Archiv und Wirtschaft 4/2005

Vor kurzem erschien die aktuelle Ausgabe von „Archiv und Wirtschaft“, der Zeitschrift der Vereinigung der Wirtschaftsarchivarinnen und Wirtschaftsarchivare e.V. (VdW).


Inhaltsverzeichnis „Archiv und Wirtschaft“ 4/2025

AUFSÄTZE

Sabina Potthoff: Institutionelles Gedächtnis im Aufbau. Wie durch das Archiv der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt Naturschutzgeschichte sichtbar und nutzbar wird. (184-188)

Christian Leitz und Christine Stoy: Unternehmerische Nachhaltigkeit seit den 1970er Jahren – am Beispiel der UBS (189-197)

Jonas Springer: Im Kriegsfall Kulturgut in Kopie? Zur Relevanz des Barbarastollens für Wirtschaftsarchive (198-206)


BERICHTE

Luca Schönauer: Unternehmensgeschichte authentisch, nachhaltig und lebendig gestalten – Zeitzeug:inneninterviews mit ehemaligen Mitgliedern des Vorstands und Bereichsleitungen (207-209)

REZENSIONEN

Manfred Grieger: Die Süddeutsche Zucker-AG im Nationalsozialismus. Zuckererzeugung, Nazifizierung, Zwangsarbeit, Kontinuität (Martin Krauß) (210-212)

Rainer Karlsch, Stefanie van de Kerkhoff und Andrea H. Schneider-Braunberger:Waffeningenieure im Zwielicht. Die Mauserwerke, die HASAG und die Gründungsgeschichte von Heckler & Koch (Dirk Wiegand) (212-214)
John Palatini und Christian Drobe (Hrsg.): Nach den Maschinen. 100 Jahre Industriefotografie aus Sachsen-Anhalt (Ralf Stremmel)  (215-216). Michael C. Schneider: Die Isabellenhütte Heusler während der Zeit des Nationalsozialismus 1933 – 1945 (= Schriften zur hessischen Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte, Bd. 14) (Matthias Weber) (216-218)

Rezensionsliste (220-221)
Impressum (224)

Kontakt:
Julia-Maria Leibundgut
Redaktion „Archiv und Wirtschaft“
Vereinigung der Wirtschaftsarchivarinnen und Wirtschaftsarchivare e. V. (VdW)
E-Mail: redaktion@wirtschaftsarchive.de
Postfach 60155 | D – 10051 Berlin
www.wirtschaftsarchive.de
https://www.linkedin.com/company/vereinigung-der-wirtschaftsarchivarinnen-und-wirtschaftsarchivare-e-v-vdw

40 Jahre Archiv des LVR – Videoreihe erzählt Archivarbeit neu

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Archivs des Landschaftsverbandes Rheinland (ALVR) ist eine Videoreihe entstanden, die den Archivalltag in den Mittelpunkt stellt. Entwickelt wurde das Projekt von den Archivarinnen und Archivaren des LVR in Zusammenarbeit mit dem LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler.

Abb.: Einblicke in die Kurzvideos. Foto: Ariane Jäger (LVR-AFZ).
Abb.: Einblicke in die Kurzvideos. Foto: Ariane Jäger (LVR-AFZ).

Die Videoreihe führt hinter die Kulissen des Archivs und zeigt auf humorvolle und lebendige Weise, was Archivarbeit heute ausmacht. Dabei geht es nicht nur um Akten, Dokumente und historische Quellen, sondern um die Menschen, die täglich mit Engagement, Fachwissen und Leidenschaft dafür sorgen, dass Geschichte bewahrt, erforscht und für die Zukunft zugänglich gemacht wird. Überraschende Einblicke und ein augenzwinkernder Blick auf den Berufsalltag zeigen, dass Archive alles andere als trocken und verstaubt sind.

