8.000 Unterschriften für Erhalt des Medienarchivs von Werkstattfilm e.V.

Der Verein Werkstattfilm e.V. in Oldenburg hat in den letzten Monaten 8.000 Unterschriften für den Erhalt des vereinseigenen Film- und Fotoarchivs gesammelt. Mit diesem klaren Signal unterstützt nun auch die Oldenburger Bevölkerung die Forderung des Vereins nach einer Erhöhung der kommunalen Zuschüsse. Laut Farschid Ali Zahedi, Vorsitzender der Werkstattfilm e.V., benötigt der Verein dieses Geld dringend für den Unterhalt des Archivs. Dort werden stadtgeschichtlich interessante Filme, Fotos und Dias gesammelt, aufgearbeitet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Nach Aussage Zahedis sei die Sammlung in den letzten Jahren jedoch so weit angewachsen, dass der Unterhalt des Medienarchivs auf ehrenamtlicher Basis nicht mehr gewährleistet sei. Daher fordert Werkstattfilm eine Anhebung der jährlichen Zuschüsse um 125.000 €. Mit diesem Geld sollen Vollzeitkräfte angestellt werden, welche das sensible Material in Zukunft technisch und wissenschaftlich betreuen sollen.

Ohne diese weiteren finanziellen Zuwendungen, so der Verein, müsse das Film- und Fotoarchiv am Jahresende seine Dienstleistungen für Vereine, Schulen und private Interessenten einstellen. Als Dank für die Unterstützung der Oldenburger Bevölkerung lädt Werkstattfilm für den 3. September ab 21.00 Uhr zu einem kostenlosen Kinoabend vor dem ehemaligen Landtag. Dort werden Diashows alter Fotografien aus Oldenburg und seltenes Filmmaterial über die Stadt aus den 30er bis 50er Jahren vorgeführt.

Kontakt:
Werkstattfilm e.V.
Katharinenstr. 1
26122 Oldenburg
Telefon: 0441/12180
info@werkstattfilm.de
www.werkstattfilm.de

Quelle: Nordwest-Zeitung, 19.8.2011

Gladbecker Stadtarchiv erhält Sammlung zur Postgeschichte

Die Gladbecker Bürgerin Doris Minck hat die über viele Jahre von ihrem Mann mit großer Leidenschaft angelegte Sammlung dem Stadtarchiv Gladbeck übergeben. Eindrucksvoll gestaltet mit Hinweisen zur Gladbecker Postgeschichte enthält sie zahlreiche Postbelege aus dem Zeitraum 1820 – 1999 sowie Postkarten mit Gladbecker Motiven. Es war ihrem Mann ein besonderes Anliegen, seine Sammlung der Stadt Gladbeck zu überlassen. Zu finden sind auch einige Raritäten, z. B. eine Post-Zustellungsurkunde mit der Unterschrift des ersten Gladbecker Postboten Norpoth aus dem Jahr 1880. Zu den neuen Schätzen des Stadtarchivs gehören auch Postkarten vom Appeltatenfest, das zwischen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und 1908 als Appeltatenkirmes gefeiert wurde.

Gladbeck hatte erst am 1. November 1865 eine eigene Postexpedition bekommen, vorher wurde es von der Postexpedition in Buer, die dem Postamt Dorsten unterstand, mitversorgt. Daher weisen die ältesten Briefe der Privatsammlung ab dem Jahr 1820 Stempel von Buer und Dorsten auf. Die Alben enthalten ferner Briefmarken mit Gladbecker Stempeln, Ersttagsbriefe und sogar Notgeld aus dem Jahr 1923. Die Zeit der Inflation wird auch durch einen Brief mit fünfzig (!) verklebten Marken veranschaulicht.

Katrin Bürgel, Leiterin des Stadtarchivs Gladbeck, ist auch von dem sehr guten Erhaltungszustand beeindruckt. „Die Postbelege und Postkarten sind eine wertvolle Ergänzung für den Bestand unseres Archivs.“ Nach der Verzeichnung kann die Postkartensammlung öffentlich genutzt werden. Auf die bedeutende Sammlung zur Postgeschichte Gladbecks hatte der Vorsitzende des Vereins für Orts- und Heimatkunde Heinz Enxing aufmerksam gemacht. Für dieses Engagement ist Katrin Bürgel dankbar, zumal bereits mehrere historische Dokumente in diesem Jahr mit Unterstützung des Heimatvereins für die langfristige Aufbewahrung gesichert werden konnten. So ist es möglich, die amtliche Überlieferung im Stadtarchiv durch private Dokumente und Sammlungen zu ergänzen. Ziel ist, das kommunale Leben in seiner gesamten Vielfalt zu dokumentieren und ein möglichst vollständiges historisches Gedächtnis der Stadt zu bilden. Daher freut sich die Archivleiterin immer über wichtige historische Dokumente aus privater Hand. Interessant sind auch Fotos und Tagebücher aus alten Zeiten. So sind Totenzettel besonders für Familienforscher hilfreiche Quellen.

