ANKA-Regionalgruppentreffen im Stadtarchiv Wilhelmshaven

Zu ihrer regulären Zusammenkunft trafen sich am 13. September 2010 Mitglieder der Regionalgruppe Oldenburg in der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Kommunalarchive (ANKA) im Stadtarchiv Wilhelmshaven.

Im Mittelpunkt des Gedanken- und Informationsaustausches stand der Vortrag von Dr. Bettina Schleier vom Staatsarchiv Bremen über Forschungserkenntnisse aus der Archivierung und Nutzung der Standesamtsregister und zu Aufbau und Pflege von Bilddatenbanken für Fotobestände. Dabei wurde deutlich, dass die frei zugänglichen Standesamtsunterlagen häufiger für die Suche nach Angehörigen in Erbfällen als für die genealogische Forschung von Interesse sind. Bei der Digitalisierung der Fotosammlungen sind nach wie vor die Beständigkeit der Speicherformate und die langjährige Aufbewahrung der Originale Gegenstand der Diskussion in den Archiven.

Das Stadtarchiv Wilhelmshaven verfügt über die frei gegebenen Standesamtsregister, die umfassender als die Kirchenbücher sind und für verschiedenartige Nachweise genutzt werden können. Insbesondere die Ausführungen zu der digitalen Erfassung von Fotobeständen entfalten für das Stadtarchiv große Bedeutung, werden hier doch geschätzt weit über 100.000 Fotos zur Stadtentwicklung und Stadtgeschichte verwahrt.

Kontakt:
Stadtarchiv Wilhelmshaven
Rathausplatz 10
26382 Wilhelmshaven
Telefon: 04421/16-1443
Fax: 04421/16-1158
stadtarchiv(AT)stadt.wilhelmshaven.de

Quelle: Stadt Wilhelmshaven, Pressemeldung, 16.9.2010

Neuer Kreisarchivar im Hochtaunuskreis

Das Kreisarchiv des Hochtaunuskreises bekommt mit Peter Maresch zum 1. November 2010 einen neuen Kreisarchivar. Maresch tritt die Nachfolge von Maria Kobold an, die im Mai 2010 an das Hessische Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden wechselte. Der 32 Jahre alte Wetterauer Peter Maresch ist studierter Historiker mit dem Schwerpunkt Landesgeschichte und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Diplom-Archivar.

Kontakt:
Kreisarchiv Hochtaunuskreis
Ludwig-Erhard-Anlage 1-5
61352 Bad Homburg v.d. Höhe
Tel.: 06172-999-4613
Fax: 06172-999-9800
kreisarchiv@hochtaunuskreis.de

Quelle: FNP, 17.9.2010

Großes Interesse an Geschichtswettbewerb-Auftakt im Stadtarchiv Münster

Große Resonanz fand die Auftaktveranstaltung zum neuen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, zu der das Stadtarchiv Münster die großen Archiven in Münster, der Stadtbücherei, die Villa ten Hompel und den Stadtheimatbund sowie besonders alle interessierten Lehrerinnen und Lehrer der weiterführenden Schulen eingeladen hatte. Eine besondere Veranstaltung zum Geschichtswettbewerb für Grundschulen und Förderschulen findet am 22. September um 16 Uhr im Stadtarchiv statt.

Zum Rahmenthema "Ärgernis, Aufsehen, Empörung. Skandale in der Geschichte" sind Schülerinnen und Schüler bis 21 Jahre aufgerufen, Themen aus ihrem persönlichen oder lokalen Lebensumfeld auszuwählen und zu untersuchen. Bis Ende Februar 2011 haben die Kinder und Jugendlichen Zeit, auf Spurensuche zu gehen, zu forschen und zu entdecken.

Prof. Dr. Saskia Handro (Institut für Didaktik der Geschichte und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Körber-Stiftung) wies darauf hin, dass die Skandal-Forschung der Bundesrepublik noch nicht sehr ausgeprägt sei. Neben wenigen großflächigen Untersuchungen gebe es nur für einige Großstädte Publikationen zu diesem Thema. In Münster haben die Schülerinnen und Schüler die Chance, mit ihren Fragestellungen zu Skandalen in der Geschichte Neuland zu betreten. Für mögliche Forschungswege gab sie zahlreiche Anregungen aus allen gesellschaftlichen Bereichen.