Das Jubiläumsprojekt ist als fortlaufende Reihe angelegt. Von Januar bis einschließlich Dezember 2026 erscheint jeden Monat ein neues Video. Start ist der 21. Januar 2026. Jedes einzelne Video widmet sich einem anderen Aspekt der Archivarbeit und entdeckt das Archiv des LVR immer wieder neu. So entsteht über das Jubiläumsjahr hinweg ein abwechslungsreiches Gesamtbild des Archivs.

Ob Geschichtsinteressierte, Kulturbegeisterte oder einfach Neugierige: Die Videoreihe richtet sich an alle, die Lust haben, das Archiv des LVR aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.

Link: https://www.youtube.com/@lvr-kulturzentrumabteibrau1513/playlists

Kontakt:
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Ehrenfriedstraße 19
50259 Pulheim
Tel 02234 9854-0
Fax 02234 9854-202
afz@lvr.de

Quelle: LVR-AFZ, Pressemitteilung, 12. Januar 2026.

Archiv-info 2025

Das Mitteilungsblatt Archiv-info des Archivs des Deutschen Museums informiert einmal jährlich über Neuerwerbungen, Projekte und Bestände des Archivs. Ende 2025 erschien die neueste Ausgabe, die u.a. über Nachlässe von Charlotte Houtermans und Friedrich Ahlborn, den 100. Jahrestag der Eröffnung des Museusmgebäudes auf der Münchner Museumsinsel sowie über Vorträge zur “Stunde Null” berichtet.

Info:
ARCHIV-info
Herausgegeben vom Deutschen Museum
ISSN (Print) 2626-5354
ISSN (Online) 2626-5362
Redaktion: Dr. Matthias Röschner M.A.

Kontakt:
Deutsches Museum, Archiv
80306 München
Tel. 089/2179-220
Fax 089/2179-465
archiv@deutsches-museum.de

Stolpersteinführung durch die Limburger Innenstadt

Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker erinnert an Opfer des Nationalsozialismus.
Gemeinsam mit einer Klasse der Adolf-Reichwein-Schule hat Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker eine Stolpersteinführung durch die Limburger Innenstadt durchgeführt. Dabei wurden verschiedene der mittlerweile insgesamt 134 verlegten Stolpersteine in Limburg besucht und die dahinterstehenden Lebensgeschichten der Opfer des Nationalsozialismus erläutert. Die Führung verdeutlichte, wie wichtig es ist, die Erinnerungskultur insbesondere bei der jüngeren Generation aufrechtzuerhalten, gerade in einer Zeit, in der es immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gibt.

Abb.: Im Rahmen eines gemeinsamen Rundgangs mit einer Klasse der Adolf-Reichwein-Schule stellte Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker ausgewählte Schicksale von Menschen vor, an die mit den derzeit insgesamt 134 verlegten Stolpersteinen erinnert wird (Foto: Stadt Limburg).

Während der Führung wurden unter anderem die drei Stolpersteine am Neumarkt 1, heute vor dem Geschäft Vohl & Meier, thematisiert. Sie erinnern an die jüdische Kaufmannsfamilie Löwenberg. Emmy Löwenberg heiratete 1901 den Limburger Kaufmann Moritz Löwenberg und war Mitbesitzerin des Hauses und der Firma am Neumarkt. Sie engagierte sich im Israelitischen Frauen-Verein Limburg. Nach einer schweren Erkrankung wurde sie 1942 aus einer Heil- und Pflegeanstalt von der Gestapo verhaftet, nach Sobibor deportiert und dort ermordet. Ihr Ehemann Moritz Löwenberg gründete 1897 in Limburg das Kaufhaus G. Löwenberg, eines der größten seiner Art in der Stadt. Nach Boykotten, der Zerstörung des Geschäfts am 9. November 1938 und massiven Zwangsmaßnahmen musste er Limburg verlassen. 1941 wurde er nach Lodz/Litzmannstadt deportiert und kam dort ums Leben. Die Tochter Ilse Löwenberg arbeitete nach ihrer Ausbildung im elterlichen Geschäft und war unter anderem für den Einkauf und die Schaufensterdekoration verantwortlich. Eine geplante Auswanderung kam nicht mehr zustande. Sie wurde 1941 gemeinsam mit ihrem Vater deportiert und zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet.