Kontakt:
Stadtarchiv Gladbeck
Willy-Brandt-Platz 2
45964 Gladbeck
Telefon: 02043/992700
Telefax: 02043/991417
stadtarchiv@stadt-gladbeck.de
www.stadtarchiv-gladbeck.de

Quelle: Stadt Gladbeck, Pressemitteilung, 17.8.2011

Direktor des Kärntener Landesarchivs wiederbestellt

Dr. Wilhelm Wadl wurde für weitere zehn Jahre als Direktor des Landesarchivs Kärnten bestellt. Kulturreferent LR Harald Dobernig überreichte am 17. August 2011 Wadl das Dekret über die Wiederbestellung und hob seine große Kompetenz und seine hervorragende Arbeit in den vergangenen zehn Jahren hervor. Sich selbst bezeichnet Wadl als „Hüter der schriftlichen Kulturgüter des Landes“. „Wir sind stolz darauf, ihn zu haben. Wadl ist ein hervorragender Historiker und Archivar, der in allen Perioden firm ist. Er stellt die relevanten Fragen zur Kärntner Geschichte und versteht es, seine Forschungsergebnisse für jeden verstehbar zu präsentieren. Ich bin froh darüber, dass er weitere zehn Jahre als Direktor tätig sein wird“, betonte Dobernig.

Der Landesrat dankte dem gesamten Team des Landesarchivs für die hervorragenden Serviceleistungen. Wadl wurde am 3. August 1954 in St. Ulrich bei Feldkirchen geboren. Nach dem Studium an der Universität Wien (Geschichte und Germanistik) spezialisierte er sich bald in Richtung einer wissenschaftlichen Laufbahn. Seit 1980 ist er im Kärntner Landesarchiv tätig, seit 2001 Archivdirektor. Wadl ist in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und Kulturvereinen engagiert und Lektor am Institut für Geschichte der Universität Klagenfurt. Er ist Vorstandsmitglied und Redakteur des Geschichtsvereins für Kärnten und Vorsitzender des Kulturgremiums des Landes Kärnten und des Fachbeirats für Wissenschaft. Zu seinen persönlichen Vorlieben zählt die Landwirtschaft.

Kontakt:
Landesarchiv Kärnten
St. Ruprechter Straße Nr. 7
A – 9020 Klagenfurt
Telefon: (0043)463/5623414
Telefax: (0043)463/5623420
post.landesarchiv@ktn.gv.at
www.landesarchiv.ktn.gv.at

Quelle: Bundesland Kärnten, Landespressedienst, Pressemitteilung, 18.8.2011

Neues Filmarchiv in Halle vorgestellt

Die Firma digital images hat am 18. August 2011 ihr neues Filmarchiv Targus in Halle vorgestellt. Die Sammlung, welche im ehemaligen Gebäude der Bundesbank untergebracht wurde, beinhaltet etwa 100.000 Filmbänder und -rollen von verschieden Unternehmen wie der Kinowelt GmbH, der Arthaus Musik GmbH oder Euroarts. Zum Fundus des Archivs zählen Ballett-, Theater- und Musikaufnahmen sowie tausende Spielfilme, darunter auch deutsche Fassungen von Hollywoodfilmen. Der Großteil der Sammlung besteht jedoch aus Dokumentarfilmen.

Die Archivalien, welche im Auftrag der Eigentümer in Halle verwahrt werden, dokumentieren daher ein ganzes Jahrhundert der Filmgeschichte. Nach Torsten Bönnhoff, Geschäftsführer von digital images, besitzen einige der bis zu 100 Jahre alten Rollen unschätzbaren Wert. Der Versicherungswert der Sammlung beträgt 55 Millionen Euro. Nicht zuletzt deswegen fiel die Wahl des Standortes auf das ehemalige Gebäude der Bundesbank in Halle, denn in den dortigen Tresoren können die Filme sicher verwahrt werden. Bisher lagerten die Bänder und Rollen im Firmenarchiv, die Kapazitäten am alten Standort reichten jedoch nicht mehr aus. Digital images gehört zu Studio Halle, einem Konsortium aus fünf Firmen, und bereitet Filmpakete für Medien aller Art auf. Mit Niederlassungen in Hamburg, Berlin, Köln, München und Halle ist digital images nach eigenen Angaben das größte Unternehmen für die Nachbearbeitung von Filmen in Deutschland.

