Kreisbibliographie des Enzkreises jetzt online

Wann entstand mein Heimatdorf? Welche Vereine feierten Jubiläum? Woher bekommt man Informationen über den Enzkreis? Antworten auf diese und ähnliche Fragen gibt die nun fertig gestellte „Kreisbibliographie für den Enzkreis“, die ab sofort online verfügbar ist. Auf Initiative von Kreisarchivar Konstantin Huber (Kreisarchiv des Enzkreises) hat die Germanistin und gelernte Bibliotheksassistentin Nicole Rosewe die umfangreiche Datensammlung zusammengetragen. Unterstützt wurde sie dabei von einigen fleißigen Helfern, zuletzt von Archivmitarbeiterin Maddalena Caprio, die die formale Fertigstellung des Werkes leistete.

Konstantin Huber, Maddalena Caprio und Nicole Rosewe (von links) präsentieren die jetzt online gestellte Kreisbibliographie als gedrucktes PDF-Dokument, das nun auch im Nutzerraum des Kreisarchivs ausliegt. (enz)

Abb.: Konstantin Huber, Maddalena Caprio und Nicole Rosewe (von links) präsentieren die jetzt online gestellte Kreisbibliographie als gedrucktes PDF-Dokument, das nun auch im Nutzerraum des Kreisarchivs Enzkreis ausliegt. (enz)

Unter einer so genannten „Bibliographie“ versteht man ein Verzeichnis von Druckschriften einer bestimmten Kategorie – in diesem Fall Schriften über den Enzkreis – in dem die einzelnen Titel mit bibliographischen Daten wie Titel, Verlag, Erscheinungsjahr und Umfangsangabe aufgeführt sind. Es listet Druckschriften jeglicher Art auf, unabhängig davon, ob diese längst vergriffen, noch im Buchhandel erhältlich oder in der Fachbibliothek des Kreisarchivs verfügbar sind.

„Es war eine reizvolle Aufgabe, die von unzähligen Stellen und an verschiedenen Orten herausgegeben Veröffentlichungen über den Enzkreis zusammenzutragen und zu gliedern. Es lohnt sich wirklich, einen Blick in das etwa 280-seitige Werk zu werfen, dort finden sich 4.369 Titel“, wirbt Nicole Rosewe. Gegliedert ist die Bibliographie in zwei Teile: Teil 1 umfasst die ortsübergreifende Literatur, strukturiert nach (Alt-) Landkreisen bzw. Landschaften. Teil 2 beleuchtet die Literatur über die Ortschaften des Enzkreises.

Die Kreisbibliographie für den Enzkreis schließt mit dem Jahr 2005 ab. Eine Fortführung ist nicht vorgesehen, da die Landesbibliographie Baden-Württemberg mittlerweile online geführt wird und dort relativ zeitnah ein Großteil der Neuerscheinungen abrufbar ist. „Für alle Heimatinteressierten, wissenschaftlich Arbeitenden und auch für Schulklassen aus dem Enzkreis wird die Kreisbibliographie eine große Hilfe sein, geeignete Literatur zu finden“, ist sich Konstantin Huber sicher.

Er wünscht sich, dass die Kreisbibliographie möglichst vielen Interessenten Impulse für die Beschäftigung mit dem Enzkreis sowie seinen Gemeinden gibt und als Basis für gründliche Forschungsarbeit dient. Und Maddalena Caprio, die auch die Bibliothek des Kreisarchivs betreut, bittet Verlage, Druckereien, Autorinnen und Autoren: „Bitte denken Sie auch in Zukunft daran, sowohl den beiden Landesbibliotheken als auch dem Kreisarchiv des Enzkreises Belegexemplare Ihrer Arbeiten zur Verfügung zu stellen, damit diese auch überregional wahrgenommen werden.“

Die Kreisbibliographie ist ab sofort frei für jedermann im Internet auf der Webseite des Landratsamtes Enzkreis unter der Rubrik „Kreisarchiv – Dienstleistungen anzeigen – Kreisbibliographie“ verfügbar. Die PDF-Datei kann sowohl durchsucht, gedruckt als auch heruntergeladen werden.

Kontakt:
Kreisarchiv des Enzkreises
Zähringerallee 3
75177 Pforzheim
Telefon 07231 308-9423
Telefax 07231 308-9837
Kreisarchiv@enzkreis.de

Quelle: Enzkreis, Pressemitteilung 98 / 2014, 3.4.2014

Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein

Das Landesarchiv Baden-Württemberg und die Archives Départementales du Haut-Rhin präsentieren die erste deutsch-französische Gemeinschaftsausstellung zum Ersten Weltkrieg am Oberrhein: Menschen im Krieg am Oberrhein – Vivre en temps de guerre des deux côtés du Rhin 1914-1918.

Vor 100 Jahren gingen "in ganz Europa die Lichter aus". Am Oberrhein, der in einer einzigartigen Konstellation in den Jahren 1914 bis 1918 Kampfgebiet, Etappe und Heimatfront zugleich war, sollte man die Lichter lange Zeit nicht mehr leuchten sehen.

Zum Gedenken an die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" präsentieren das Landesarchiv Baden-Württemberg und die Archives Départementales du Haut-Rhin die erste grenzüberschreitende und zweisprachige Gemeinschaftsausstellung über den Ersten Weltkrieg am Oberrhein. Die Präsentation hat für ihr themen- und methodeninnovatives Konzept bereits zwei französische Auszeichnungen erhalten. Sie stellt der Öffentlichkeit in beiden Ländern bisher größtenteils unbekannte Bild- und Textquellen, darunter etwa 200 Fotos, vor.