Das Projekt Stolpersteine, initiiert vom Künstler Gunter Demnig, erinnert mit kleinen Messingtafeln im Gehweg an Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die Steine werden vor den letzten frei gewählten Wohn- oder Wirkungsstätten der Opfer verlegt und holen die Erinnerung bewusst in den Alltag zurück.

Dr. Christoph Waldecker hob im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern die persönliche Bedeutung der Erinnerungsarbeit hervor:

„Es ist immer sehr berührend, wenn Verwandte der Opfer Kontakt aufnehmen, um mehr über die Vergangenheit und die Geschichte der Vorfahren zu erfahren. Sowohl die Stolpersteine als auch Dokumente über die Familiengeschichte im Stadtarchiv rufen bei den Verwandten der Opfer große Emotionen aus und zeigen deutlich, wie wichtig diese Erinnerungsarbeit ist.“

In den nächsten Jahren werden weitere Stolpersteine in Limburg verlegt. Die Führung machte einmal wieder mehr deutlich, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und ihre Geschichten weiterzugeben, als Mahnung und als Verantwortung für die Zukunft.

Kontakt:
Stadtarchiv Limburg
Mühlberg 3
65549 Limburg a. d. Lahn
Tel. 06431/203-368
christoph.waldecker@stadt.limburg.de

Quelle: Stadt Limburg, Pressemitteilung, 18. Dezember 2025.

Stadtarchiv Mettmann und Heinrich-Heine-Gymnasium vereinbaren Bildungspartnerschaft

Zum Ende des Jahres hat das Stadtarchiv Mettmann mit dem Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) eine Bildungspartnerschaft vereinbart. Für diesen Zweck werden künftig Archivalien, Bildungspakete und die Archivbibliothek zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bietet das Team des Stadtarchivs verschiedene Workshops rund ums Archiv an, damit Schülerinnen und Schüler die Arbeit dort hautnah erleben können.


Abb.: Bürgermeister André Bär und Dr. Holger Cornels, kommissarischer Schulleiter des Heinrich-Heine-Gymnasiums, unterzeichnen die Bildungspartnerschaft (Foto: Kreisstadt Mettmann).

Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags durch Schulleiter Dr. Holger Cornels, Bürgermeister André Bär, Moritz Eschmeier, Fachschaftsvorsitzender Geschichte am HHG, und Jacqueline Muhlack in Vertretung von Archivleiter Marinko Betker wurde die Bildungspartnerschaft besiegelt. Mit dabei waren auch Schülerinnen und Schüler aus dem Geschichtsleistungskurs.

Künftig werden Schülerinnen und Schüler des HHG im Rahmen von Projekten und Arbeitsgemeinschaften direkten Zugang zu den umfangreichen Beständen des Stadtarchivs erhalten. Dabei sollen sie nicht nur theoretisches Wissen über historische Ereignisse und Entwicklungen erwerben, sondern auch lernen, wie sie Archivmaterialien finden und für wissenschaftliche Arbeiten aufbereiten können.

Das Stadtarchiv konnte mit dem Konrad-Heresbach-Gymnasium dieses Jahr bereits erste Erfahrungen als Bildungspartner und außerschulischer Lernort sammeln. „Wir lernen mit jedem Projekt dazu und optimieren unser Angebot für die Schulen. Es freut uns, jungen Menschen das historische Erbe ihrer Stadt näherzubringen und somit lebendig zu halten“, so Volontärin Jacqueline Muhlack.

Bürgermeister Bär sagte, dass er gespannt sei, welche Projekte im kommenden Jahr anstehen, bei denen das Stadtarchiv unterstützen könne. Die Geschichte der Koburg im Neandertal oder die Zeit Mettmanns unter französischer Besatzung nannte Geschichtslehrer Eschmeier als mögliche Themen für Facharbeiten, die bei den Schülerinnen und Schülern des Geschichtsleistungskurses im nächsten Jahr anstehen.

