Plakatsammlung im Stadtarchiv Wedel online recherchierbar

Bürgerprotest, Wahlpropaganda oder auch simple Bekanntmachung. Viele Ereignisse wurden auch früher bereits in Plakaten und Flugblättern der Bevölkerung bekannt gegeben. Die Sammlung der Flugschriften des Stadtarchivs Wedel ist mannigfaltig. Sie reicht von der Ankündigung des Theaterstückes "Berlin, wie es weint und lacht" im Hotel Stadt Altona, Austraße 5, aus dem Jahr 1860 über die Ankündigung einer Kundgebung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei auf der "Parteigenosse Kunze, genannt Knüppel-Kunze“ am 03.03.1931 eine Rede hielt, bis zur Boulevardzeitungsschlagzeile „Bestechungsskandal in Wedel?“ aus dem Jahr 1960.

Ein Großteil der interessanten Sammlungen im Stadtarchiv Wedel steht nun auch für die online-Recherche zur Verfügung. Anke Rannegger hofft, dass die Plakate auch Eingang in den Politik- oder Geschichtsunterricht an den Wedeler Schulen finden. "Für den Schuluntericht können Kopien angefertigt werden", so die Stadtarchivarin. (Text: Stadtarchiv Wedel)

Die städtische Plakatsammlung umfasst rund 250 Plakate und Flugblätter. In den alten und zum Großteil sehr fragilen Flugschriften kann nun online recherchiert werden. Eine Einsichtnahme im Original kann daher nur in Ausnahmefällen gestattet werden. Für den Schulunterricht können Kopien angefertigt werden. Für die bessere Handhabung wurden drei Gruppen gebildet. Politische Plakate und Flugblätter bis 1945, Politische Plakate und Flugblätter ab 1945, Plakate für kulturelle Veranstaltungen.

Link: Zur Plakatsammlung des Stadtarchivs Wedel

Kontakt:
Stadtarchiv Wedel
Rathausplatz 3 – 5
22880 Wedel
Telefon: 04103 707 215
Fax: 04103 707 88 215
A.Rannegger@stadt.wedel.de

Quelle: Stadt Wedel, Pressemitteilung, 26.8.2011

Kirchenarchiv von Meinerzhagen neu geordnet

Die Evangelische Kirchengemeinde Meinerzhagen hat dieser Tage ihr überarbeitetes Archiv in 103 Archivkartons zurückbekommen. Ein Teil des Archivs war zwar schon früher einmal geordnet und verzeichnet worden, die Ordnungs- und Konservierungsstandards haben sich aber mit der Zeit geändert. Deswegen nutzte die Kirchengemeinde den Service des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen, sie bei der Sicherung ihres wertvollen Schriftgutes zu unterstützen.

Das Gemeindearchiv wurde nach Bielefeld transportiert, dort inhaltlich und zeitlich erschlossen und archivgerecht in konservierende Materialien verpackt. Dabei wurde ein „Findbuch“, in dem alle Archivalien in einer systematischen Reihenfolge aufgelistet sind, angelegt. Ein rascher Rückgriff auf die gesuchte Archivalie ist damit gewährleistet. Außerdem sind die Inhalte des Gemeindearchivs mit einer elektronischen Datenbanksystem erfasst. Das macht eine elektronische Recherche, zukünftig sogar online, möglich.

Das Archiv umfasst 737 Verzeichnungseinheiten (Urkunden, Kirchenbücher, Akten und Amtsbücher, Bauzeichnungen, Sammlungsgut) und erstreckt sich über den Zeitraum von 1392 bis 2008. Das Archiv enthält einen umfangreichen Urkundenbestand. Auch der Aktenbestand reicht weit zurück und liefert wertvolle Hinweise zur Geschichte der Kirchengemeinde und des Ortes Meinerzhagen. Aus den einzelnen Dokumenten sind das älteste Kirchenbuch und die Chronik des Pastors Sohn hervorzuheben.

