Stadtarchiv Eisenach erhält Nachlass der Unternehmerfamilie Adami

Um ein Stück Eisenacher Firmengeschichte reicher ist seit dem 6.5.2015 das Stadtarchiv Eisenach. Volker Adami überreichte den Nachlass der ehemaligen Seifensiederei Adami und des dazugehörigen ehemaligen Ladengeschäftes in der Eisenacher Querstraße an Dr. Reinhold Brunner (Leiter des Amtes für Bildung). Volker Adami, 1941 in Eisenach geboren, ist der Sohn des letzten Eigentümers Hermann Adami. Volker Adami hat selbst als Jugendlicher im Geschäft seines Vaters mitgearbeitet. Der Weihnachtsverkauf gehörte ebenso dazu wie das obligatorische Putzen des Firmenautos oder das Reinigen des Hofes.

Abb.: Der Eisenacher Stadtarchivar Dr. Reinhold Brunner (links) und Nachlassgeber Volker Adami (Foto: Stadt Eisenach)

Abb.: Der Eisenacher Stadtarchivar Dr. Reinhold Brunner (links) und Nachlassgeber Volker Adami (Foto: Stadt Eisenach)

Gegründet wurde die Seifensiederei Adami am 29. April 1848. Vier Generationen führten das Eisenacher Unternehmen, bis es 1972 verstaatlicht wurde. „Jede Generation hatte ihre eigenen Dokumente“, so Volker Adami. Dazu gehören unter anderem Soldbücher, Militärpässe, Presseartikel, Fotos und Postkarten aus den Jahren 1900 bis 1920. Gesellenbriefe und Urkunden – alles Originaldokumente – vervollständigen den Nachlass. Auch ein kleines Notizbuch ist dabei. „Es gehörte meinem Großvater und enthält aufgelistet alle Fliegeralarme und Bombenangriffe aus Eisenach im Zweiten Weltkrieg“, erklärte Adami. Er hat alle Unterlagen gesichtet, sortiert und sie anschließend in vier Ordnern zusammengefasst. Digital existieren die Unterlagen ebenfalls.

„Für unser Stadtarchiv sind diese wirtschaftsgeschichtlichen Zeugnisse sehr wertvoll“, bedankte sich Stadtarchivar Dr. Brunner für die Schenkung. „Vielen Eisenachern ist das Ladengeschäft in der Querstraße sicherlich noch bekannt.“ Der Nachlass dokumentiert außerdem ein Stück Eisenacher Wirtschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Dazu möchte Volker Adami mit seiner Schenkung einen Beitrag leisten. „Als gebürtiger Eisenacher möchte ich der Stadt diese Geschichte zurückgeben. Sie soll fachgerecht für die Zukunft aufbewahrt werden“, sagte er.

Im Eisenacher Stadtarchiv lagern derzeit zwölf Bestände ehemaliger mittelständischer Eisenacher Unternehmen. Die Bestände befinden sich in den Räumen des ehemaligen O2, dem heutigen Automobilbaumuseum.

Kontakt:
Stadtarchiv Eisenach
Stadtverwaltung
Am Markt 24
99817 Eisenach
Telefon: 03691/670 132 -135
Fax: 03691/670913
archiv@eisenach.de

Quelle: Stadt Eisenach, Pressemitteilung, 6.5.2015

DFG-Projekt »Aufbau eines Archivportals-D« wird fortgesetzt

Daniel Fähle und Christina Wolf von der im Landesarchiv Baden-Württemberg angesiedelten Projektleitung „Aufbau eines Archivportals-D“ informieren jetzt darüber, dass das DFG-Projekt fortgesetzt wird:

Nach dem Start des Archivportals-D im Herbst 2014 tritt das Aufbauprojekt zum 1. Juni 2015 in eine neue Phase ein. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen entsprechenden Antrag des Projektkonsortiums auf eine weitere einjährige Förderung in vollem Umfang bewilligt. Damit können die Arbeiten am deutschen Archivportal in einem Anschlussprojekt fortgeführt werden. Zudem kann das Projektteam auch im kommenden Jahr Archive auf dem Weg zur Portalteilnahme und insbesondere bei der Datenaufbereitung unterstützen.

Die zweite Projektphase dient der weiteren Konsolidierung und Optimierung des Systems. Desweiteren wird insbesondere der Daten-Ingest weiter befördert, indem einzelne Archive, Betreiber von Regionalportalen und Hersteller archivischer Erschließungssoftware beraten bzw. unterstützt werden. Außerdem werden Verfahren zur automatisierten Normdatenanreicherung in Verbindung mit der Gemeinsamen Normdatei (GND) erprobt, um den Einsatz von Normdaten insbesondere in den Bereichen Personen/Persönlichkeiten und Geografie in der archivischen Erschließung voranzubringen.

Folgerichtig wurde der Kreis der Projektpartner für diese neue Projektphase um die Deutsche Nationalbibliothek erweitert, durch deren Rolle als Koordinator der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) zugleich eine enge Verzahnung mit dem Mutterprojekt des Archivportals-D gewährleistet ist.