Das HHG und das Stadtarchiv arbeiten bereits seit vielen Jahren zusammen. So konnten Schülerinnen und Schüler in Kooperation mit dem Stadtarchiv sogar einen Landessieg beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten erringen.

In diesem Jahr besuchten zahlreiche Schülerinnen und Schüler die Ausstellung „Heimatfront Mettmann – Alltag zwischen Luftangriffen, Propaganda und Ideologisierung“. Außerdem begleitete das Archivteam den Projektkurs Geschichte des Konrad-Heresbach-Gymnasium (KHG) mit Workshops zur Archivarbeit und Ahnenforschung. Im kommenden Jahr steht ein ganz besonderes Jubiläum an: Es ist der 530. Geburts- und 450. Todestag von Konrad Heresbach. Auch dafür sind bereits erste Vorbereitungen angelaufen.

Die Bildungspartnerschaft wird durch das Projekt Bildungspartner NRW gefördert. Im Rahmen des Programms ist das Stadtarchiv Mettmann auch als Lernort unter: https://bipamap.nrw/de/index.html zugänglich. Langfristig möchte das Stadtarchiv noch weiteren Mettmanner Schulen die Möglichkeit für eine Bildungspartnerschaft anbieten.

Kontakt:
Stadtverwaltung Mettmann
Stadtarchiv
Stadtarchivar Marinko Betker M. A.
Neanderstr. 85
40822 Mettmann
Tel: 02104 / 980-159
Fax: 02104 / 980-720
E-Mail: archiv@mettmann.de

Quelle: Stadt Mettmann, Pressemeldung, 17. Dezember 2025.

Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera 4/2025

Wer erinnert sich noch an den gefeierten Auftritt der spanischen Sopranistin Montserrat Caballé (1933-2018) im Geraer Kultur- und Kongresszentrum? Wann fand die Grundsteinlegung für den Betriebshof der Geraer Verkehrsbetriebe statt? Wo wurden die deutschen Meisterschaften in der Dressur und im Springreiten zum ersten Mal in den neuen Bundesländern ausgetragen? Wie hieß das 1995 vorgestellte Geraer Stadtmaskottchen?


Diese und weitere Fragen werden in der vierten diesjährigen Ausgabe unserer „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ beantwortet. Die inhaltliche Grundlage für die in diesem Rahmen neu formulierten Texte bildete die Zeitungsberichterstattung des Jahres 1995, also vor nunmehr teilweise schon über 30 Jahren.

Erwähnt sei in diesem Zusammenhang, dass eine derartige Auswahl an 30. „Jahrestagen“ lediglich einen kleinen Bruchteil der Stadtgeschichte dieser Zeit aufgreifen und somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann.

Unter dem Titel „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ informiert das Stadtarchiv Gera vierteljährlich die interessierte Öffentlichkeit über aktuelle Herausforderungen und historische Themen rund um die Arbeit des Stadtarchivs.

Der Informationsbrief wird per E-Mail versandt und kann auf der Internetseite im Downloadbereich heruntergeladen werden.

Kontakt:
Stadtarchiv Gera
Gagarinstraße 99/101
07545 Gera
Tel. 0365/838-214
stadtarchiv@gera.de

Neuauflage des erfolgreichen Archivspiels „Lambert und Laurin“

Spiel zur Siegener Stadtgeschichte jetzt als App verfügbar.

Die Amtskette des Siegener Bürgermeisters ist verschwunden – und jetzt liegt es an den Spielerinnen und Spielern, sie wiederzufinden! Das Spiel „Lambert und Laurin – Die verschwundene Amtskette des Bürgermeisters“ ist nunmehr kostenlos als App verfügbar. Das Spiel wurde bereits 2008 für den Computer veröffentlicht und von Outline Development entwickelt (AUGIAS.Net berichtete). Im Jahr 2010 bekamen das Stadtarchiv Siegen und das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein für das drei Jahre zuvor in erfolgreicher Kooperation erarbeitete PC-Spiel „Laurin. Jäger des versteckten Wissens. Archivisches Computerspiel“ im Rahmen des Wettbewerbs des Landes Nordrhein-Westfalen „Blick zurück nach vorn“ (Archiv und Jugend) in Kooperation mit den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe eine Auszeichnung des Kultusministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen überreicht.