Das älteste Kirchenbuch enthält neben den Daten über Taufen, Trauungen und Beerdigungen zwischen 1662 und 1698 auch Aufzeichnungen über den „Status Ecclesiae Meinertzhagensis“ (religiösen Stand der Kirchengemeinde). Um die Mitte des 17. Jahrhunderts beanspruchten Katholiken aus Kleve-Mark unter anderem die Meinerzhagener Kirche. Es kam zu einem Rechtsstreit, zu dem dieses Dokument gehört. In den Berichten vom 6. April 1648 und vom 2. Juni 1666 wurde eine Reihe von Zeugen aufgeführt, die glaubhaft bestätigen konnten, dass die Kirche am Ort schon seit langer Zeit der evangelischen Konfession angehöre. Nach erneuten Untersuchungen zwischen 1664 und 1667 wurden die Besitzansprüche der Katholiken zurückgewiesen.

Mitte der 1960er Jahre konnte die evangelische Kirchengemeinde die Chronik des Pastors Johann Adam Sohn (in Meinerzhagen 1740-1749, in Schwelm 1749-1784) und seiner Nachfahren erwerben. In der Sohn´schen Chronik reichen die geschichtlichen Daten von 1500 bis 1868. Die Chronik beginnt mit einer Schilderung der Ortsgeschichte und enthält zusätzlich Angaben über ein Marienbild, Altäre und Einzelheiten der Wallfahrtsprozessionen. Interessant ist die Nachricht über den Tod des dänischen Prinzen Christian Ulrich von Güldenlöwe am 16. Oktober 1640. Er wurde als Oberst in spanischen Diensten von niederländischen Dragonern auf dem Kirchplatz von Meinerzhagen im Kampf erschossen.

Besondere Beachtung verdient die mit 1764 beginnende Archivüberlieferung zur Baugeschichte. Mehrere Akten schildern den Wiederaufbau der Kirche und anderer kirchlicher Gebäude nach dem Großbrand von 1797. Damals wurden 81 von 116 Häusern zerstört und die Kirche so schwer beschädigt, dass der Turm einstürzte. Die nachfolgenden Renovierungen der Jesus-Christus-Kirche im 19. und 20. Jahrhundert zeigen die Bemühungen der Kirchengemeinde um die Erhaltung dieses ältesten Baudenkmals der Stadt Meinerzhagen, dem eine besondere kunsthistorische Stellung zugesprochen wird.

Das Verwaltungsschriftgut wird durch die Sammlungen von Fotos, Plakaten, Zeitungsausschnitten und Druckschriften bereichert.

Das Archiv der Kirchengemeinde Meinerzhagen wird seit 1990 ehrenamtlich von Karl-Heinz Bartsch betreut, 2000 kam die Archivpflege in der Ev. Kirchengemeinde Kierspe dazu. Mit großem Verantwortungsgefühl kümmert sich Herr Bartsch um die Sicherung und Aufarbeitung der geschichtlichen Quellen. Sein besonderes Interesse gilt der Familienforschung. Dank seines Engagements sind Eintragungen aus den Meinerzhagener Kirchenbüchern über Taufen, Trauungen und Sterbefälle,1662 beginnend, digital abrufbar.

Das Archiv ist von großer Bedeutung für die Identität und das Selbstverständnis einer Kirchengemeinde. Wir freuen uns, dass sich die Kirchengemeinde des Wertes ihres Archivs bewusst ist und hoffen, dass mit der Archivierung die Nutzungsmöglichkeiten des Archivs gestiegen und seine Erhaltung gewährleistet ist.

Kontakt:
Evangelische Kirchengemeinde Meinerzhagen
Kirchstraße 17
58540 Meinerzhagen
Telefon: 02354/5001
Telefax: 02354/4255
ev.Gemeindebuero.Meinerzhagen@t-online.de
www.evangelische-kirchengemeinde-meinerzhagen.de

Quelle: Westfälischer Anzeiger, 25.8.2011

Nachlass von Otto Hahn im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte

Die Verhandlungen gestalteten sich langwierig und schwierig, doch letztlich gelang es der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, den privaten Nachlass von Otto Hahn zu erwerben. Hahn, Ehrenbürger von Frankfurt, gilt noch heute als einer der bedeutendsten Chemiker, und nennt als Entdecker der Kernspaltung den Nobelpreis sein Eigen.

