Im Keller des Kreishauses sind nun zum Beispiel Protokollbücher der leitenden Gremien der Ortskrankenkassen, Unterlagen zu den Sozialwahlen, Satzungen, Haushaltspläne, Rechnungsunterlagen und Geschäftsberichte der ehemaligen Ortskrankenkassen im Kreis zu finden. „Diese Unterlagen bieten Forschern viele interessante Möglichkeiten", erklärt Landrat Dr. Kai Zwicker. „Die Dokumente geben einen Einblick in die Geschichte des Gesundheitswesens und gleichzeitig der Wirtschaft im Westmünsterland." Der Landrat dankte dem LWL-Archivamt für Westfalen für die Sichtung und Ordnung der Dokumente. Finanziert hat diese Arbeit die AOK. Winfried Sessing von der Regionaldirektion Steinfurt/Borken der AOK war bei der Übergabe dabei.

\"Hans-Jürgen

Foto: Hans-Jürgen Höötmann (Mitte) und Nicola Bruns (2. v.r.) vom LWL-Archivamt übergaben die Dokumente mit Winfried Sessing von der AOK-Regionaldirektion Steinfurt/Borken (2.v.l.) an Landrat Dr. Kai Zwicker und Archivleiterin Renate Volks-Kuhlmann (Foto: Kreis Borken)

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen in Westfalen-Lippe wurden nach Inkrafttreten des Bismarckschen Krankenversicherungsgesetzes 1884 auf der Ebene der Gemeinden gegründet. Im Laufe der Zeit wurden sie zu immer größeren Verwaltungsstellen zusammengelegt und passten sich so in etwa dem Zuschnitt der Kreise und kreisfreien Städte an. Die einzelnen Kassen waren bis zu ihrer Fusion zur AOK Westfalen-Lippe im Jahr 1994 rechtlich selbstständig und besaßen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung auf lokaler und regionaler Ebene eine starke Stellung.

„Daher ist eine Sicherung der Überlieferung der ehemals selbstständigen Kassen und die damit verbundene Ermöglichung sozial- und wirtschaftsgeschichtlicher Forschungen von hohem Wert", betont Hans-Jürgen Höötmann vom Archivamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Seine Kollegin Nicola Bruns übernahm im Kreis Borken die Aufbereitung des historischen Schriftgutes der ehemaligen AOK Borken und ihrer Vorläufer. Der nun übergebene Aktenbestand umfasst den Zeitraum von 1913 bis 1994 und hat mit 158 Archiveinheiten einen Umfang von etwa 3,5 laufenden Metern.

Die Unterlagen geben Auskunft über die Organisation der Krankenversicherung, die Ausgestaltung sozialer Sicherheit bei der Leistungsentwicklung sowie die demokratische Mitbestimmung der Versicherten und Arbeitsgeber. Sie lassen beispielsweise Rückschlüsse auf die öffentlich-rechtliche Daseinsvorsorge im Krankheitsfall zu.

Wie im Kreis Borken bewahren mittlerweile auch viele andere Stadt- und Kreisarchive das Schriftgut ehemaliger Allgemeiner Ortskrankenkassen in Westfalen-Lippe auf. So lassen sich die Quellen auch für vergleichende Untersuchungen nutzen. Mit der Übernahme des historischen Schriftgutes der ehemaligen AOK Borken verfügt das Kreisarchiv Borken nun einen bedeutenden Quellenfundus für die lokale und regionale Sozial- und Wirtschaftsgeschichte – einen Archivschatz, der gehoben werden will. Interessierte, die sich mit der Entwicklung des Gesundheitswesens im Westmünsterland auseinandersetzen möchten, können sich an die Leiterin des Kreisarchivs, Renate Volks-Kuhlmann, wenden.

Kontakt:
Kreisarchiv Borken
Renate Volks-Kuhlmann
Burloer Str. 93
46325 Borken
Tel.: 02861/821347
Fax: 02861-82-1341
r.volks-kuhlmann@kreis-borken.de

Quelle: Pressedienst des Kreises Borken, 21.7.2010;

Uni Münster zeigt die Bilder der Rektoren, Kanzler und Kuratoren seit 1945

Die Rektorin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Professor Dr. Ursula Nelles, und der Uni-Kanzler Stefan Schwartze enthüllten 32 Porträts der Rektorinnen und Rektoren, Kanzlerinnen und Kanzler sowie Kuratoren der WWU. Sie sind es, die die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) Münster nach der Wiedereröffnung im Jahr 1945 zu einer der angesehensten deutschen Hochschulen gemacht haben: Seit dewm 21. Juli 2010 hängen 32 Porträts der Rektorinnen und Rektoren, Kanzlerinnen und Kanzler sowie Kuratoren im münsterschen Schloss, dem Hauptsitz der Universität. Nach der letzten Senatssitzung im Sommersemester 2010 eröffnete Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles die Ausstellung im Rahmen einer kleinen Feierstunde.