Weitere Informationen zum Projekt „Aufbau eines Archivportals-D“: http://www.landesarchiv-bw.de/web/54267

Über Fortgang und Ergebnisse des Projekts wird in gewohnter Weise auf Fachveranstaltungen, in Veröffentlichungen und in der Rubrik „Aktuelles“ des Archivportals-D informiert.

All diejenigen, die noch nicht im deutschen Archivportal und der DDB vertreten sind, werden zugleich ermuntert, die Chance zu nutzen: Im kommenden Jahr können Projektleitung und Projektteam noch verstärkt Hilfestellungen auf dem Weg in diese Portale bieten. Der Kontakt ist über archiv@deutsche-digitale-bibliothek.de herzustellen. Über die Schritte zur Beteiligung siehe https://www.archivportal-d.de/info/about/Tipps_zur_Beteiligung.

Kontakt:
Daniel Fähle und Christina Wolf
Projektleitung „Aufbau eines Archivportals-D“
Landesarchiv Baden-Württemberg
– Zentrale Dienste –
Eugenstr. 7
70182 Stuttgart
archiv@deutsche-digitale-bibliothek.de
www.landesarchiv-bw.de
www.archivportal-d.de

Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Aktuelles, 4.5.2015

Neu-Ulmer Stadtarchiv sucht Zeitzeugen

In diesem Jahr jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 70. Mal. Das Stadtarchiv Neu-Ulm nimmt dies zum Anlass, im Rahmen eines Zeitzeugenprojekts Berichte, Erfahrungen und Überlieferungen von Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden oder geflüchtet sind, zu sammeln und für die Nachwelt zu dokumentieren.

Gesucht werden deshalb Heimatvertriebene (und deren Nachfahren), die während oder nach Ende des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen mussten und deren Flucht in Neu-Ulm endete. „Diese Menschen haben unsagbares Leid erlitten. Sie mussten ihre Heimat verlassen und meist all ihre Habseligkeiten zurücklassen. Sie haben sich auf eine Reise ohne Ziel begeben. Für sie war nur wichtig, ihr eigenes Leben und das der Familie zu retten“, erzählt Janet Loos, die Leiterin des Neu-Ulmer Stadtarchivs.

Für Loos sind die Erinnerungen der Menschen unschätzbare Werte, die nicht verloren gehen dürfen. Deshalb möchte sie so viele Erinnerungen wie möglich für die Nachwelt festhalten. Was haben die Menschen auf ihrer Flucht erlebt? Was konnten sie mitnehmen, was mussten sie zurücklassen? Welche Erinnerungen haben sie an die Vertreibung? Wohin führte ihre Flucht? Welche Erlebnisse verbinden sie mit der zeitweisen Einquartierung und wie haben sich hier ein neues Leben aufgebaut? Solche und ähnliche Fragen wollen Loos und ihr Mitarbeiter Kevin Geilen aus dem Stadtarchiv den Zeitzeugen im Rahmen eines persönlichen Interviews stellen.

Grundlage dieses Interviews ist ein ausgearbeiteter Fragenkatalog, der im Stadtarchiv Neu-Ulm sowie der Stadtbücherei (Heiner-Metzger-Platz 1) ausliegt und den Zeitzeugen vorab zur Verfügung gestellt wird. Die Antworten und Informationen werden aufgezeichnet, anschließend schriftlich festgehalten und im Stadtarchiv archiviert. Die Interviews werden im Rathaus oder direkt bei den Zeitzeugen zuhause geführt. „Es wäre toll, wenn sich möglichst viele Bürger an dem Projekt beteiligen würden“, erklärt Loos. Denn: „Je mehr Erfahrungen geschildert werden, desto mehr Erinnerungen bleiben dauerhaft für die künftigen Generationen erhalten“.

Info:
Heimatvertriebene und Flüchtlinge, die ihre Erinnerungen von Flucht, Vertreibung und Ankunft in Neu-Ulm gerne schildern möchten, können sich beim Neu-Ulmer Stadtarchiv melden. Ansprechpartner ist Herr Kevin Geilens, Telefon (0731)7050-6402.

Der Fragenkatalog für das Interview kann im Stadtarchiv Neu-Ulm (Rathaus, Zimmer 6, Erdgeschoss) sowie in der Stadtbücherei abgeholt oder hier heruntergeladen werden:

Kontakt:
Stadtarchiv Neu-Ulm
Rathaus Neu-Ulm
Erdgeschoss, Zimmer 6-7
Augsburger Straße 15
89231 Neu-Ulm
Telefon (0731) 7050-6402
Fax (0731) 7050-6499
stadtarchiv@neu-ulm.de
www.stadtarchiv.ulm.de

Quelle: Stadt Neu-Ulm, Pressemeldung, 30.4.2015

Tages-Ticker Wedel 1945

Die britische Armee beschießt Wedel von der gegenüberliegenden Elbseite. Parteigrößen vernichten belastendes Material. Angst, Ungewißheit, Reinwaschen. Die letzten braunen Tagen in der Stadt. Wie geht es weiter? – Seit dem 1. April 2015 betreiben Archivarin Anke Rannegger (Stadtarchiv Wedel) und Dr. Arno Schöppe (Geschichtswerkstatt Wedel) einen tagesaktuellen „Live-Ticker“ auf der Website der Stadt Wedel. Jeden Tag können Besucher dort nachvollziehen, was genau vor 70 Jahren in Wedel und beim britischen A-Squadron geschah.