Die Stiftung übergab seinen Nachlass nun an das Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, das ihn wiederum den Frankfurterinnen und Frankfurtern zugänglich macht. Stets sah sich Otto Hahn seiner Vaterstadt stark verbunden und zeigte sich bei seiner Auszeichnung zum Ehrenbürger in höchstem Maße erfreut. „Fast beschämt“ war Hahn nach eigenen Worten darüber, dass er mit der Auszeichnung die Nachfolge von so herausragenden Persönlichkeiten wie Albert Schweitzer antrat.

Kulturdezernent Felix Semmelroth wertete diese Reaktion als Plädoyer für Humanität als eine der Grundfesten wissenschaftlicher Forschung. 60 Regalmeter umfasst der Bestand und stellt damit einen der wichtigsten und historisch bedeutendsten Nachlässe in den letzten Jahrzehnten dar.

Kontakt:
Institut für Stadtgeschichte
Münzgasse 9
60311 Frankfurt am Main
Telefon: 069/21238425
Telefax: 069/21230753
info.amt47@stadt-frankfurt.de
www.stadtgeschichte-ffm.de

Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Presse und Informationsamt, Pressemitteilung, 24.8.2011

Stadtarchiv Reutlingen erhält Sammlung von 70.000 Sportfotografien

Der Sportfotograf Rudolf Großguth hat dem Stadtarchiv Reutlingen seine rund 70.000 Aufnahmen umfassende Bildsammlung überlassen. Hierbei handelt es sich um 2.700 Kleinbildfilme, welche das sportliche Geschehen in der Region Reutlingen von den späten 1960er Jahren an dokumentieren. Wie Stadtarchivleiter Heinz Alfred Gemeinhardt mitteilte, bildet die Neuerwerbung eine willkommene Ergänzung zum bereits vorhandenen Fotobestand. Zwar besaß man bereits eine der größten kommunalen Fotosammlungen Baden-Württembergs, deren Kernbestände die Aufnahmen des Lokalhistorikers Karl Keim sowie die Archive der Reutlinger Fotohäuser Dohm und Neher bilden, aber dieses Material deckt nur den Zeitraum bis in die 1970er Jahre ab. Dementsprechend schließt sich die neue Sammlung Großguth nahtlos an die alten Bestände an.

Auch Roland Brühl, zuständig für die Fotosammlung des Stadtarchivs Reutlingen, freut sich über den Neuzugang, den er als bedeutendsten der letzten zehn Jahre bezeichnete. Die Aufnahmen seien für die Sportgeschichte der Region von unschätzbarem Wert. Zunächst steht jedoch die archivische Bearbeitung des Bestandes bevor, der komplett digitalisiert werden soll. Rudolf Großguth wurde 1930 in Serbien geboren und kam 1953 nach Reutlingen. Dort begann der hauptberufliche Verkäufer und Lagerist bereits früh mit dem Fotografieren und arbeitete seit Ende der 1960er Jahre als Freiberufler für den Reutlinger General-Anzeiger, später auch für das Wochenblatt.

Im Laufe seiner Karriere hatte Großguth viele Sportgrößen vor der Linse wie beispielsweise 1984 die junge Steffi Graf. Neben der Sportfotografie fertigte Großguth auch Aufnahmen der Stadt Reutlingen an. Auch diese Bilder sind Bestandteil der Sammlung, welche dem Stadtarchiv übergeben wurde und dokumentieren den schleichenden Wandel im städtischen Erscheinungsbild.

Kontakt:
Stadtarchiv Reutlingen
Marktplatz 22
72764 Reutlingen
Telefon: 07121 303/2386
Telefax: 07121 303/2758
stadtarchiv@reutlingen.de

Quelle: Schwäbisches Tagblatt, 25.8.2011

Stadtarchiv und Stadtmuseum in Kitzingen wollen Briefe von Paul Eber erwerben

Das Stadtarchiv Kitzingen und das Stadtmuseum Kitzingen haben großes Interesse daran, zwei 450 Jahre alte Handschriften des evangelischen Theologen Paul Eber zu erwerben. Die beiden Briefe von 1548 und 1566 befinden sich im Wiener Antiquariat Inlibris und sind für 16.100 € zum Verkauf angeboten. Zwar hat sich die Stadt Kitzingen die Dokumente bis zum 2. September reservieren lassen, bisher scheiterte der Erwerb aber an den fehlenden finanziellen Mitteln.