Abb.: Screenshot „Lambert und Laurin“

Das preisgekrönte Computerspiel ist jetzt als kostenlose App für Android und iOS überarbeitet, neu aufgelegt und um zusätzliche Inhalte erweitert worden. Das erfolgreiche und edukative Spiel wurde von dem IT-Unternehmen Outline Development mit Sitz in Netphen entwickelt. Besonders an dem „Relaunch“ ist, dass es durch sein Tutorial und eine Tipp-Funktion auch für Kinder zugänglich ist, während es zeitgleich einen ansprechenden Schwierigkeitsgrad selbst für Erwachsene bietet. Die Vorzüge einer mobilen App (als simples Tool, um ein jüngeres, IT-affines Publikum zu erreichen und um digitale Inhalte vorzustellen), sollen auch dazu dienen, überholte Klischees von archivspezifischen Tätigkeiten abzubauen und einen ersten, virtuellen Eindruck moderner Archivarbeit zu vermitteln. Dies geschieht im Spiel über den „digitalen Archivtisch“, der Archivarbeit auf einem leicht verständlichen und gleichzeitig spannenden Niveau vermittelt. Der spielerische Aspekt hilft dabei zusätzlich, über einen leichten Einstieg erste Hürden beim Thema Archivwesen zu überwinden.


Abb.: Screenshot „Lambert und Laurin“

Die beiden Protagonisten – Lambert und Laurin – beschäftigen sich mit dem Fall um Siegens Altbürgermeister Anton Delius (1850-1936), der 1907 das Recht zum Tragen einer Amtskette vom preußischen König Wilhelm II erhielt. Die Spielerinnen und Spieler helfen nun durch ihre Archivarbeit, Recherche und auch Geschicklichkeitsspiele, die „verschwundene“ Amtskette wiederzuerlangen. Die fiktive Handlung mit einer historischen Siegener Persönlichkeit im Mittelpunkt soll dank spannender Frage- und Aufgabenstellungen zum Entdecken der lokalen und regionalen Geschichte beitragen und das Interesse an der Archivpraxis wecken.

Kontakt:
Stadtarchiv Siegen
KrönchenCenter
Markt 25
57072 Siegen
Tel: 0271/404-3086
E-Mail: stadtarchiv@siegen.de

Quelle: verfasst von Oliver Gugel, M.A., 11. November 2025.

Umzug des Stadtarchivs Zwickau beendet

Nach dem Umzug von seiner ehemaligen Hauptstelle Lessingstraße 1 und den Außenstellen in das Gebäude Crimmitschauer Straße 1/1A (AUGIAS.Net berichtete) konnte das Stadtarchiv Zwickau am 7. Oktober 2025 für den Besucherverkehr und damit für die vollumfängliche Nutzung seiner reichhaltigen historischen Bestände wiedereröffnet werden.


(Foto: Stadtarchiv Zwickau)

Mit dem Umzug fanden die wertvollen schriftlichen Schätze, darunter unersetzliche Originalhandschriften Martin Luthers, Thomas Müntzers, Philipp Melanchthons, Adam Ries‘, Stephan Roths, Johann Sebastian Bachs, Albrechts von Wallensteins, Matthäus Pöppelmanns und zahlreicher anderer Berühmtheiten der europäischen, deutschen, sächsischen und Zwickauer Geschichte eine neue, nunmehr vollklimatisierte Heimstatt. Diese beherbergt nun ca. 2500 mittelalterliche Kaiser-, Königs- und Papsturkunden sowie Pergamente aus der ehemals markgräflichen-meissnischen und kurfürstlich-sächsischen Kanzlei, ca. 60.000 Bauakten ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie die umfangreichen Aktenbestände und Amtsbuchreihen des Rates der Stadt, darunter das Stadtrechtsbuch von 1348 und den Sachsenspiegel von 1472.  Zusätzlich zu den historischen Beständen wurde auch das Verwaltungsarchiv mit den befristet aufzubewahrenden Akten der gegenwärtigen Stadtverwaltung im Gebäude untergebracht.