Akten aus dem Stadtarchiv Wedel, Briefe und Zeitzeugenberichte, das Kriegstagebuch der 11 Husaren ‚Prince Albert´s Own‘.  Mit diesen Quellen nähert sich der Tages-Ticker dem Geschehen bei Kriegsende in Wedel an. Und während die Wedeler in ihrer Stadt vor 70 Jahren auf das Ende des Krieges warteten, herrschten in Norddeutschland Chaos und viel Bewegung. Flüchtlinge aus den Ostprovinzen und von Helgoland wurden in Wedel einquartiert. Am 19. April 1945 überquerte ein Zug aus tausenden russischer Kriegsgefangenen die Elbe. Sie kamen vermutlich aus dem KZ Neuengamme und wurden in Richtung Elmshorn getrieben. Am Ende blieb den Wedelern der verbissene Kampf um jedes Haus erspart. Am 3. Mai 1945 übergab der Hamburger Reichsstatthalter Karl Kaufmann die Hansestadt kampflos an die Allierten. Einen Tag später nahmen die Briten auch Wedel ohne Widerstand ein. – Anke Rannegger und Arno Schöppe tickern noch bis Ende Mai 2015 auf der Website der Stadt.

Link:
Tages-Ticker Wedel 1945

Kontakt:
Stadtarchiv Wedel
Anke Rannegger
Rathausplatz 3-5
22880 Wedel
Telefon: 04103 707 215
Fax: 04103 707 88 215

Quelle: Stadt Wedel, Tages-Ticker; Wedel-Schulauer-Tageblatt, 29.4.2015

»Familienbuch Sieglar 1689-1984« in drei Bänden erschienen

Das Sieglarer Familienbuch für die Zeit von 1689 bis 1984 liegt in drei umfangreichen Bänden druckfrisch vor. Es wurde von Peter Höngesberg und Heribert Müller in ehrenamtlicher Arbeit seit 2012 akribisch bearbeitet. Band 33 der Schriftenreihe des Stadtarchivs Troisdorf fasst übersichtlich und aktualisiert vorherige Ausgaben zusammen, die seit Anfang der 1990er Jahre erstellt worden waren. Das Familienbuch beinhaltet personengeschichtliche Sekundärquellen der Familien, die sich in 10 Kirchenbüchern und 235 Standesamtsregistern nachweisen lassen.

Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski, die Leiterin des Troisdorfer Stadtarchivs, Antje Winter, und die beiden Bearbeiter stellten das Familienbuch im Rathaus vor. „Die Herren Müller und Höngesberg haben die gut geordneten Bände mit viel Engagement und Herzblut und mit Blick auf die komplexe Geschichte Sieglars zusammengestellt“, lobte Bürgermeister Jablonski die breit angelegte Arbeit. Die beiden Bearbeiter wurden durch Wilhelm Müller und Johannes Hardt tatkräftig unterstützt.

Legten das Sieglarer Familienbuch vor: v.l. Peter Höngesberg, Antje Winter, Heribert Müller, Johannes Hardt und Wilhelm Müller im Rathaus (Foto: Stadt Troisdorf)

Abb.: Legten das Sieglarer Familienbuch vor: v.l. Peter Höngesberg, Antje Winter, Heribert Müller, Johannes Hardt und Wilhelm Müller im Rathaus (Foto: Stadt Troisdorf)

Mit aufgenommen wurden auch Notizen und Anekdoten, die die jeweiligen Pfarrer zu besonderen Ereignissen eingetragen hatten. So bekommt man zum Beispiel bei damaligen Unfällen oder Mordfällen den zeitgeschichtlichen Hintergrund anschaulich erläutert.

Die Erläuterungen umfassen auch Berichte zur Verfolgung jüdischer Familien aus Sieglar in der NS-Zeit und die Entwicklung im Ort nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Standesamtsregister umfassen die Geburten bis 1914, die Hochzeiten bis 1934 und die Sterbefälle bis 1984. Alle späteren Daten unterliegen jeweils dem Datenschutz.

Quellen leserfreundlich aufbereitet
Das leserfreundlich aufbereitete Werk beinhaltet hilfreiche Übersetzungen der lateinischen und der Fachbegriffe. Es dient nicht zuletzt dem Schutz der Originalbücher, denn „die Quellen müssen gehegt und gepflegt werden“, betonte Heribert Müller. Bürgermeister Jablonski dankte „für die mühevolle Arbeit, die mit Sorgfalt und Sachverstand durchgeführt worden ist“. In ihrem Vorwort schreiben Bürgermeister Jablonski und Archivleiterin Winter:

„Ein Familienverband mit allen zugänglichen Daten ist jeweils verbunden aufgeführt. Weiterhin erkennen interessierte Forscher/innen den Zusammenhang durch den Verweis auf die jeweiligen Eltern der aufgelisteten Personen. Selbst die Ehegatten/innen der Kinder werden berücksichtigt, sofern die Primärquellen es zulassen.