Daher rufen Stadtarchiv und Stadtmuseum Kitzingen nun zu Spenden auf, um die wertvollen Autographen eines der berühmtesten Söhne der Stadt doch noch erstehen zu können. Um den historischen Wert der Handschriften abschätzen zu können, hat die Stadt zwei Leseproben von Inlibris erhalten. Aus diesen ist ersichtlich, dass beide Briefe an Ebers Studienfreund, den späteren Kitzinger Bürgermeister Friedrich Bernbeck gerichtet sind und sich mit persönlichen Dingen befassen.

Dass Stadtmuseum und Stadtarchiv gerade jetzt verstärktes Interesse an einem Erwerb der Dokumente äußern, ist auch dem 500. Geburtstag Ebers geschuldet, den die Stadt Kitzingen in diesem Jahr feierlich begeht. Geplant ist unter anderem eine Ausstellung, die durch die beiden Briefe aufgewertet werden soll. Paul Eber wurde 1511 in Kitzingen geboren und studierte an der Universität Wittenberg, wo er von Philipp Melanchthon gefördert wurde. Wittenberg blieb auch nach der Studienzeit Lebens- und Wirkungsmittelpunkt Ebers. So übte der Reformator mehrere Professuren an der Universität Wittenberg aus und war Oberprediger an der dortigen Schlosskirche. Eber starb 1569 daselbst.

Kontakt:
Stadtarchiv Kitzingen
Frau Doris Badel M.A.
Landwehrstr. 23
97318 Kitzingen
Telefon: 09321/927062
doris.badel@stadt-kitzingen.de
www.kitzingen.info/stadtarchiv.0.html

Quelle: Main Post, 23.8.2011

Gedächtnis des Freistaates Sachsen erstrahlt in neuer Schönheit

Das modernste Archiv Deutschlands wurde am 24. August 2011 übergeben: Sachsens Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland und Innenminister Markus Ulbig haben das sorgsam sanierte, historische Gebäude des Hauptstaatsarchivs Dresden eingeweiht. Die Sanierung und der Umbau haben drei Jahre gedauert. Die Räume sind Teil eines Gebäudekomplexes, der Altes und Neues auf einmalige und beeindruckende Weise miteinander verbindet. Mit über 9.000 Benutzungen im Jahr gehört es zu den am meisten gefragten Archiven in Deutschland.

„Das historische Archivgebäude verkörpert die Schönheit und Eleganz des Jugendstils. Nach dem Umbau und der behutsamen Erneuerung ist es für die Nutzer nicht nur besser zu erreichen. Durch den neuen Haupeingang öffnet sich das Gebäude auch städtebaulich“, sagte der Finanzminister zur Eröffnung. „Mit dieser Investition sichern wir das uns anvertraute kulturelle Erbe für unsere Kinder und für die nachwachsenden Generationen.“ „Das 1834 gegründete Hauptstaatsarchiv in Dresden ist eines der am häufigsten aufgesuchten Archive der Bundesrepublik. Das liegt vor allem an der großen Bandbreite und der Einzigartigkeit seiner Archivalien. Diese Dokumente, die unsere gemeinsame Geschichte, unsere gemeinsame Identität prägen, gilt es zu schützen. Mit der Einweihung des sanierten Hauptstaatsarchivs in Dresden machen wir dafür heute einen großen Schritt. Einen großen Schritt, um das Gedächtnis Sachsens zu sichern und für die kommenden Generationen zu bewahren“, sagte Innenminister Ulbig.