Kontakt:
digital images GmbH
Waisenhausring 9
06108 Halle (Saale)
Telefon: 0345/21750
Telefax: 0345/2175111
info@digim.de
www.digim.de

Quelle: Frankfurter Neue Presse, 18.8.2011

Pfarrarchiv Pechüle bei Sanierungsarbeiten wieder entdeckt

Im Vorfeld der Sanierungsarbeiten am Pfarrhaus in Pechüle, einem Ortsteil von Treuenbrietzen in Brandenburg, ist das weitgehend in Vergessenheit geratene Pfarrarchiv wieder entdeckt worden. Die Dokumente lagerten in Regalen auf dem Dachboden und reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Das älteste Schriftstück, im welchem Einkünfte, Gerichtssachen sowie Haushaltsdokumente überliefert sind, datiert ins Jahr 1651. 

Nach Einschätzung von Hans-Jochen Seidel, Archivar aus Zahna in Sachsen, ist das Pfarrarchiv nahezu lückenlos erhalten. Der Experte sichtete die Dokumente und erfasste die 387 Akten in Form eines Findbuches. In Zukunft soll dem Pfarrarchiv eine bessere Pflege zukommen, als dies in den vergangenen Jahrzehnten der Fall war. In einem ersten Schritt wurden die Akten von ehrenamtlichen Helfern Seite für Seite gesäubert und in fachgerechte Kartons eingelagert. 

Während sich der Großteil der Dokumente in einem verhältnismäßig guten Zustand befindet, müssen die Kirchenbücher jedoch einer dringenden Sanierung unterzogen werden. Anders als bei den unversehrten Blättern sind diese von Papierfraß befallen. Pfarrer Bernhard Hoppe betonte jedoch, dass die Kirchengemeinde die Kosten für die konservatorischen Maßnahmen allein nicht schultern könne und bat um Spenden. Nach Abschluss der Sanierung des Pfarrhauses soll das Archiv in einem eigens dafür konzipierten Raum untergebracht werden, dort wird auch ein Arbeitsplatz für Archivrecherchen eingerichtet werden.

Kontakt:
Kirchengemeinde Bardenitz
Dorfstr. 5
14929 Treuenbrietzen 
Telefon: 033748/15294

Quelle: Märkische Allgemeine, 17.8. 2011

Alte Feuerwache in Recklinghausen könnte Musikarchiv werden

Seit neun Jahren steht die alte Feuerwache in Recklinghausen leer, nun möchte eine Gruppe um Konzert-Organisator Tom Klatt einen Teil der Räumlichkeiten als Musikarchiv nutzen. Die Aktivisten aus der freien Szene, die sich selbst ‚Creative Outlaws‘ nennen, möchten in dem seit neun Jahren leerstehenden Gebäude am Herzogswall zwei bisher getrennte Musikarchive zusammenführen. 

Hierbei handelt es sich zum einen um die von Klatt selbst zusammengetragene Musiksammlung mit über 10.000 Einzelstücken, zum anderen um das Archiv von Hans Schreiber aus Dortmund. Dieser hüte nach Aussage von Klatt das wohl größte Musikarchiv in Nordrhein-Westfalen, darunter etwa 100.000 Stunden unveröffentlichte Musik. Darüber hinaus besitze Schreiber einen Bestand mit Klängen aus dem Ruhrgebiet, der ebenfalls der neuen Verbundsammlung integriert werden sollen. 

In den Augen der ‚Creative Outlaws‘ bietet sich die ehemalige Feuerwache in Recklinghausen für eine solche Verwendung geradezu an. Das Gebäude besitzt rund 2.500 Quadratmeter Nutzfläche und ist größtenteils nicht denkmalgeschützt. Für Archiv und Präsenzbibliothek veranschlagen die potenziellen Investoren etwa 200 Quadratmeter. Erst im Februar hatte die Stadt Recklinghausen die Räumlichkeiten erworben, laut Ratsbeschluss muss ein kommender Investor jedoch einen Mix aus Wohnungen und Geschäftsräumen verwirklichen. In diesem Punkt signalisierte Corinna Weiß, Pressesprecherin der Stadt, bestehe jedoch Kompromissbereitschaft.