Aktualisierung und Übersichtlichkeit
Das vorliegende Familienbuch Sieglar ist eine Zusammenfassung aller bereits erschienenen Sieglarer Varianten. Ein wichtiger Vorteil besteht in der Fortschreibung und Aktualisierung der Daten.

Den Bearbeitern ist es gelungen, durch diese zusammenführende Fortschreibung ein Werk zu erstellen, das wegen seiner Handhabung und Übersichtlichkeit überzeugt. Die enthaltenen Transkriptionen, also Übertragungen von verschiedenen beispielhaften Urkunden, komplettieren das Werk: Es leistet wertvolle Hilfe beim Einstieg in die vertiefte Auseinandersetzung mit familienforscherischen Anliegen.

Blick in die Gesellschaftsgeschichte
Aber auch in thematischer Hinsicht ermöglicht das Familienbuch in dem Betrachtungsausschnitt vielfältige Entdeckungen: Beispielhaft sei erwähnt, dass sich im 19. Jahrhundert das forcierte Wachstum regionaler Wirtschaft und Industrie manifestiert, im folgenden Jahrhundert der Einsatz von ‚Gastarbeitern‘ aus besetzten Gebieten, der Tribut und die Folgen der beiden Weltkriege für die hiesige Bevölkerung – sie erscheinen in mancher Zahl und manchem Einzelschicksal brennglasartig“.

Das imposante Werk mit über 1.700 Seiten wird Grundlage für familien- und stadtgeschichtliche Forschungen sein. Die drei zusammenhängenden Bände kosten 25 Euro. Man erhält sie im Stadtarchiv Troisdorf, Rathaus Kölner Str. 176, UG, oder bei der Buchhandlung Kirschner, Hippolytusstraße in Troisdorf-Mitte, im Buchhandel zu bestellen mit der ISBN 978-3-9817297-0-2. Genealogischen Forschern hilft bei der Suche nach jeweiligen Vorfahren das Stadtarchiv Troisdorf im Rathaus.

Kontakt:
Stadtarchiv Troisdorf
Rathaus der Stadt Troisdorf
Kölner Str. 176
53840 Troisdorf
Tel. 02241/900-135
Stadtarchiv@Troisdorf.de

Quelle: Peter Sonnet / Stadt Troisdorf, Pressemeldung 190, 27.4.2015

Kreisarchiv des Ennepe-Ruhr-Kreises neu eingerichtet

„Archivalien sind nicht nur spannende Wegweiser in die Vergangenheit, sie haben auch Gewicht und verlangen nach Raum: Für das Kreisarchiv haben wir diesen glücklicherweise in Wetter finden können. Das Projekt zeigt, wie Städte und Kreis zusammenspielen können.“ Bei der offiziellen Eröffnung des neu eingerichteten Kreisarchivs des Ennepe-Ruhr-Kreises am 17.4.2015 wertete Landrat Dr. Arnim Brux das Vorhaben als gelungenes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit im Ennepe-Ruhr-Kreis.

In einer umgebauten, denkmalgeschützten Turnhalle in der Theodor-Heuss-Straße 1 in Wetter finden ab sofort Karten und Bücher, Akten und Bilder auf 2.300 laufenden Regalmetern den Platz, den sie brauchen. Oder – andere Zahlenkombinationen – auf einer Fläche von 292 Quadratmetern können Unterlagen mit einem Gewicht von rund 180 Tonnen untergebracht werden, ein Archivwagen mit 50 Regalböden kann rund 3.000 Kilogramm Papier aufnehmen.

Abb.: Das Kreisarchiv ist in einer ehemaligen Turnhalle in Wetter untergebracht. Nach dem erfolgten Umbau herrscht hier für die Archivalien eine Atmosphäre zum Wohlfühlen (Foto: Ennepe-Ruhr-Kreis)

Abb.: Das Kreisarchiv ist in einer ehemaligen Turnhalle in Wetter untergebracht. Nach dem erfolgten Umbau herrscht hier für die Archivalien eine Atmosphäre zum Wohlfühlen (Foto: Ennepe-Ruhr-Kreis)

„Hoffentlich wird es viele an Geschichte Interessierte geben, die sich das, was das Kreisarchiv zu bieten hat, vorlegen lassen und für ihre Zwecke benötigen können“, setzt der Landrat auf viele Nutzer. „Schulklassen, Heimatforscher und Historiker, sie alle sind herzlich eingeladen, die Dokumente unserer Geschichte das erzählen zu lassen, was sie uns zu sagen haben. Ich bin sicher: Jeder einzelne Beitrag, der auch mit Informationen aus dem Kreisarchiv geschrieben werden wird, macht unsere Vergangenheit lebendiger und begreifbarer.“ Die von Kreispolitik und Kreisverwaltung jährlich zur Verfügung gestellten 120.000 Euro seien vor diesem Hintergrund bestens investiert.