Bereits im Jahr 2008 wurde der Erweiterungsbau – das neue Magazin – in energiesparender und damit klimafreundlicher – Passivhausbauweise fertig gestellt. Der Freistaat Sachsen hat in die Sanierung des historischen Gebäudes rund 26 Millionen Euro investiert und in den gesamten Komplex rund 41 Millionen Euro. Der unter Denkmalschutz stehende Altbau mit circa 10.000 qm Hauptnutzfläche wurde unter Projektleitung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement grundlegend saniert und mit neuen technischen Anlagen ausgerüstet. Sicherheit, Klima, Brandschutz und die Bedingungen zur Lagerung des Archivguts entsprachen nicht mehr zeitgemäßen Anforderungen. So wurden etwa moderne klimatechnische Anlagen installiert, die die hohen Anforderungen an die Lagerung des Archivgutes erfüllen (18 Grad Celsius und 50 Prozent Luftfeuchte).

Der Innenhof wurde in 21 m Höhe mit einer Stahl-Glas-Konstruktion überdacht. Dabei kamen 17 t Stahl und 13 t Glas zum Einsatz. Die flach gewölbte Gitterschale besteht aus 136 dreiecksförmigen Einzelflächen. Die Überdachung dient einerseits der Verbesserung der klimatischen Verhältnisse im Gebäude. Gleichzeitig wird der neu geschaffene Raum als Foyer genutzt. Um den überdachten Innenhof herum befinden sich nunmehr im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss die Archivgutausgabe, Lese- und Beratungsplätze sowie ein Filmlesesaal. Da im Staatsarchiv selbst umfangreiche Unterlagen zur Planung und zum Bau der Gebäude lagerten, konnten viele bauliche Details originalgetreu wiederhergestellt werden. Die historischen Fassaden wurden gereinigt und erhielten ihre ursprüngliche Farbgebung zurück. Der Lesesaal wurde zum Vortrags- und Ausstellungssaal für bis zu 100 Personen umgebaut und kann nun häufiger für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt werden. Hierzu tragen die mobile Bestuhlung sowie mobile Vitrinen bei. Die historische Ausstattung des ehemaligen Lesesaals sowie das repräsentative Treppenhaus bleiben erhalten.

An der Ecke Archivstraße/Paul-Schwarze-Straße entstand ein neuer Besuchereingang, der die Vorderfront des historischen Archivgebäudes städtebaulich betont. Da das Archiv jetzt über zwei separate Eingänge verfügt, können Veranstaltungen nunmehr auch abends, getrennt vom Archivbetrieb, stattfinden. Das Hauptgebäude des Archivs wurde in den Jahren 1912 bis 1915 nach einem Entwurf des Geheimen Baurats Karl Ottomar Reichelt erbaut. Die Speicherkapazität war auf 100 Jahre ausgelegt. Da die Kapazitäten durch den erheblichen Zuwachs an Archivalien aus den aufgelösten DDR-Einrichtungen bald erschöpft waren und die Gebäude nicht mehr heutigen Anforderungen entsprachen, wurde 2005 ein Architektenauswahlverfahren für einen Erweiterungsneubau durchgeführt. Die Planungen für den Erweiterungsneubau und für die Sanierung des Altbaus wurden durch das Hamburger Architekturbüro Schweger Associated Architects GmbH ausgeführt.

Am 6. Oktober 2006 begannen mit dem ersten Spatenstich für die Baugrube die Arbeiten für den Neubau, der im Mai 2008 fertig gestellt wurde. Insgesamt entstanden im Alt- und Neubau Platz für über 54.000 laufende Meter Akten und über 920.000 Karten und Pläne. Das Hauptstaatsarchiv Dresden ist zuständig für das Archivgut der Ministerien des Freistaates Sachsen sowie von Gerichten, Behörden und öffentlichen Stellen im Landesdirektionsbezirk Dresden. Sein Bestand umfasst über 47.000 laufende Meter Akten und Amtsbücher, ca. 53.000 Urkunden, über 366.000 Karten und Pläne sowie zahlreiche andere Archivalien. Die Überlieferung reicht von der ältesten Urkunde aus dem Jahr 948 bis in die jüngste Gegenwart.