Bereits im Vorfeld war nahezu der gesamte Archivbestand neu und archivgerecht verpackt und teilweise neu registriert worden (AUGIAS.Net berichtete). In der „heißen Phase“ des eigentlichen Umzugs zwischen Januar und August 2025 mussten 35.000 Archivkartons, Tausende Bücher, rund 40.000 Fotografien und Dias, 1200 Karten- und Planmappen, 240 Zeitungskartons und die nahezu vollständige Sammlung Zwickauer Zeitungen ab dem Jahr 1802, zahlreiche Nachlässe, Gemeindebestände und Sondersammlungen mit einem Gesamtumfang von über 6 Kilometern Archivgut bewegt werden. Insgesamt waren für den mehrmonatigen Transport 126 LKW-Fahrten notwendig.

Erstmals in seiner Geschichte verfügt das Stadtarchiv nun über ein eigenes, gut sichtbares und zentral gelegenes Gebäude.  Den Nutzern stehen insgesamt 10 modern eingerichtete Arbeitsplätze zur Einsicht der gewünschten Archivalien und des Sammlungs- und Bibliotheksguts zur Verfügung. Hinzu kommen Mikrofilmlesegeräte sowie eine Medienkabine zur Einsicht in audio-visuelles Material. Nutzer, welche Kopien oder Scans wünschen, erhalten hochwertige Reproduktionen, die durch das Archivpersonal angefertigt werden. Dafür hat die Stadtverwaltung Scantechnik angeschafft, die sich auf der Höhe des derzeit möglichen Technikstandes befindet. Zudem wurde ein Vortragsraum eingerichtet, in dem zukünftig verschiedene thematische Veranstaltungen zur Zwickauer Stadtgeschichte stattfinden sollen.

Für die Recherche in den Archivbeständen besteht die Möglichkeit der eigenen Datenbankeinsicht im Hause bzw. vorab über www.archivportal-d.de. Für die persönliche Nutzung vor Ort ist es unbedingt erforderlich, auf telefonischem (0375 834700; 0375 834710) oder schriftlichem Wege stadtarchiv@zwickau.de bzw. über die zuständigen Ansprechpartner https://www.stadtarchiv-zwickau.de/de/ansprechpartner.php vorab Platzreservierungen vorzunehmen.

Öffnungszeiten:

Dienstag 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Donnerstag 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 bis 16:00 Uhr

Parkmöglichkeiten befinden sich auf dem Platz der Völkerfreundschaft.

Kontakt:
Stadtarchiv Zwickau
Crimmitschauer Straße 1
08056 Zwickau
Tel.: +49-375-834700
https://www.stadtarchiv-zwickau.de/

Quelle: Stadtarchiv Zwickau, Pressemitteilung, 26. September 2025.

Archiv und Wirtschaft 3/2025

Soeben erschien die neue Ausgabe von „Archiv und Wirtschaft“, der Zeitschrift der Vereinigung der Wirtschaftsarchivarinnen und Wirtschaftsarchivare e.V. (VdW).


Inhaltsverzeichnis „Archiv und Wirtschaft“ 3/2025

AUFSÄTZE

Franziska Eggimann: Johann Conrad Fischer unterwegs – und online: Eine digitale Edition zwischen Wissenschaft, Vermittlung und Open Access (120–127)
Nicolai Hannig
: An den Grenzen der Versicherbarkeit. Eine kurze Geschichte der Risikokalkulation von Naturgefahren (128–138)
Gunnar Take
: Quellen und Forschungsfelder zum Bankwesen im Sozialismus (139–144)

DISKUSSIONSFORUM

Peter Liszt, Julia Gamble und Sebastian Büttner: Wenn Alltagsheld*innen Geburtstag feiern (145–149)
BERICHTE