IIn den letzten Wochen haben Archivleiter Dr. Dietrich Thier, Kreisarchivarin Dr. Dagmar Hemmie, und Mitarbeiterin Bianka Sachs damit begonnen, acht Jahrzehnte Kreisgeschichte aufzuarbeiten. „Diese drei sind es auch, die durch ihre Arbeit den Zugriff auf das mit Sicherheit Lesenswerte über und aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis erst möglich machen“, so Bürgermeister Frank Hasenberg. Ein Besuch in der Bismarckstraße in Alt-Wetter lohne immer, „denn bereits die jetzt vorhandenen Dokumente haben aus dieser ehemaligen Turnhalle längst eine Schatztruhe voller historischer Fundstücke und einem Wegweiser in die Geschichte des Kreises gemacht.“

Die meisten von ihnen hatten den Weg aus dem Staatsarchiv in Münster oder aus dem Keller des Kreishauses nach Wetter gefunden. Beim Blick auf die Unterlagen, die palettenweise abgeladen worden waren, hatte Thier erklärt: „Das ist fast so eine Art Wundertüte. Die Bestände haben noch keine Systematik. Alles, was angeliefert wird, müssen wir erst sichten und dann entsprechend einordnen.“ Einige der ersten Archivalien waren Katasterunterlagen. „Da sind herrliche Stücke dabei, die bis ins Jahr 1824 zurückreichen“, freute sich Thier. „Etwa kolorierte Karten, die Aufschluss über die Verteilung von Ackerland geben.“

Der offizielle Startschuss für das Kreisarchiv fiel mit der Vortragsveranstaltung „Zwischen Burgen und Stahl“. Die Referenten Prof. Dr. Heinrich Schoppmeyer, Dr. Stefan Leenen und Dr. Olaf Schmidt-Rutsch sowie Dr. Dietrich Thier zeigten auf, wie Burgen und Stahl die Vergangenheit der Region zwischen Ennepe und Ruhr geprägt haben. Zielgruppe der Vorträge der Fachtagung waren die Archivare der Städte im Kreisgebiet, Vertreter der weiterführenden Schulen und der Heimatvereine der Region.

Schoppmeyer, einer der führenden Vertreter der Geschichte Westfalens im Mittelalter, gab eine spannende Übersicht über die Burgen des Ennepe-Ruhr-Kreises und die wechselvolle Machtpolitik im Mittelalter. Leenen referierte über archäologische Spuren der Burgen in der Region, Schmidt-Rutsch machte Stahl aus dem Ruhrtal am Beispiel der Henrichshütte in Hattingen zum Thema. Abschließend informierte Thier die Gäste über Erkenntnisse zur regionalen Stahlproduktion aus dem Hauptbuch der Schöntaler Eisenwerke Peter Harkort & Sohn 1860/63.

Kontakt::
Dr. Dietrich Thier
Stadtarchiv Wetter (Ruhr)
Kaiserstraße 170
58300 Wetter (Ruhr)
Telefon: +49 2335 840701
Telefax: +49 2335 840111
dietrich.thier@stadt-wetter.de

Quelle: Ennepe-Ruhr-Kreis, Pressemitteilung, 22.4.2015

Türme, Tore, Mauern: Ausstellung zur spätmittelalterlichen Speyerer Stadtbefestigung

Von den einst 68 Mauer- und Tortürmen der Speyerer Stadtbefestigung ist das Altpörtel der bekannteste. Seit kurzem steht im Altpörtel, dem westlichen Stadttor der Stadt Speyer, eine weitere Dauerausstellung der Abteilung Kulturelles Erbe zur Besichtigung. Die neue Präsentation „Türme, Tore, Mauern. Die spätmittelalterliche Speyerer Stadtbefestigung von innen und von außen“ im 1. OG des Torturms widmet sich der Geschichte der Stadtmauern Speyers (Konzept und Gestaltung: Kuratoren Dr. Matthias Preißler und Marcel Flach, Stadtarchivleiter Dr. Joachim Kemper).

Türme, Tore, Mauern: Die spätmittelalterliche Speyerer Stadtbefestigung von innen und außen

Die Befestigung war nicht nur eines der Wahrzeichen der früheren Reichsstadt und bot den Bürgern der Stadt Schutz, sondern symbolisierte auch die Unabhängigkeit und alleinige Unterstellung unter Kaiser und Reich. Auch sozialgeschichtlichen Aspekten wird in der neuen Schau nachgegangen.

Dass im ersten Obergeschoss die Ausstellung „Türme, Tore, Mauern“ eingerichtet werden konnte, verdankt die Stadt dem Lionsclub Speyer, der mit einer Gesamtspende von 25.000 Euro bereits die Finanzierung der Dauerausstellung zum Reichskammergericht in der darüber liegenden Ebene gesichert hatte.