Gisela Pauge vom Geschwister-Scholl-Gymnasium berichtete den Lehrerinnen und Lehrern über ihre Tätigkeit als Tutorin bei der Betreuung von Wettbewerbsbeiträgen. Dr. Ralf Klötzer erklärte die Kriterien, nach denen die Regionaljury ihre Bewertung vornimmt. Roswitha Link vom Stadtarchiv und Prof. Handro erläuterten die Anforderungen an die Teilnehmer, die es bis in die Bundesjury schaffen.

Das Stadtarchiv bietet Teilnehmerinnen und Teilnehmern am aktuellen Geschichtswettbewerb Beratung und Unterstützung bei der Suche nach einem Thema und bei der Materialrecherche an. In kleinen Schülerworkshops erfahren die Kinder und Jugendlichen, was sie bei der Anfertigung ihrer Arbeiten berücksichtigen müssen und wie sie ihre Zeit am besten planen. Ansprechpartnerin ist Roswitha Link, Telefon: 0251 / 4 92-47 03 oder E-Mail: LinkRoswitha@stadt-muenster.de. Auch die anderen münsterschen Archive, Stadtbücherei und Villa ten Hompel bieten allesamt ihre Unterstützung an und brachten auch gleich konkrete Themenvorschläge mit.

Quelle: Stadt Münster, Pressemitteilung, 17.9.2010

Stadtarchiv Ludwigsburg zieht demnächst in einen Neubau

Derzeit ist das Stadtarchiv Ludwigsburg in Räumen des Bildungszentrums West untergebracht. Dort haben drohende Wasserschäden und Auflagen des Brandschutzes einen Umzug zwingend notwendig gemacht. In dem neuen Gebäude sollen eine Löschanlage und eine stabile Konstruktion zusätzliche Sicherheit bieten. Neben dem Stadtarchiv, das auf zwei Ebenen 500 Quadratmeter Fläche bezieht, werden hier auch andere Einrichtungen untergebracht sein. Vor kurzem war Richtfest; der Neubau ist im Frühjahr 2011 bezugsfertig.

Kontakt:
Stadtarchiv Ludwigsburg
Kaiserstraße 14
Bildungszentrum West
71636 Ludwigsburg
Telefon 07141/910-2412
Telefax 07141/910-2342
stadtarchiv@ludwigsburg.de

Quelle: Boennigheimer Zeitung, 15.9.2010

Staatsarchiv Meiningen stellt Datenbank zu Auswanderern aus dem Herzogtum Sachsen online

Auf der Homepage des Thüringischen Staatsarchivs Meiningen ist eine Datenbank zu Auswanderern aus dem Herzogtum Sachsen einsehbar. Die Auflistung ist nicht nur für die Familienforschung, sondern auch für lokal- und regionalhistorische sowie sozialstatistische Untersuchungen interessant. Die Datenbank liefert Informationen zu Personen, die im Zeitraum von etwa 1800 bis 1920 das Gebiet des damaligen Herzogtums Sachsen-Meiningen verlassen haben. Erfasst werden konnten nur Einwohner, die legal um eine Auswanderung ersucht und diese genehmigt bekommen hatten.

Die Datenbank umfasst mehr als 20.000 Datensätze. Aufgenommen wurden Namen, Wohnorte, und, soweit bekannt, auch Beruf, Alter oder Geburtsdatum. Zudem werden in der Datenbank das Auswanderungsziel, das Jahr der Beantragung der Auswanderung sowie die Quellen angegeben.