Kontakt:
Hauptstaatsarchiv Dresden
Archivstraße 14
01097 Dresden
Telefon: 0351/79997610
Telefax: 0351/79997609
poststelle-d@sta.smi.sachsen.de
www.archiv.sachsen.de/107.htm

Quelle: Freistaat Sachsen, Pressemitteilung, 24.8.2011

Stadtarchiv Mettmann erhält Krediturkunde von 1703

Das Stadtarchiv Mettmann hat eine aus dem Jahre 1703 stammende Krediturkunde inklusive Vollmacht aus den Beständen des Archivs der Evangelischen Kirchengemeinde Mettmann erhalten. Der dortige ehrenamtliche Archivpfleger Peter Birschel hatte das für ihn unleserliche Schriftstück in einem Schrank gefunden und das Dokument zunächst zur Restaurationswerkstatt des Landschaftsverbands Rheinland gebracht. Aufgrund des ideellen Wertes der Urkunde machten ihm die Restauratoren des Landschaftsverbandes ein günstiges Angebot. Die Kosten, welche im unteren dreistelligen Bereich lagen, trug letztlich die Mettmanner Habris-Stiftung.

Informationen über den Inhalt der Urkunde konnte Birschel aber erst beim Stadtarchiv Mettmann erfahren. Dort wurde schnell klar, dass es sich um eine Krediturkunde handelte, in welcher sich Friedrich Arnold Freyherr von der Horst und seine Gemahlin Christina Wilhelmina von Kirchenmann Petro Sommers 3.500 Reichsthaler liehen. Birschel übergab das empfindliche Schriftstück dann aus konservatorischen Gründen in die Obhut des Stadtarchivs.

Kontakt:
Stadtverwaltung Mettmann
Stadtarchiv
Neanderstr. 85
40822 Mettmann
Telefon: 02104/980159
Telefax: 02104/980721
archiv@mettmann.de
www.mettmann.de/rathaus/fb1/fb1_1/fb1_1_1/archiv.php

Quelle: Westdeutsche Zeitung, 23.8.2011

Historiker Harry Slapnicka verstorben

Wie jetzt bekannt wurde, ist der oberösterreichische Historiker Prof. Harry Slapnicka am 13. August 2011 im Alter von 93 Jahren gestorben. Slapnicka wurde 1918 in Klodno in der heutigen tschechischen Republik geboren und studierte zwischen 1937 und 1940 Geschichte sowie Politik- und Rechtswissenschaften an der Karls-Universität in Prag. Nach dem Kriegseinsatz im Zweiten Weltkrieg und der anschließenden Gefangenschaft kam Slapnicka im Herbst 1946 nach Oberösterreich.

Dort leitete er bis 1961 das Sekretariat der Diözesancaritas in Linz. 1955 wechselte er dann als Redakteur zum Linzer Volksblatt, dem Vorgänger des Neuen Volksblattes, wo er von 1961 bis 1970 die Tätigkeit des Chefredakteurs versah. Ab 1971 übernahm Slapnicka den Aufbau und die Leitung der neu geschaffenen Abteilung "Zeitgeschichte und Dokumentation" am Oberösterreichischen Landesarchiv. In dieser Zeit entstanden auch seine mehr als 300 Publikationen, unter denen die Werke „Oberösterreich unter Kaiser Franz Josef (1861-1918)“ und „Oberösterreich als es Oberdonau hieß“ hervorzuheben sind.

Neben seiner Tätigkeit als Archivar hielt Slapnicka geschichtliche Vorlesungen an der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz und war freier Mitarbeiter mehrerer Zeitungen und des ORF. Im Laufe seines Lebens wurde er mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst erster Klasse, der Kulturmedaille des Landes Oberösterreich und dem Landeskulturpreis für Geisteswissenschaften ausgezeichnet.

Quelle: Neues Volksblatt, 23.8.2011

Zukünftige Nutzung des ehemaligen Stasi-Gefängnisses in Chemnitz weiter ungewiss

Die Zukunft des ehemaligen Gefängnisses des Staatssicherheitsdienstes in Chemnitz ist weiterhin offen. Während die Bundesbehörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) für eine Verwendung des Komplexes als Gedenkstätte und die Unterbringung ihrer Chemnitzer Außenstelle plädiert, möchte der Freistaat Sachsen das Gebäude weiterhin gerne verkaufen.