Die Ausstellung zur Stadtbefestigung und die Ausstellung im 4. Stock zum Reichskammergericht sind während den Öffnungszeiten des Altpörtels zu sehen: Mo bis Fr von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, Sa, So und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr. Das Altpörtel ist vom 2. November bis 31. März geschlossen. Ein Katalog zur Ausstellung ist in Arbeit.

Links:

Quelle: Werner Schilling, Schwetzinger Zeitung, 24.4.2015; Stadt Speyer, Pressemitteilung, April 2015; Speyer-Report, 22.4.2015

Spektakuläre Aufnahmen vom Kriegsende 1945 in Westfalen

Frühjahr 1945: Binnen weniger Wochen besetzen alliierte Truppen ganz Westfalen. Stadt für Stadt, Dorf für Dorf werden zum Teil gegen erbitterten deutschen Widerstand, zum Teil auch kampflos erobert. Begleitet werden die rasch vorrückenden Einheiten von kleinen, „eingebetteten“ Kamerateams, die die Besetzung der Region zwischen Ruhr und Weser professionell auf Film festhalten. Genau 70 Jahre später veröffentlicht der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die zum Teil spektakulären Bilder, die US-Kameraleute 1945 drehten, als Filmdokumentation.

Rund acht Stunden des heute in den „National Archives“ in Washington lagernden, sämtlich in schwarz-weiß entstandenen US-Filmmaterials hatte das LWL-Medienzentrum 2005 und 2014 als Kopien in sein Filmarchiv übernommen. „Die Aufnahmen sind für Westfalen von ganz besonderer Bedeutung, weil es zumeist die einzigen bewegten Bilder überhaupt sind, die vom Kriegsende in den Städten und Dörfern unserer Region existieren“, urteilt LWL-Direktor Matthias Löb. „Die überwiegend unveröffentlichten Aufnahmen zeichnen kein vollständiges, aber ein sehr facettenreiches und anschauliches Bild vom Kriegsende in Westfalen“, ergänzt Prof. Markus Köster, Historiker und Leiter des LWL-Medienzentrums, der die Idee zur Veröffentlichung hatte: Die US-Filme zeigen Kampfhandlungen und Kriegszerstörungen ebenso wie die massenhafte Gefangennahme deutscher Soldaten, Begegnungen mit der Zivilbevölkerung, die Befreiung von Zwangsarbeiterlagern, die Internierung von Funktionären des „Dritten Reiches“ sowie alliierte Siegesfeiern und die allmähliche Rückkehr zur Normalität.

Vielerorts empfingen weiße Fahnen die einrückenden Amerikaner, wie hier bei Olpe. Foto: US-National

Vielerorts empfingen weiße Fahnen die einrückenden Amerikaner, wie hier bei Olpe. Foto: US-National

Die Dokumentation „Als die Amerikaner kamen“ enthält unter anderem Filmaufnahmen aus: Altenhundem und Würdinghausen (Kreis Olpe), Bad Salzuflen (Kreis Lippe), Beckum (Kreis Warendorf), Bochum, Gelsenkirchen, Haltern (Kreis Recklinghausen), Hamm, Menden und Hemer (Märkischer Kreis), Herne, Lügde (Kreis Lippe), Minden, Münster, Olpe, Paderborn, Recklinghausen, Elspe, Schmallenberg (Hochsauerlandkreis), Siegen, Soest, Stukenbrock (Kreis Gütersloh), Suttrop bei Warstein (Kreis Soest), Wehrden bei Beverungen (Kreis Höxter) und Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis).

Zum Hintergrund
Obwohl die Aufnahmen der amerikanischen Kameraleute nicht selten inszeniert bzw. nachgestellt wirken, haben sie heute einen hohen zeithistorischen Wert. Sie werfen sie einen Blick von außen auf die deutsche Gesellschaft und rücken auch Aspekte ins Bild, die in den zeitgenössischen deutschen Berichten nicht vorkommen. „Besonders berührt haben mich die Aufnahmen der exhumierten Leichen von 57 Zwangsarbeitern, die in den letzten Kriegstagen im Arnsberger Wald von Wehrmacht und SS erschossen worden waren“, sagt Dr. Ralf Springer, der sich als Leiter des Filmarchivs intensiv mit den Aufnahmen beschäftigt hat. Aber es gebe auch manche Szene, die schmunzeln lässt, etwa die eines kleinen Jungen in Gelsenkirchen, der stolz die Filmklappe eines US-Kameramanns halten darf.

Erste Annäherungen zwischen Besatzern und Besetzten: In Gelsenkirchen darf ein Junge die Filmklappe eines US-Kameramanns halten. Foto: US-National

Erste Annäherungen zwischen Besatzern und Besetzten: In Gelsenkirchen darf ein Junge die Filmklappe eines US-Kameramanns halten. Foto: US-National

Im Wintersemester 2014/15 sind die Filmsequenzen im Rahmen eines Seminars mit Studierenden der Universität Münster gesichtet, analysiert und in ihren jeweiligen historischen Kontext eingeordnet worden. Für die Dokumentation wurden dann unter der Bildregie von Katarzyna Salski die aussagekräftigsten Szenen ausgewählt, mit Musik unterlegt und fachkundig kommentiert. „Ein faszinierendes Zeitdokument der Stunde Null“, meint Salski.