Die Datenbank findet man als pdf-Datei unter "Veröffentlichungen" auf der Internetseite des Staatsarchivs Meiningen:
http://www.thueringen.de/imperia/md/content/staatsarchive/meiningen/texte/auswanderungen_aus_dem_herzogtum_sachsen-meiningen.pdf

Kontakt:
Thüringisches Staatsarchiv Meiningen
Schloß Bibrabau
98617 Meiningen
Telefon: 03693/44670
Telefax: 03693/502218
www.thueringen.de/de/staatsarchive/meiningen

Quelle: Freies Wort, 14.9.2010

Die Akten der Betreuungsstelle für politisch Geschädigte bei der Stadt Völklingen

Der Zweite Weltkrieg und seine Gräuel sind eine Zeit, an die sich nur noch wenige Einwohner Völklingens erinnern können. Die vorliegende siebte Ausgabe der Schriftenreihe des Stadtarchivs Völklingen \“Völklinger Schätze\“ ruft sie nun ins Gedächtnis zurück. Es geht dabei um ein Stück Vergangenheitsbewältigung nach dem Zweiten Weltkrieg – um die Akten der Betreuungsstelle für politisch Geschädigte bei der Stadt Völklingen.

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Die überwältigende Mehrheit der Saarbevölkerung hatte am 13. Januar 1935 für eine Rückkehr des Saargebietes zum Deutschen Reich gestimmt. Doch die Wenigsten hatten vermutlich geahnt, welchen Konsequenzen diese Rückgliederung für einen Teil der hiesigen Bewohner haben sollte. Viele Menschen, die in Gegnerschaft zum Nationalsozialismus standen, hatten Deutschland nach Hitlers Machtergreifung am 30. Januar 1933 verlassen und nicht wenige waren ins Saargebiet emigriert, das sich zu diesem Zeitpunkt noch unter der Verwaltung des Völkerbundes bzw. unter französischer Kontrolle befand. Hier konnten Personen, die im Deutschen Reich aus rassischen, weltanschaulichen oder politischen Gründen verfolgt wurden, Zuflucht finden und sich eine neue Existenz aufbauen.

Nach der Rückgliederung gerieten diese Menschen nun wieder in den Zugriffsbereich der nationalsozialistischen Verfolgungsmaschinerie. Einige wurden sofort verhaftet, andere konnten nach Frankreich emigrieren, wo sie sich vorübergehend in Sicherheit bringen konnten. Der Kriegsausbruch 1939 und der deutsche Sieg über Frankreich machte diese Sicherheit erneut hinfällig, sodass der lange Arm der Gestapo sie doch noch erreichte. Einige kostete es das Leben, andere verloren zum wiederholten Mal ihr Hab und Gut.

Nach der militärischen Niederlage Hitlerdeutschlands begann in den alliierten Besatzungszonen der Wiederaufbau. Ein weiterer Schwerpunkt lag im Aufspüren und in der Bestrafung der Täter, ein anderer in der Entschädigung der Opfer des Nationalsozialismus. Um Letzteres zu gewährleisten, nahm im Herbst des Jahres 1946 in Völklingen die so genannte Betreuungsstelle für politisch Geschädigte ihre Arbeit auf. Die Vielzahl der im Stadtarchiv Völklingen dokumentierten Einzelfälle geben sowohl ein eindrucksvolles Bild von der Unmenschlichkeit des nationalsozialistischen Regimes als auch von den Nöten der Menschen im zerstörten Nachkriegsdeutschland.

Die Völklinger Schätze, ein letztes Mal erarbeitet vom scheidenden Völklinger Stadtarchivar Achim Becker (siehe Bericht vom 3.8.2010), können gegen einen Unkostenbeitrag von 3,50 Euro im Stadtarchiv, bei Bücher Balzert, beim Heimatkundlichen Verein Warndt e. V. in Ludweiler, bei der Tourist-Information im Alten Bahnhof, im Büro der VHS im Alten Rathaus, der Stadtbücherei sowie im Bürgerbüro im Neuen Rathaus erworben werden.

Link:
Völklinger Schätze. Einblicke in das Stadtarchiv Völklingen, Heft 7, 2010: Ein Stück Vergangenheitsbewältigung nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Akten der Betreuungsstelle für politisch Geschädigte bei der Stadt Völklingen

Kontakt:
Stadtarchiv Völklingen
Stadtarchivar Achim Becker M.A.
Alter Bahnhof
66333 Völklingen
Tel. 06898/13-2432
stadtarchiv@voelklingen.de

Quelle: Stadtarchiv Völklingen, Pressemitteilung, 7. Ausgabe der Völklinger Schätze, 14.9.2010

Freischaltung der Online-Recherche im Stadtarchiv Nürnberg

Ab 14. September 2010 wird die Online-Recherche in den Beständen des Stadtarchivs Nürnberg für das Internet freigeschaltet. Der Zugang erfolgt über die Internetseite des Stadtarchivs, aber auch über allgemeine Suchmaschinen im Internet.