Kontakt:
Stadt Recklinghausen
Rathausplatz 3/4
45657 Recklinghausen
Telefon: 02361/500
Telefax: 02361/501234
www.recklinghausen.de 

Quelle: Der Westen, 16.8.2011

Goethe- und Schiller-Archiv erwirbt Goethe-Handschriften

Das Goethe- und Schillerarchiv in Weimar hat ein Konvolut mit Handschriften von Johann Wolfgang von Goethe erworben. Unter den Schriftstücken befinden sich zwei Briefe und sechs eigenhändige Gedichthandschriften des Dichters. Nach Auskunft der Klassik Stiftung Weimar, die das Goethe- und Schillerarchiv unterhält, handelt es sich um eine einzigartige Sammlung von größtem Wert, die den in Weimar befindlichen Goethe-Nachlass hervorragend ergänze. Dieser ist erst vor kurzem von der UNESCO in das Programm Memory of the World aufgenommen worden. 

Die Dokumente stammen aus der Familienbibliothek des Adelsgeschlechtes der Welfen und konnten nur mit finanzieller Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kulturstiftung der Länder, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Wüstenrot Stiftung sowie der Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs und vieler ungenannter privater Spender erworben werden.

Kontakt:
Klassik Stiftung Weimar
Burgplatz 4
99423 Weimar
Telefon: 03643/5450
Telefax: 03643/5450454
info@klassik-stiftung.de
www.klassik-stiftung.de

Quelle: Open-Report, 16.8.2011

Notfallboxen für das Stadtarchiv Limburg

Nicht erst seit dem Archiveinsturz von Köln sind sich Archivare der Notwendigkeit bewusst, für Notfälle vorzusorgen. Dazu zählt die Erstversorgung von Archivalien, die etwa durch einen Wasserrohrbruch oder einen Löscheinsatz der Feuerwehr beschädigt wurden. Um wertvolle Zeit zu sparen, werden so genannte „Notfallboxen“ vorgehalten. 

Die Archivberatungsstelle Hessen in Darmstadt hat es sich zur Aufgabe gemacht, flächendeckend solche im Land zu verteilen. Nun wurde auch das Stadtarchiv Limburg zum Standort eines solchen Boxen-Sets. Der Leiter der Archivberatungsstelle, Dr. Michael Habersack, übergab die Notfallboxen an Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker. Die vier Kisten beinhalten all das, was im Falle eines Wasserschadens sofort gebraucht wird: Folien zum verpacken der feuchten Archivalien, Taschenlampen, Beutel, Etiketten, Handschuhe, Mundschutz und vieles mehr. Diese Boxen werden nicht nur dem Stadtarchiv Limburg, sondern im Notfall auch allen anderen kommunalen Archiven im Umkreis zur Verfügung stehen. 

„Bei einer Beschädigung durch Wasser ist schnelles Handeln das Entscheidende,“ so Habersack. „Nach circa 48 Stunden beginnen nasse Archivalien zu schimmeln.“ Daher zählt zu den Sofortmaßnahmen, die beschädigten Stücke in Folie zu wickeln und dann sofort einzufrieren. Danach werden sie der Gefriertrocknung zugeführt. „Dieses Verfahren konnten wir – unfreiwillig – bereits ausprobieren,“ berichtete der Limburger Stadtarchivar. Bei einem Wasserrohrbruch wurden Teile der Mährisch Neustädter Heimatstube im Schloss beschädigt. Die Stücke wurden eingefroren und kurz darauf zu einer Spezialfirma gebracht, die die Schäden mit Hilfe des Gefriertrocknungsverfahrens beseitigte. „Damals waren es nur wenige Schriftstücke,“ so Dr. Waldecker. Für einen eventuellen großen Schaden will man aber auch gerüstet sein. Dazu tragen die Notfallboxen nun entscheidend bei. 

Der Stadtarchivar dankte seinem Kollegen von der Archivberatungsstelle, auch im Namen von Bürgermeister Martin Richard, für die Überlassung der Notfallboxen, gab aber seiner Hoffnung Ausdruck, dass sie nie eingesetzt werden müssen. 

Die Archivberatungsstelle ist ein Projekt des Landes Hessen und am Staatsarchiv Darmstadt angesiedelt. Es wurde 2008 ins Leben gerufen und ist derzeit noch zeitlich befristet. In anderen Bundesländern, etwa Nordrhein-Westfalen, arbeiten solche Einrichtungen seit Jahrzehnten bereits sehr erfolgreich. Aufgabe ist, die Kommunen bei Pflege ihrer Archive fachlich zu beraten. Notfallplanung und Bestandserhaltung sind dabei nur zwei Schwerpunkte der Arbeit. 