Die DVD „Als die Amerikaner kamen“ kann ab 24. April 2015 im Shop des LWL-Medienzentrums und im Buchhandel erworben werden.

Info:
Als die Amerikaner kamen
US-Filmaufnahmen vom Kriegsende 1945 in Westfalen
DVD mit Begleitheft, Preis 14,90 Euro

Bezug:
LWL-Medienzentrum für Westfalen
Fürstenbergstr. 14
48147 Münster
medienzentrum@lwl.org
www.westfalen-medien.lwl.org

Quelle: LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Mitteilung, 20.4.2015

Landkreis Gießen im Archivportal-D

Der Landkreis Gießen beteiligt sich nunmehr am Archivportal-D. Gießens Kreisarchivarin Sabine Raßner und Landrätin Anita Schneider stellten dieser Tage am Computer das Archivportal-D vor. „Mit der Beteiligung am Archivportal-D werden die Archive im Landkreis Gießen noch bekannter und gewinnen dadurch weitere Nutzer“, sagt Landrätin Anita Schneider. Das im Internet unter www.archivportal-d.de bundesweit und für jedermann zugängliche kostenlose Angebot ermöglicht eine umfassende Recherche in Archivbeständen. Auch die im Landkreis mit sechs Städten und Gemeinden gemeinsam digitalisierten Findbücher sind nun darin zu finden.

Abb.: Viele Informationen aus dem Landkreis: Kreisarchivarin Sabine Raßner und Landrätin Anita Schneider stellen das Archivportal-D vor. Bild: Landkreis Gießen

„Recherchen in den Archiven werden dadurch wesentlich erleichtert und beschleunigt“, erläutert Anita Schneider. Interessierte können bei allen teilnehmenden Archiven gleichzeitig suchen und sich die Ergebnisse und digitalisierte Archivalien anzeigen lassen. Kurz nach dem Start von Archivportal-D im September 2014 stehen bereits über sechs Millionen Datensätze von nahezu 50 Landes- und Staats-, Kirchen- und Kommunalarchiven sowie anderen Einrichtungen bereit.

„Darin zu finden sind nun auch rund 82.000 Verzeichnungseinheiten aus dem Landkreis Gießen“, erklärt Kreisarchivarin Sabine Raßner. Der Landkreis Gießen nimmt hier eine Vorreiterrolle ein, denn bislang sind noch keine weiteren hessischen Kommunalarchive im Archivportal-D präsent.

Wie kam es dazu?
Bis 2012 waren mit Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), einem Eigenanteil der beteiligten Kommunen und einem Zuschuss des Landkreises sogenannte Findbücher unter ihrer Federführung digitalisiert worden. „Das, was in den Archiven verwahrt wird, wie etwa Urkunden, Akten, Amtsbücher oder Pläne, wird nach archivischen Methoden geordnet und erfasst und in einem Findbuch aufgelistet“, erklärt Sabine Raßner weiter.

Es führt alle kleinen und großen Funde eines Archivs wie in einem Inhaltsverzeichnis stichwortartig auf. Insgesamt 54 Findbücher von Kommunalarchiven im Landkreis Gießen wurden digitalisiert. Neben dem Landkreis hatten sich Hungen, Fernwald, Grünberg, Reiskirchen, Pohlheim, Lollar und Lich an dem dreijährigen Projekt beteiligt. Die ältesten in den Findbüchern erfassten Unterlagen stammen aus dem 14. Jahrhundert: Archive sind das Gedächtnis der Kommune und verwahren Unterlagen von historischer Bedeutung.

Für die Digitalisierung der Findbücher waren DFG-Gelder in Höhe von 85.000 Euro in Anspruch genommen worden. Die sieben Kommunen steuerten einen Eigenanteil von 40.000 Euro bei, der wiederum vom Landkreis Gießen mit 10.000 Euro bezuschusst wurde.

„Die Digitalisierung erspart lange Wege“, sagt die Kreisarchivarin. Bislang war ein Findbuch der Schlüssel für das jeweilige Archiv, um an Ort und Stelle regionaler Geschichte nachzuspüren. Jedes Archiv war ein entsprechendes Überraschungs-Ei. Über Schlagworte kann nun per Tastatur abgefragt werden, welche Mühlen es beispielsweise im Landkreis gegeben hat, wie es mit den Finanzen bestellt war oder welche Kriegsüberlieferungen sich erhalten haben.

„Neue Wege zu interessanten Quellen“
Bereits seit 2012 können diese digitalisierten Findbücher von Hungen, Fernwald, Grünberg, Reiskirchen, Pohlheim, Lollar und Lich online recherchiert werden: Unter der Adresse www.kreisarchiv-giessen.findbuch.net können geschichtlich Interessierte kommunenübergreifend und sekundenschnell nachschauen, in welchem Archiv die gewünschten Informationen zu finden sind. Allerdings kann hier nur in Archiven des Landkreises Gießen recherchiert werden.