Mit rund 400.000 Verzeichnungen steht damit bei einem angenommenen Umfang von rund 3,5 Millionen Archivalieneinheiten derzeit etwa 1/8 des Gesamtfundus des Stadtarchivs online. Online geschaltet werden vor allem Altbestände des Stadtarchivs und die modernen Bestände, soweit sie in der Verzeichnungsdatenbank erfasst sind und rechtlich öffentlich zugänglich gemacht werden können.

Dieser neue Service des Stadtarchivs ermöglicht nun, bequem von zu Hause aus in den digital verfügbaren Findmitteln des Stadtarchivs zu recherchieren. Individuelle Suchergebnisse können nun schon im Vorfeld des Archivbesuchs zusammengestellt, in Auswahl ausgedruckt und bis zu zehn Treffern zur Vorlage im Lesesaal des Stadtarchivs bestellt werden. Auf diese Weise wird die eigentliche Forschungsarbeit im Archiv zeitsparend und bequem vorbereitet.

Die Online-Recherche unterstützt die Forschungsarbeit im Archiv wesentlich, kann einen Besuch vor Ort aber nicht ersetzen. Denn neben der umfassenden Beratung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtarchivs gibt es dort Informationen und Zugangsmöglichkeiten zu weiteren konventionell – d. h. als Word-Datei, als Schreibmaschinenausdruck oder auf Karteikarten – verzeichneten Archivbeständen. Ebenfalls nicht im Internet recherchierbar ist die Masse der rund 1,25 Millionen Einheiten der Fotobestände, deren online-Schaltung nur visualisiert als scan sinnvoll wäre, eine Reihe von Spezialinventaren sowie Archivalieneinheiten, die nach dem Bayerischen Archivgesetz Sperrfristen unterliegen.

Trotz dieser Beschränkungen bietet die online-Schaltung von ca. 400.000 Verzeichnungseinheiten eine enorme Verbesserung von Benutzerservice und Dienstleistungsangebot des Stadtarchivs, das sich damit seitens der Forschungsdienstleister an die Spitze der Bewegung setzt.

Kontakt:
Dr. Michael Diefenbacher
Ltd. Archivdirektor
Stadtarchiv Nürnberg
Marientorgraben 8
90402 Nürnberg
Tel.: 0911/231 – 2770/71
Fax: 0911/231 – 40 91
michael.diefenbacher@stadt.nuernberg.de

Dr. Walter Bauernfeind
Abteilungsleiter
Stadtarchiv Nürnberg
Marientorgraben 8
90402 Nürnberg
Tel.: 0911/231 – 2773
Fax: 0911/231 – 40 91
walter.bauernfeind@stadt.nuernberg.de
www.stadtarchiv.nuernberg.de

Quelle: Stadtarchiv Nürnberg, Presseinformation, 14.9.2010

Vor 300 Jahren trat der erste Archivar bei der Stadt Hamburg an

Das Staatsarchiv Hamburg feiert 2010 sein 300-jähriges Jubiläum (siehe Bericht vom 7.3.2010). Erstmals erwähnt wurde es im Jahre 1293. Seit seiner Gründung ist es der Aufbewahrungsort der wichtigen Dokumente der Stadt. Doch erst seit dem 11. September 1710, dem Amtsantritt von Nicolaus Stampeel als wissenschaftlicher Archivar bei der Stadt Hamburg, werden die Dokumente systematisch ausgewählt, bewahrt und erschlossen.