Jonas Springer und Philipp Schaefer: Umwelt und Nachhaltigkeit in Archiven: Dimensionen, Perspektiven, Chancen – 60. Arbeitstagung der VdW vom 25. bis 27. Mai 2025 in München (150–160)
Nele Wermann: VdW-Lehrgang „Seminar AV-Medien“ vom 17. bis 18. März 2025 in Basel (161–163)

REZENSIONEN

Johannes Bähr und Ingo Köhler: Verfolgt, „arisiert“, wiedergutgemacht? Wie aus dem Warenhauskonzern Hermann Tietz Hertie wurde (Claus W. Schäfer) (164–165)
Stephan H. Lindner und Christian A. Müller (Hrsg.)
:Unternehmertum und Politik in der Weimarer Republik. Aufzeichnungen des Textilindustriellen Gottfried Dierig (Matthias Weber) (165–167)
Manfred Rasch und Dieter Ziegler (Hrsg.)
: Stahl im Film. Ein Medium der Unternehmenskommunikation im europäischen Vergleich (Horst A. Wessel) (167–171)
Dieter Ziegler und Jan-Otmar Hesse (Hrsg.)
: 1919 – Der Versailler Vertrag und die deutschen Unternehmen (Manfred Rasch) (171–175)

Rezensionsliste (176–177)
Impressum (180)

Kontakt:
Dr. Martin Münzel
c/o F. Hoffmann-La Roche AG
Redaktion „Archiv und Wirtschaft“
Bau 52/111
CH-4070 Basel
Telefon: +49 159 06825241
E-Mail: martin.muenzel@wirtschaftsarchive.de
https://www.wirtschaftsarchive.de/publikationen/archiv-und-wirtschaft/

Adel im Bild. Porträtkunst und Adelskultur

7. Deutsch-Niederländisches Symposium zur Adelsgeschichte in Schloss Nordkirchen.

Am 16. und 17. Oktober 2025 findet im westfälischen Schloss Nordkirchen das VII. Deutsch-Niederländische Symposium zur Adelsgeschichte statt. Unter dem Titel „Adel im Bild. Porträtkunst und Adelskultur“ stehen Porträts des Adels und ihre kulturellen Kontexte vom Mittelalter bis in die Gegenwart im Mittelpunkt.


Abb.: Oberes Foyer im Schloss Nordkirchen (Foto: LWL).

Die internationale Tagung beleuchtet ein breites Themenspektrum: von Ahnengalerien und Familienbildern über adelige Selbstdarstellung in Kleidung und Habitus bis hin zu Darstellungen in Stammbüchern oder ikonographischen Besonderheiten weiblicher Porträts. Dabei geht es nicht nur um künstlerische Ausdrucksformen, sondern auch um gesellschaftliche Botschaften, Netzwerke und archivische Überlieferungen. 18 Referentinnen und Referenten aus Deutschland und den Niederlanden präsentieren neueste Forschungsergebnisse und laden zur Diskussion ein.

Das Symposium wird vom Deutsch-Niederländischen Arbeitskreis für Adelsgeschichte veranstaltet, in dem auch das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) vertreten ist. Die Durchführung wird durch die Förderung des LVR-AFZ sowie durch die Unterstützung der Arenberg-Stiftung, des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, des Niedersächsischen Landesarchivs und des LWL-Archivamts für Westfalen ermöglicht.

Neben den wissenschaftlichen Vorträgen umfasst das Programm Führungen durch Schloss Nordkirchen und die Oranienburg. Ein öffentlicher Abendvortrag von Prof. Dr. Hiram Kümper am 16. Oktober um 20 Uhr über Adelsporträts auf dem Antiquariatsmarkt rundet das Symposium ab.

Die Tagung richtet sich an Fachwissenschaftler ebenso wie an kultur- und kunstgeschichtlich Interessierte. Eine Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kontakt:
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Postfach 2140
50250 Pulheim
Tel 02234 9854-0
Fax 02234 9854-202
afz@lvr.de

Quelle: LVR-Archivberatungsstelle, Pressemeldung, 4. September 2025.