Nun sind die Archive noch einen Schritt weitergegangen. Ab sofort sind sie auch im Archivportal-D (www.archivportal-d.de) präsent: „Dadurch stehen der heimatgeschichtlichen und der wissenschaftlichen Forschung neue Wege zu interessanten Quellen zur Verfügung“, sagt Landrätin Schneider. Denn: „Das Archivportal-D geht noch einen Schritt weiter und ermöglicht eine deutschlandweite archivübergreifende Recherche.“

Wer will, kann übergreifend in allen Findmitteln der teilnehmenden Archiveinrichtungen recherchieren und sich Suchergebnisse aus den Archiven anzeigen lassen. Dabei kann nach Orts- und Personenbezügen, nach Sachbetreffen oder Entstehungszeiträumen bzw. Herkunft gesucht werden. Möglich ist das bislang in den Beständen von Hungen, Fernwald, Reiskirchen, Pohlheim, Lollar und Lich. Weitere werden folgen.

Es werden unter anderem institutionelle Informationen, eine Beständeübersicht, Findbücher sowie digitales Archivgut für die persönliche Nutzung bereitgestellt. Wer noch breiter recherchieren möchte, wird eventuell in der Deutschen Digitalen Bibliothek (www.ddb.de) fündig. Hier ist nicht nur das Archivportal-D zu finden, sondern zusätzlich auch Museen, Bibliotheken oder auch Einrichtungen der Denkmalpflege.

Interessierte können sich auch direkt bei der Kreisarchivarin Sabine Raßner informieren. Recherchen zu dem Thema sind im Internet möglich unter www.kreisarchiv-giessen.findbuch.net, www.archivportal-d.de oder www.ddb.de.

Stichwort: Archivportal-D
Das Archivportal-D ist ein Teilprojekt der „Deutschen Digitalen Bibliothek“, die allen Bürgerinnen und Bürgern einen spartenübergreifenden Zugang zu Kulturgut in deutschen Bibliotheken, Archiven, Museen, Wissenschaftseinrichtungen und der Denkmalpflege bietet. Entwickelt und betrieben wird es seit 2012 unter Federführung des Landesarchivs Baden-Württemberg zusammen mit FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH, dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, dem Sächsischen Staatsarchiv und der Archivschule Marburg. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Gemeinschaftsprojekt

Kontakt:
Kreisarchiv Gießen
Sabine Raßner
Telefon 0641/9390-1606
kreisarchiv@lkgi.de

Quelle: Landkreis Gießen, Pressemitteilung, 17.4.2015

Digitalisierung des Urkundenbestands des Bistums Augsburg

Das Archiv des Bistums Augsburg bietet allen Nutzern in Kürze einen neuen Service an. Rund 1.500 Urkunden des Bistumsarchivs können dann auch digital abgerufen und eingesehen werden. Es handelt sich hierbei um meist handschriftliche Dokumente aus dem Mittelalter und der Neuzeit, viele davon auf Pergament. Die Onlinestellung erfolgt über das Portal „monasterium.net“. Die Internetplattform fasst sämtliche Urkunden von 138 teilnehmenden Archiven und gilt als eines der größten Urkundenportale weltweit.

Einen Vorteil der Digitalisierung sieht Dr. Erwin Naimer, Leiter des Bistumsarchivs, vor allem für die Nutzer des Archivs: „Durch die Digitalisierung wird unseren Nutzern die Suche und das Sichten erleichtert. Sie brauchen jetzt nicht mehr extra ins Archiv zu kommen, um Urkunden einzusehen, sondern können dies bequem am Computer von zuhause aus erledigen.“

Abb.: Der Leiter des Bistumsarchivs, Dr. Erwin Naimer und

Abb.: Der Leiter des Bistumsarchivs, Dr. Erwin Naimer und „Scanman“ Robert Reiter (v. links). Foto: Maria Steber /pba.

Um diesen Service bieten zu können, müssen alle Urkunden vorher einzeln eingescannt und mit der jeweiligen Signatur beschriftet werden. Diese Arbeit übernimmt Robert Reiter, Mitarbeiter des Internetprojekts „monasterium.net“. Als „Scanman“ nimmt er die Bestände zahlreicher Archive in Deutschland und Europa auf. Rund drei Wochen lang wird er diese Arbeit nun im Augsburger Bistumsarchiv verrichten. Im Laufe des Sommers seien die Urkunden dann im Internet für Nutzer abrufbar, so Dr. Naimer.

Das Archiv des Bistums verwahrt Akten des Bischöflichen Ordinariats, Protokollbände, Klosterakten von Stiften und Klöstern im Bistum Augsburg, Pfarr- und Dekanatsarchive sowie umfangreiche Sammlungen und Nachlässe. Große Teile des Diözesanarchivs gingen jedoch während des 2. Weltkrieges verloren.

Kontakt:
Archiv des Bistums Augsburg
Hafnerberg 2/II
86152 Augsburg
Tel. 0821 3166-8561
Fax 0821 3166-8569
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Quelle: Bistum Augsburg, Pressemitteilung, 17.4.2015