Die Aufgaben des Staatsarchivs Hamburg haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. 1710 entstand mit dem heutigen Staatsarchiv eine Behörde, die den Rat mit Akten- und Urkundenkenntnis versehen sollte. Sie war zwar längst gewünscht worden, kam aber erst auf Betreiben der Kaiserlichen Kommission zustande. Sie erhielt weder die komplette Überlieferung noch waren ihre Bestände öffentlich zugänglich. Bis sie öffentlich etwa durch die Forschung genutzt werden konnte verging noch über ein Jahrhundert. Das Archiv erlangte jedoch schon früh Bedeutung durch die Leistung seiner durchweg juristisch gebildeten Archivare, die sich damit auch für politische Karrieren empfahlen.

Zum 300-jährigen Jubiläum präsentiert das Staatsarchiv Hamburg eine Auswahl seiner Archivalien zu Schlaglichtern der Hamburger Stadtgeschichte. Die Ausstellung vermittelt einen anschaulichen Eindruck vom umfassenden Spektrum des Archivgutes im Staatsarchiv. Zu sehen sind prunkvoll ausgestattete Urkunden, aber auch unscheinbare Dokumente, deren Wert sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Die ausgewählten Archivalien reichen von 1142 bis in die Gegenwart.

Info:
11. September bis 8. Oktober 2010
Ausstellung im Foyer des Staatsarchivs Hamburg
Akta generalia betreffend … Original Stadtgeschichte

Veranstaltungen im September/Oktober 2010:
http://www.hamburg.de/contentblob/2094658/data/1710-flyer.pdf

Kontakt:
Staatsarchiv Hamburg
Kattunbleiche 19
22041 Hamburg
Fon: 040-428 31 – 3200
poststelle@bksm.hamburg.de
poststelle@staatsarchiv.hamburg.de
www.hamburg.de/staatsarchiv

Quelle: Stadt Hamburg, Medieninformation zum 11.9.2010

Ausstellung des Künstlers Theo Windges im Krefelder Stadtarchiv

Im Stadtarchiv Krefeld wird zwischen dem 13. September und dem 22. Oktober 2010 die Ausstellung "Zweidimensionale Räumlichkeiten" des Krefelder Künstlers Theo Windges gezeigt. Die Eröffnung findet im Rahmen von des Galeriensonntags "Kunst in Krefeld" am 12.9. um 11 Uhr (bis 18 Uhr) statt.

Es besteht die Möglichkeit, den Digitaldruck "Tribünenaufgang zur Pferderennbahn", 2009 (30 x 40 cm, Auflage: 15 Exemplare, handsigniert und nummeriert) für 50 Euro zu erwerben. – Öffnungszeiten des Krefelder Stadtarchivs (Girmesgath 120 – hinter dem Stadthaus – 47803 Krefeld: Mo-Fr 8.30 bis 12.30 Uhr, Mo-Mi 14.00 bis 16.00 Uhr und Do 14.00 bis 17.30 Uhr.

Zur Person: Theo Windges (geb. 1943) entnimmt seine künstlerischen Quelldaten seinen alltäglichen Wahrnehmungen, bevor er sie reduktiv zerlegt oder phantastisch, zeichenhaft einer neuen Wirklichkeit und Sicht komprimiert. Dabei nutzt er nur die Bild-Werdungsprozesse der Fotografie, inklusive aller heute verfügbaren digitaler Bildbearbeitung, jenseits klassischer oder synthetisierender Kunstpraxis.

Sein Atelier, das früher als Schwimmbad fungierte, wurde für Theo Windges zum magischen Ort seiner neuen, radikalen Raum-Konstrukte, die reduziert auf schwarze und weiße Flächen, den perspektivischen Raum mit seinen Kanten und Grenzen, wie mit einem Skalpell geschnitten, zu körper-, farb- und texturlosen Flächen überführen und in diesem entmaterialisierten Zustand einfriert, die er, scheinbar widersprüchlich, als "zweidimensionale Räumlichkeiten" tituliert.

Der Betrachter wird gezwungen den gewesenen Raum im Kopf neu zu ergänzen, zu rekonstruieren, mit eigener Phantasie zu reagieren. Theo Windges gelangt zu einer kompromisslosen, medial reinen Formensprache, die gerade in ihrer absolut, schemenhaften Reduktion provozierend auf das Ganze verweist. Seine Arbeiten sind der Konkreten-Fotografie zuzuordnen.

