„Gut essen und wohnen in Osnabrück“

Akten des Studierendenwerks Osnabrück in Kooperation mit der Universität und der Hochschule Osnabrück im NLA Osnabrück gesichert.

Studierendenwerke spielen für das studentische Leben und das Funktionieren einer Hochschule eine wichtige Rolle: Sie decken durch die Bereitstellung von Wohnraum und Essensverpflegung Grundbedürfnisse der Studierenden ab und sind damit ein nicht unwesentlicher Faktor für das studentische Leben und die Aufrechterhaltung des Wissenschaftsbetriebs. Eine unvollständige (Teil-)Überlieferung findet sich zwar oftmals über die Akten der Hochschulverwaltung, aber die Studierendenwerke selbst stehen bisher oft nicht im Fokus der archivischen Überlieferungsbildung.

Abb.: Das Studierendenwerk Osnabrück hat seinen Sitz in der Ritterstraße (Foto: Thorsten Unger).

1974 nahm die Universität Osnabrück ihren Lehrbetrieb auf. Letztere war von Anfang an nicht auf den Standort Osnabrück beschränkt, denn ihr wurde die Abteilung Vechta der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen zugeschlagen. Bereits 1973 war im Zuge der Hochschulgründungen auch die Einrichtung des damaligen „Studentenwerks Osnabrück“ erfolgt. Ziel war es, die „sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Belange“ der Studierenden in Osnabrück und Vechta zu fördern. Heute ist das Studierendenwerk mit 280 Mitarbeitenden zuständig für mittlerweile ca. 31.000 Studierende der Universität Osnabrück, der Hochschule Osnabrück (an den Standorten Osnabrück und Lingen), der mittlerweile eigenständigen Universität Vechta sowie der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik gGmbH an den Standorten Vechta und Diepholz. Es werden 1.780 Wohnplätze in 25 Wohnanlagen, fünf Mensen sowie Cafeterien und Bistros mit über 8.000 Essen täglich betreut. Das Studierendenwerk berät auch in Fragen der Studienfinanzierung, es betreibt eine Psychosoziale Beratungsstelle und fördert vier Kindertagesstätten. Finanziert wird das Studierendenwerk durch Mieteinnahmen, durch die Umsatzerlöse der Mensen und Cafeterien, durch das Land Niedersachsen sowie die Semesterbeiträge der Studierenden.

In Osnabrück werden bereits die Archive der Universität (Dep 103) und der Hochschule (Dep 123) im Rahmen einer Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesarchiv als Deposita betreut. Für das Studierendenwerk wurde ein ähnliches Modell zugrunde gelegt und ein Depositalvertrag mit einer Kostenbeteiligung abgeschlossen (Dep 149). Im Rahmen mehrerer Bewertungstermine wurde das Altschriftgut gesichtet und schließlich im Spätjahr 2023 in das NLA Osnabrück übernommen. Die überlieferten Akten reichen bis in die Anfänge des Studierendenwerks zurück und ergänzen nun am Standort Osnabrück die archivische Überlieferung zu den beiden Osnabrücker Hochschulen. Im Wesentlichen handelt es sich um Protokolle des Aufsichtsrats und des Verwaltungsrats, Aktenbestände, Pläne und Fotodokumentationen zu den Mensen und Wohnheimen sowie Unterlagen aus den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und audiovisuelles Material. Ein besonders überraschender Fund war dabei eine handschriftliche und mit Fotos versehene Dokumentation zum heute nicht mehr existierenden Studierendenwohnheim in der Ritterstraße. Das Depositum soll kontinuierlich in den kommenden Jahren ergänzt und erweitert werden.


Abb.: Die handschriftliche Chronik des ersten Osnabrücker Studierendenwohnheims Ritterstraße (Foto: Thorsten Unger).

Die Unterlagen liefern eine gute Grundlage zur Erforschung des Studierendenwerks und der zugehörigen Hochschulstandorte sowie zum studentischen Leben im Allgemeinen von den 1950er bis in die 2000er Jahre – und werden bereits in einer aktuellen Lehrveranstaltung zur Geschichte der Universität Osnabrück verwendet. Eine Nutzung ist nach Maßgabe des Niedersächsischen Archivgesetzes möglich.

Kontakt:
Universitätsarchiv
Nds. Landesarchiv, Abteilung Osnabrück
Dr. phil. Thorsten Unger
Schloßstr. 29
49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 33162-31
Fax: +49 541 33162-62
thorsten.unger@uni-osnabrueck.de

Quelle: Thorsten Unger, „Gut essen und wohnen in Osnabrück“. Osnabrücker Geschichtsblog, 11.6.2024.

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