Kontakt:
Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn 
– Stadtarchiv –
Mühlberg 3 (Schloss)
65549 Limburg a. d. Lahn
Tel. 06431-203 368
Fax: 06431-584 39 47
christoph.waldecker@stadt.limburg.de
www.limburg.de 

Quelle: Stadt Limburg an der Lahn, Pressemitteilung, 11.8.2011

Kreis Darmstadt-Dieburg will Atombunker als Kreisarchiv nutzen

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg beabsichtigt, den einstigen Atombunker unter der Albert-Einstein-Schule in Groß-Bieberau zukünftig als Lagerungsort für die archivwürdigen Akten der Kreisverwaltung zu nutzen. Hierauf hat sich die rot-grüne Koalition geeinigt. Auf lange Sicht soll in den Räumlichkeiten ein zentrales Kreisarchiv eingerichtet werden. 

Der strahlensichere Bunker wurde 1963 erbaut und besteht aus 50 Räumen ohne Fenster. Diese wurden früher größtenteils durch ein Hilfskrankenhaus genutzt, wo im Katastrophenfall Verwundete oder radioaktiv verstrahlte Menschen hätten versorgt werden können. Die Räumlichkeiten sind vor rund zehn Jahren in die Obhut des Kreises übergegangen, seitdem ist die Immobilie ungenutzt. Bis heute sind jedoch das Stromaggregat, die autarke Wasserversorgung sowie Toiletten und Duschen intakt. 

Mit seinen 70 Zentimeter dicken Stahlbetonwänden und seiner Lage eignet sich der ehemalige Bunker ideal für die Lagerung von Schriftdokumenten. Eine Heizung gibt es nicht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind Sommer wie Winter konstant. Die Tauglichkeit der Räume ist kürzlich durch ein externes Gutachten bestätigt worden, dem entsprechend sind keine größeren Umbauten erforderlich. Mit der Nutzung als Archiv wird es jedoch noch eine Weile dauern, da erst einmal ein hauptamtlicher Kreisarchivar eingestellt werden muss. Dieser soll dann den Aktenbestand sichten und entscheiden, was unter Tage eingelagert wird.

Kontakt:
Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg
Kreishaus Darmstadt
Jägertorstraße 207
64289 Darmstadt
Telefon: 06151/8810
Telefax: 06151/8811095
kreisverwaltung@ladadi.de
www.ladadi.de

Quelle: Echo-online, 16.8.2011

Stadtarchiv Göppingen veranstaltet landesgeschichtliche Erkundung

Unter dem Titel "Vom Holländerhaus zum Gänsegarten" lädt das Stadtarchiv Göppingen am 17. August 2011 alle Interessierten zu einer landesgeschichtlichen Erkundung entlang des ehemaligen Faurndauer Mühlkanals ein. Der in Kooperation mit den Göppinger Museen und dem Geschichts- und Altertumsverein Göppingen konzipierte Rundgang dient als Ergänzung zur Ausstellung "Die Fils" im Museum im Storchen und im Naturkundlichen Museum

Die durch Walter Ziegler, dem Vorsitzenden des Geschichtsvereins Göppingen geführte Tour beginnt am so genannten \“Oberen Bau\“ im Osten Faurndaus und endet am alten Standort der Firma Kleemann und Reiner. Hierbei folgt der Rundgang den Spuren der alten Mühlen und Fabriken, welche den ehemaligen Mühlkanal als Antrieb nutzten. Dem entsprechend stehen in der landesgeschichtlichen Erkundung das zur Papierherstellung genutzte Areal des so genannten ‚Holländer-Hauses‘, die 1747 erbaute Papiermühle Beckh, die Obere Mühle aus dem 14. Jahrhundert mit ihren Nachfolgebauten Zwirnerei Reiff und Firma Blucke, die 1855 gegründete Kunstmühle Kümmerle sowie das aufgegebene Produktionsgelände der Firma Kleemann und Reiner im Mittelpunkt.

Veranstaltungsdaten:
17. August 2011; ab 18.00 Uhr; Treffpunkt: Faurndau, Bushaltestelle Ecke Wehr-/Schubartstraße; Teilnahmegebühr: 3,00 €

Anmeldung und Kontakt:
Stadtarchiv Göppingen
Schlossstraße 14
73033 Göppingen
Telefon: 07161/650191
Telefax: 07161/650195
stadtarchiv@goeppingen.de

Quelle: Südwest Presse, 15.8.2011