Kontakt:
Stadtarchiv Krefeld
Girmesgath 120
47803 Krefeld
Telefon: +49 2151 86-2700
Fax: +49 2151 86-2710
olaf.richter@krefeld.de
www.krefeld.de

Renoviertes Bistumsarchiv Münster wiedereröffnet

Nach zweijähriger Renovierung wurde das Bistumsarchiv Münster, eines der größten seiner Art in Deutschland, am 8. September 2010 wiedereröffnet. Das Archiv mit seinen wertvollen Beständen und Nachlässen, die bis 1190 zurückreichen, habe für das Bistum auch im Hinblick auf gegenwärtige Herausforderungen enorme Bedeutung, sagte Ulrich Hörsting. Der Leiter der Hauptabteilung Verwaltung im Bischöflichen Generalvikariat dachte dabei nicht nur an die umfangreiche Sammlung von Urkunden und Schriften des Generalvikariats, der Klöster und Schulen. Auch die zahllosen hier lagernden historischen Zeugnisse aus den Pfarreien hätten Anteil daran, dass man von einer unverzichtbaren Institution reden könne. "Hier wird der Gesellschaft ein großer Dienst erwiesen", betonte Hörsting.

Thomas Scharf-Wrede, stellvertretender Vorsitzender der Bundeskonferenz der kirchlichen Archive Deutschlands, verwies auf die notwendige Kontinuität, für die ein gut geführtes Archiv Sorge trage. Er gratulierte dem Bistum zu dem weitreichend modernisierten Bau und fügte mit Blick auf die Vertreter der Bistumsleitung hinzu: "Sie haben damit ein Instrument für eine aufgeklärte Pastoral geschaffen."

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Abb.: Neuer Flyer und neue Ausstattung im Lesesaal des Bistumsarchivs Münster

Den bisweilen unterschätzten pastoralen Nutzen des Bistumsarchivs führte auch Bischof Genn anlässlich der Wiedereröffnung des Archivs aus. Wenngleich er es bedauere, kaum Zeit zum Besuch und zum Studium in einem Archiv zu finden, seien diese Räume doch auch für ihn unentbehrlich. Die Aufgabe eines Archivs sei eng mit der eines Bischofs verknüpft, wenn es darum gehe, in einer facettenreichen Gegenwart Orientierungen zu schaffen. Nach seinem Grußwort segnete der Bischof die Räume und die neue Orgel der bischöflichen Kirchenmusikschule im selben Gebäude. An der zweiregistrigen Übungsorgel können sich künftig junge Kirchenmusiker auf ihre C-Prüfung vorbereiten.

Auch Archivdirektor Ulrich Helbach aus dem Erzbistum Köln legte in seinem Festvortrag den Schwerpunkt auf die pastorale Funktion kirchlicher Archive. Diese sei zuletzt 1997 in einem Schreiben der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter unterstrichen worden. "Die Kirche begreift sich – anders als staatliche Institutionen – maßgeblich durch den direkten Bezug auf ihre eigene Vergangenheit. Das gilt auch für den Bischof von Münster, der sich ganz bewusst als Nachfolger jener Bischöfe sieht, deren Wirken bis weit in die Geschichte zurückreicht", sagte Helbach.

Das Bistumsarchiv Münster steht nicht nur Wissenschaftlern, sondern auch Privatpersonen offen, die hier Ahnenforschung betreiben möchten. Im renovierten Lesesaal stehen 20 Nutzerplätze mit Computern zur Verfügung. Geöffnet ist das Bistumsarchiv montags bis freitags von 9 bis 12.30 Uhr sowie montags und mittwochs von 13.30 bis 17 Uhr. Wegen der beschränkten Zahl der Plätze wird eine Reservierung empfohlen.

Kontakt:
Bistumsarchiv Münster
Georgskommende 19
48143 Münster
Telefon: 0251/495-518
Telefax: 0251/495-491
bistumsarchiv@bistum-muenster.de

Quelle: Tim Schlotmann, Bistum Münster, kirchensite.de, 9.9.2010; Martin Kalitschke, Ahlener Zeitung, 9.9.2010