Erster Nachkriegs-Rektor der Universität Münster war der katholische Theologe Prof. Dr. Georg Schreiber. Wie viele seiner Nachfolger blieb er nur ein Jahr im Amt. Bis 1970 war dies der übliche Rhythmus, eine Wiederwahl war allerdings möglich. Das Amtsjahr begann jeweils am 15. Oktober, erläuterte Universitäts-Archivarin Dr. Sabine Happ in ihrem Vortrag über "Ämter, Feiern und Rituale im Wandel der Zeit". Die Rektoratsübergabe folgte demnach einer genau festgelegten Zeremonie. Zunächst zogen alle Professoren in den Festsaal ein, wobei die Reihenfolge ebenfalls festgelegt war. Dem alten und neuen Rektor folgten die Rektoren befreundeter Universitäten sowie die Mitglieder der Fakultäten, alle ebenfalls im Talar. Zur Zeremonie der Amtsübergabe gehörte der Bericht des früheren Rektors, der Tausch der Talare zwischen dem alten und dem neuen Rektor, die Umlegung der Rektorkette sowie der Amtseid des neuen Rektors.

\"Rektorin

Abb.: Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles und Kanzler Stefan Schwartze enthüllten 32 Porträts der Rektorinnen und Rektoren, Kanzlerinnen und Kanzler sowie Kuratoren der WWU (Foto: WWU – Peter Grewer).

Bei den heutigen Rektoratsübergaben ist von dieser Zeremonie nur das Umhängen der Rektorkette geblieben. Die Anrede "Magnifizenz", die dem Rektor gebührte, wurde nicht nur bei feierlichen Anlässen benutzt, sondern findet sich tatsächlich in den meisten Schreiben, die den Rektor erreichten.

Einem ähnlichen Wandel unterlag das Amt des Kanzlers, des Leiters der Verwaltung. 1945 griff man auf die 1929 vom Wissenschaftsministerium erlassene Satzung für die Universität zurück. Sie legte fest, dass die Universität ihre Angelegenheiten durch die akademischen Behörden selbständig verwaltet. Allerdings stand sie unter der unmittelbaren Aufsicht des Ministers, dessen Vertreter ein Kurator war. Erster Nachkriegskurator der WWU war Clemens Steinbicker, bei dem es keine Zweifel gab, dass er dem nationalsozialistischen Regime fern gestanden hatte. 1933 war er wegen politischer Unzuverlässigkeit aus dem Staatsdienst entlassen worden. 1970 wurde mit einer Verfassungsänderung das Amt des Kurators abgeschafft – an seine Stelle trat der Kanzler, der zudem Mitglied des Rektorats wurde.

Quelle: Uni Münster, Pressemitteilung, 21.7.2010

Zehn Jahre Expo Hannover

Das Stadtarchiv Hannover verlängert die Ausstellung "Über die Expo hinaus: Der Verein Global Partnership – Netzwerk für Kulturaustausch, nachhaltige Entwicklung und weltweiten Umweltschutz" bis zum 30. Juli 2010. Sie zeigt die Aktivitäten des Vereins Global Partnership Hannover e.V., dessen Unterlagen das Stadtarchiv in diesem Jahr in seine Bestände übernommen hat. Der Verein setzt sich für die Fortentwicklung des weltweiten Expo-Netzwerks für Zukunftslösungen ein. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Lesesaals – montags und freitags von 8.30 bis 15.30 Uhr, dienstags und donnerstags von 11 bis 18 Uhr – im Foyer des Stadtarchivs zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Kontakt:
Stadtarchiv Hannover
Am Bokemahle 14-16
30171 Hannover
Tel.: 0511/168-42173
Fax 0511/168-46590
stadtarchiv@hannover-stadt.de

Quelle: Hannover entdecken, 21.7.2010