Am 22. August 2011 diskutierten erstmals der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn, der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, die Stiftung Sächsische Gedenkstätten sowie Landes- und Kommunalpolitiker über die weitere Nutzung des Areals. Laut Jahn ist die ehemalige Justizvollzugsanstalt Chemnitz-Kaßberg ein authentischer Ort für das DDR-Unrecht, den es zu erhalten gilt. Es dürfe nicht so sein wie in Berlin, wo 50 Jahre nach dem Bau der Mauer nur noch 100 Meter übrig sind.

Hinzu komme, dass die momentane Außenstelle der BStU in Chemnitz nicht den Anforderungen eines modernen Archivbaus entspräche. Daher böte sich ein Umzug an, in dessen Vorfeld jedoch auch ein Teil der ehemaligen Haftanstalt für die Behörde umgebaut werden müsse. Unterstützung in diesem Anliegen erhielt Jahn von ehemaligen Häftlingen und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten.

Diplomatisch zeigte sich derweil der Vertreter des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement. Es sei noch niemand mit einem solchen Nutzungsanliegen konkret an sie herangetreten. Vor allem müssten dabei auch technische Gegebenheiten beachtet werden. Das Gefängnis sei nicht zuletzt aus baulichen Gründen geschlossen worden. Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack forderte schließlich die Aussetzung der Verkaufsaktivitäten durch den Freistaat. Die Vorschläge der BStU sollten geprüft und entsprechende Auflagen in das Verkaufsangebot eingearbeitet werden, doch dazu müsse sich erst eine Mehrheit im Landtag finden.

Kontakt:
BStU
Karl-Liebknecht-Straße 31/33
10178 Berlin
Telefon: 030/232450
Telefax: 030/23247799
post@bstu.bund.de
www.bstu.bund.de

Quelle: Freie Presse, 22.8.2011

Neuer Leiter des Nordhäuser Stadtarchivs

Dr. Wolfram Theilemann wird ab 1. Januar 2012 neuer Leiter des Stadtarchivs Nordhausen. Dies hat der Hauptausschuss des Stadtrates auf seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen. Damit folgt Theilemann auf Hans-Jürgen Gröhnke, der in diesem Jahr in Ruhestand gegangen war, seine Amtsgeschäfte jedoch bis Ende Dezember kommissarisch weiterführt.

Theilemann, zurzeit noch Leiter des Zentralarchivs der evangelischen Kirche im siebenbürgischen Sibiu, konnte sich damit gegen 32 Mitbewerber durchsetzen. Dass die Wahl auf den Diplom-Archivar und promovierten Philosophen fiel, begründete der Hauptausschuss des Stadtrates unter anderem mit dessen umfangreichen Kenntnissen im Aufbau und Betrieb eines kulturhistorisch wertvollen Archivs.

Darüber hinaus besitze Theilemann fundierte museologische Kenntnisse, welche er sich beim Aufbau eines 2007 neugegründeten Museums erwarb und verfolge eine vernetzte Denkweise im Zusammenspiel von musealen, archivischen und kulturellen Angeboten. Dies zeige sich nicht zuletzt durch seinen Lehrauftrag für Kulturdenkmalpflege im Studiengang Schutz europäischer Kulturgüter an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder.

Ferner soll das Nordhäuser Archiv unter Theilemann einen weiteren Schritt bei der Retrokonversion machen. Wie Oberbürgermeisterin Barbara Rinke betonte, bringe Theilemann hierfür mit seinen vielfältigen Erfahrungen in der IT-gestützten Erschließung und Digitalisierung von Archivbeständen die besten Voraussetzungen mit.

Kontakt:
Stadt Nordhausen
Amt für Kultur, Soziales und Bildung
Stadtarchiv
Neues Rathaus
Markt 15
99734 Nordhausen
Telefon: 03631/696450
Telefax: 03631/696430
stadtarchiv@nordhausen.de

Quelle: Neue Nordhäuser Zeitung, 22.8.2011