Deutsche und französische Soldaten am Hartmannsweilerkopf (Elsass) am 10. November 1917 (Generallandesarchiv Karlsruhe 456 F 65_9 Foto 3), Logo der Ausstellung 'Menschen im Krieg'

Abb.: Deutsche und französische Soldaten am Hartmannsweilerkopf (Elsass) am 10. November 1917 (Generallandesarchiv Karlsruhe 456 F 65_9 Foto 3), Logo der Ausstellung "Menschen im Krieg"

Im Mittelpunkt der von französischen und deutschen Archivaren zusammen erarbeiteten Ausstellung steht nicht eine traditionelle Militärgeschichte aus nationaler Binnenperspektive, wie sie lange Zeit die Erforschung des Ersten Weltkriegs geprägt hat. Vielmehr greift die grenzübergreifende Gemeinschaftsausstellung aktuelle kulturgeschichtlich-biografische und anthropologische Forschungsansätze auf und rückt die Kriegserfahrungen sowie das Leiden der gesamten Bevölkerung links und rechts des Rheins in den Mittelpunkt. Soldaten und Zivilisten, Gefangene, Verletzte und Sterbende, Frauen und Kinder – sie alle waren dem Krieg als Täter und/oder Opfer ausgeliefert. 32 Biographien machen exemplarisch deutlich, wie der Waffengang alle Lebensbereiche in Baden und im Elsass erfasste und lange Zeit vergiftete. Hinter der Maske des Krieges treten die Gesichter und Schicksale der Menschen hervor, die zum Frieden mahnen.

Die Ausstellung wird vom 29. März bis zum 10. August im Generallandesarchiv Karlsruhe und vom 24. Juni bis 30. September in Freiburg gezeigt. Sie ist vom 24. März bis 6. Mai in Colmar zu sehen. Die als Wanderausstellung konzipierte Schau wird in den kommenden vier Jahren in zahlreichen Orten in Baden und im Elsass präsentiert. Darüber hinaus wird sie auch in Paris, Brüssel und Berlin zu sehen sein.

Ein reich bebilderter Katalog (deutsch: Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein, Kohlhammer Stuttgart 2014, 316 S., 26 €, ISBN 978-3-17-025873-0; französisch: Vivre en temps de guerre des deux côtés du Rhin 1914-1918, ISBN 2-086068-065-9) ist erhältlich.

Spezielle archivpädagogische Materialien ermöglichen Schülerinnen und Schülern der Mittel- sowie der Oberstufe in paradigmatischer Form ein altersspezifisches Gespräch über Krieg und Frieden, über individuelle Schicksale und nationale Ansprüche sowie über Kriegserfahrungen in der eigenen regionalen Lebenswelt.

Info:
Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein /
Vivre en temps de guerre des deux côtés du Rhin 1914-1918
Ausstellung im Generallandesarchiv Karlsruhe und im Centre Culturel Français in Freiburg
29.3.-10.8.2014 und 24.6.-30.9.2014

Informationen und Anmeldung:
Generallandesarchiv Karlsruhe
Nördliche Hildapromenade 3
76133 Karlsruhe
Tel.: (0721) 926-2206
glakarlsruhe@la-bw.de
www.landesarchiv-bw.de/glak/

Öffnungszeiten:
29.3.-10.08.2014
Mo-Do 8.30-17.30 Uhr
Fr 8.30-19.00 Uhr
Sa+So+Feiertag 11.00-17.30 Uhr
Ostern geschlossen vom 18.4.-21.4.2014
Der Eintritt ist kostenlos. Führungen nach Vereinbarung.

Zur Ausstellung bietet das Generallandesarchiv ein ansprechendes Rahmenprogramm an:

Di 8.4.2014 Prof. Dr. Jörn Leonhard (Universität Freiburg): "Der Erste Weltkrieg: Europäische Krise und globaler Konflikt"

Di 29.4.2014 Laëtitia Brasseur-Wild (Archives Départementales du Haut-Rhin, Colmar), Dr. Rainer Brüning (Generallandesarchiv Karlsruhe), Dr. Klaus Gaßner (Badische Neueste Nachrichten, Karlsruhe): Ausstellungsgespräch mit Kuratorenführung

Do 5.6.2014 Dr. Christof Strauß (Staatsarchiv Freiburg): "Der Erste Weltkrieg am Oberrhein: zum Stand der deutschsprachigen Forschung"

Di 8.7.2014 Prof. Dr. Gerd Krumeich (Universität Düsseldorf): "Juli 1914. Eine Bilanz"

Di 22.7.2014 Prof. Dr. Etienne François (Freie Universität Berlin): "Für eine europäische Erinnerungskultur zum Ersten Weltkrieg"

Alle Begleitveranstaltungen in Karlsruhe finden jeweils um 18 Uhr im Generallandesarchiv statt. Vor allen Vorträgen findet jeweils um 17 Uhr eine Führung durch die Ausstellung statt; nur beim Ausstellungsgespräch am 29. April bieten die Kuratoren eine Führung im Anschluss an die Veranstaltung an.

Informationen und Anmeldung:
Centre Culturel Français Freiburg
Münsterstraße 11
79098 Freiburg
Tel.: (0761) 207390
info@ccf-fr.de
www.ccf-fr.de

Öffnungszeiten:
24.6.-30.9.2014
Mo-Do 9.00-17.30 Uhr
Fr 9.00-14.00 Uhr
Sa 11.00-14.30 Uhr
Der Eintritt ist kostenlos.

Weitere Informationen zur Ausstellung unter: www.menschen-im-krieg-1914-1918.de sowie www.vivre-en-temps-de-guerre-1914-1918.fr.